EU muss Totem Winkel den Kampf ansagen
ADFC und ECF unterstützen Initiative im EU-Parlament

02.02.11
Kategorie: StVO, Sicherheit, Technik

Eine der Hauptursachen für Unfälle zwischen Lkw und Fußgängern bzw. Radfahrern ist der Tote Winkel, der die schwächeren Verkehrsteilnehmer für Lkw-Fahrer – vor allem beim Rechtsabbiegen – unsichtbar macht.


ADFC, Bremen | Jedes Jahr sterben auf Europas Straßen 4.000 Menschen bei Unfällen mit schweren Nutzfahrzeugen wie zum Beispiel Lkw. Viele dieser Unfälle könnten durch moderne Technik vermieden werden. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) und der Europäische Radfahrer-Verband ECF unterstützen daher eine Initiative im EU-Parlament, die deutliche Verbesserungen bei den Sicherheitseinrichtungen von schweren Nutzfahrzeugen fordert.

In der schriftlichen Erklärung 81 fordern die Unterzeichner die Europäische Kommission auf, in diesem Bereich aktiv zu werden. Der ADFC und seine Partnerorganisationen im ECF appellieren in einem Schreiben an die Abgeordneten des Europäischen Parlamentes, die Erklärung zu unterzeichnen und den Forderungen nach mehr Verkehrssicherheit damit Nachdruck zu verleihen.

Obwohl schwere Nutzfahrzeuge prozentual nur einen kleinen Teil des motorisierten Verkehrs ausmachen, sind sie überdurchschnittlich häufig in Unfälle verwickelt. „Leidtragende solcher Unfälle sind vor allem Fußgänger, Rad- und Mopedfahrer. Für sie hat der Zusammenstoß mit schweren Nutzfahrzeugen meist schwerwiegende Folgen“, sagt Ulrich Syberg, ADFC-Bundesvorsitzender.

Eine der Hauptursachen für Unfälle zwischen Lkw und Fußgängern bzw. Radfahrern ist immer noch der Tote Winkel, der die schwächeren Verkehrsteilnehmer für Lkw-Fahrer – vor allem beim Rechtsabbiegen – unsichtbar macht. Trotz europäischer Gesetzgebung zur Einführung von Toter-Winkel-Spiegeln wurde dieses Problem bislang nicht gelöst.

Dabei könnte ein Großteil der Unfälle durch moderne Technik vermieden werden: Größere Front- und Seitenfenster bei neuen Fahrzeugen, Sensoren, Kameras und insbesondere automatische Stop-Systeme bei langsamer Fahrt müssen dazu gesetzlich vorgeschrieben werden. „Der technische Fortschritt ermöglicht es, elektronische Erkennungssysteme sowohl leistungsfähig als auch bezahlbar umzusetzen“, so Ulrich Syberg.

Bettina Cibulski

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