Fahren im Verband

01.06.03
Kategorie: StVO

LK Nr. 64 2/2003, Münster. Nach der Straßenverkehrsordnung dürfen mehr als 15 Radfahrer einen geschlossenen Verband bilden. Dann dürfen sie zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren. Ein geschlossener Verband muss für andere Verkehrsteilnehmer deutlich erkennbar sein. Maßgeblich ist hierfür insbesondere die einheitlich Führung und geschlossene Bewegung der Gruppe. Eine einheitliche Kennzeichnung ist bei Radfahrern nicht vorgeschrieben.

Ein Verband ist wie ein Verkehrsteilnehmer zu behandeln. Dies hat zur Folge, dass z.B. beim berechtigten Einfahren in eine Kreuzung durch das erste Fahrzeug der Kolonne die einzelnen dem Verband angehörigen Radfahrer trotz nunmehr auftauchender bevorrechtigter Verkehrsteilnehmer nicht wartepflichtig werden. Die Verbandsteilnehmer dürfen allerdings nicht blind dem Vorausfahrenden folgen. Die Vorfahrt darf auch nicht erzwungen werden (OLG Karlsruhe, NZV 1991, 154), sonst droht beim Unfall eine Mithaftung.

Da viele Autofahrer diese Situation noch nicht erlebt haben, ist es sicherlich sinnvoll, dieses Vorrecht bei im Verband durchgeführten Radfahrten nicht in Anspruch zu nehmen und lieber Vorsicht walten zu lassen.


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