Unfall bei Radeln auf dem Gehweg in falscher Richtung

01.12.08
Kategorie: StVO

LK Nr. 86 4/2008, Münster. Es sollte sich unter den Radfahrern inzwischen herumgesprochen haben, dass gekennzeichnete Radwege bei objektiver zumutbarer Benutzbarkeit auch zu benutzen sind, auch wenn viele Rennradfahrer immer wieder der Meinung sind, sie müssten dennoch ein privates „Straßenrennen“ veranstalten (Ordnungswidrigkeit! OLG Düsseldorf, Beschluss vom 15.04.1992, AZ. 5 Ss (OWi) 69/92 - (OWi) 36/92 I).

Ausnahmen gelten z.B. nur bei Unbefahrbarkeit wegen Schnee, Glätte, Schlaglöchern u.ä. Behinderungen. Dass dies auch durchaus haftungsrechtliche Relevanz hat, zeigt ein Urteil des Amtsgerichts Hildesheim vom 25.7.2008 (Az. 40 C 21/08):

Der Radfahrer befuhr mit seinem Fahrrad in entgegengesetzter Richtung einen Gehweg, ohne einen vorhandenen Radweg zu benutzen. Er stieß mit einem Pkw zusammen, der mit geringer Geschwindigkeit auf die Straße einbiegen wollte. Das Gericht stufte die Verkehrsverletzung des Radfahrers als so grob verkehrswidrig ein, dass er allein für den Unfall haftete.


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