„Der tut nix, der will bloß spielen …!“

01.09.08
Kategorie: StVO

LK Nr. 85 3/2008, Münster. Mit einer Begegnung der tierischen Art hatte sich jüngst das Oberlandesgericht (OLG) Brandenburg zu beschäftigen: Ein Schäferhund lief unkontrolliert bis auf drei Meter auf einen 78-jährigen Radfahrer zu. Der erschrak und kam zu Fall. Er verlangte vom Hundehalter Schadensersatz und Schmerzensgeld.

Zu recht, wie die Richter entschieden haben (Urteil vom 17.1.2008, 12 U 94/07): Die Tierhalterhaftung sei eine Gefährdungshaftung. Der Halter eines Haustiers hafte nur dann nicht, wenn er nachweisen könne, dass er bei der Beaufsichtigung des Tieres die im Verkehr erforderliche Sorgfalt eingehalten habe. Die Anforderungen an die Aufsichtspflicht des Tierhalters richteten sich nach dem Gefahrenpotential des Tieres sowie den bedrohten Rechtsgütern. Dabei sei insbesondere für eine Sicherung des auf angrenzenden öffentlichen Wegen stattfindenden Verkehrs zu sorgen. Selbst ein harmloser und gutmütiger Wachhund dürfe nicht ohne Beaufsichtigung gelassen werden, wenn er Dritten allein schon durch seine Größe und sein Gewicht gefährlich werden könne. Dass der Schaden hier nur mittelbar (nämlich durch den Schreck des Radfahrers) entstanden sei, schließe die Haftung nicht aus. Dies könne erst angenommen werden, wenn die Reaktion des Betroffenen als nicht mehr durch das Gebaren des Tieres verursacht angesehen werden könne, weil sie völlig ungewöhnlich sei.


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