Vorfahrtsrecht bei Fahrradwegen folgt Vorfahrtsrecht der Straße

09.03.10
Kategorie: StVO

LK Nr. 91 1/2010, Münster | Nach einem Urteil des LG Karlsruhe vom 31.07.2009 (Az. 9 S 61/09) unterliegen Fahrradwege der Bestimmung des Vorfahrtsrechts der Straße, der sie zugeordnet sind.

Ein Verkehrsteilnehmer müsse immer damit rechnen, dass sich parallel zu einer Straße - gerade im Stadtbereich - oftmals Rad- und/oder Fußwege befinden. Radwege wiederum folgten in der Bestimmung des Vorfahrtsrechts der Straße, der sie zugehören und zwar unabhängig davon, ob der Radweg auf der Strasse selbst verläuft oder durch Randstein oder Bewuchs von der Strasse getrennt seien. Damit war die Radfahrerin in dem vom Gericht  entschiedenen Fall vorfahrtsberechtigt, da sie ihrerseits aus Sicht des beklagten Unfallbeteiligten von rechts kam. Dieses Vorfahrtsrecht der Radfahrerin wurde nicht dadurch unterbrochen, dass diese zwecks Überquerung einer kreuzenden Straße kurzfristig vom Radweg auf diese Straße fahren musste. Dies ergebe sich nach Auffassung des Gerichts bereits daraus, dass sie als von rechts kommender Verkehr gegenüber dem Verkehr von der Strasse kommend Vorfahrt habe.

 

 

Falk Schultz

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