Totalschaden

01.12.07
Kategorie: StVO

LK Nr. 82 4/2007, Münster. Wird bei einem unverschuldeten Unfall das Fahrrad beschädigt, kann der Radfahrer vom Unfallgegner den Ersatz der Reparaturkosten verlangen. Beziffert werden die Reparaturkosten im Regelfall durch einen Kostenvoranschlag. Man kann das Fahrrad dann reparieren lassen. Der Gegner muss die vollen Kosten übernehmen. Allerdings gibt es hier eine Grenze: die Reparaturkosten dürfen den Zeitwert (Wiederbeschaffungswert) für ein gebrauchtes Fahrrad im Zustand vor dem Unfall um nicht mehr als 30% übersteigen.

Ein solcher „Integritätszuschlag“ steht dem Radfahrer aber nur zu, wenn er das Fahrrad auch fachgerecht und vollständig reparieren lässt (AG Berlin-Mitte, Urteil vom 4.9.2006 - 105 C 3504/05 - SP 2007, 18).

Wird die Reparatur nicht durchgeführt, kann man nur auf Basis des Kostenvoranschlags abrechnen. Der Radfahrer erhält die Kosten dann ohne Mehrwertsteuer erstattet. Sind die Reparaturkosten höher als der Wiederbeschaffungswert (Totalschaden), gibt es nur die Kosten für eine Wiederbeschaffung. Hier wird dann aber noch ein möglicher Restwert für die noch veräußerbaren Teile der beschädigten Leeze abgezogen. Nach Ansicht des AG Berlin-Mitte sind diese Teile in Internetbörsen problemlos zu verkaufen.


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