Helmpflicht durch die Hintertür?

01.09.06
Kategorie: StVO

LK Nr. 77 3/2006, Münster. Fahrradfahrer sind nach der Straßenverkehrsordnung (§ 21a Abs. 2 StVO) nicht zum Tragen eines Helms verpflichtet. So hat auch das Oberlandesgericht Hamm noch im Jahr 2000 dem erwachsenen Radfahrer keinen Mitverschuldensvorwurf bei einem Unfall ohne Helm angekreidet (Urteil vom 26.9.2000 - 27 U 93/00).

Anders nun das Landgericht Krefeld bei "besonders gefährdeten Radfahrern, insbesondere Kindern": Das Nichttragen eines Schutzhelms stelle ein schuldhaftes Außerachtlassen der eigenen Interessen dar. Dem 10-jährigen Kind wurde ein Mitverschuldensvorwurf an seinen erlittenen Kopfverletzungen von 50% zugerechnet! (Urteil vom 22.12.2005 - 3 O 179/05, NZV 2006, 205). Das Urteil ist nicht rechtskräftig, so dass das Oberlandesgericht Düsseldorf in der Berufungsinstanz entscheidet. Hinzuweisen ist darauf, dass sich der Fall vor Änderung des Schadensrechts ereignet hat. Seit dem 19.7.2002 müssen sich Kinder bis zum vollendeten 10. Lebensjahr generell kein Mitverschulden bei einem Verkehrsunfall zurechnen lassen.


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