Radfahrer und Zebrastreifen

01.03.05
Kategorie: StVO

LK Nr. 71 1/2005, Münster. Fußgängerüberwege ("Zebrastreifen") sind für Radfahrer tabu. Sie dürfen nicht mit dem Fahrrad befahren werden. Trotzdem ist es oftmals reizvoll für manche Radler, den Überweg in der Hoffnung auf den vermeintlichen Vorrang vor dem Autoverkehr zu überqueren. Kommt es hierbei zu einem Unfall, trägt der Radfahrer ein erhebliches Mitverschulden. Mitverschuldensquoten und entsprechende Kürzungen der Schadensersatzansprüche von bis zu 2/3 sind keine Seltenheit (OLG Oldenburg, Urteil vom 26.9.1997 - 6 U 136/97).

In einem jüngst vom Kammergericht Berlin entschiedenen Fall überquerte ein Radfahrer den Zebrastreifen, indem er abstieg und mit einem Fuß auf dem Pedal gerollt ist. Dabei wurde er von einem Pkw erfasst und erheblich verletzt. Er klagte gegen den Autofahrer auf Schadensersatz und Schmerzensgeld. Die Berliner Richter entschieden zugunsten des Radfahrers (Urteil vom 3.6.2004 - 12 U 68/03): Allein die Tatsache, dass er in dieser Art gerollt sei, führe nicht dazu, dass er den Fußgängerüberweg nicht benutzen dürfe. Außerdem sei eine Unfallursächlichkeit seines Verhaltens nicht zu erkennen. Es spreche nichts dafür, dass der Unfall vermieden worden wäre, wenn der Radler beim Überqueren der Straße das Fahrrad geschoben hätte.


Alles was Recht ist

Unsere Datenbank enthält Leitsätze zu Urteilen deutscher Gerichte. Den Schwerpunkt bilden Entscheidungen zum Verkehrs- und zum Schadensrecht. Hier gehts zur Datenbank, die unsere Mitglieder kostenlos nutzen.

Ihr Recht als Radfahrer

Vierteljährlich veröffentlichen wir von unserem Mitglied Rechtsanwalt
Dr. jur. Falk Schulz in unserem lokalen ADFC-Mitgliedermagazin Leezen-Kurier Urteile zum Verkehrsrecht.

In unserer Rubrik "Recht & Versicherung"  können Sie alle bisher veröffentlichten Beiträge nachlesen.



Falk
Schulz
+49 251 8 71 45 35
http://www.falk-schulz.de

© 2020 ADFC Kreisverband Münsterland e. V.