Ab durch die Mitte!

01.12.06
Kategorie: StVO

LK Nr. 78 4/2006, Münster. Manchmal ist der Mittelweg nicht der Beste: Ein Radfahrer fuhr auf einem 2,6 Meter breiten Radweg. Vor ihm fuhren zwei Radfahrer langsam nebeneinander, aber mit gewissem Abstand zueinander. Der Radweg war dadurch leider blockiert. Der hintere Radfahrer klingelte, um einen Überholvorgang anzukündigen und versuchte zwischen den beiden Vorderleuten hindurch zufahren. Dies gelang leider nicht. Es kam zum Unfall, bei dem die Richter des LG München I über die Verschuldensfrage urteilen mussten.

Das salomonische Urteil legte eine hälftige Haftungsverteilung fest (Urteil vom 22.2.2006 - 19 O 5928/04): der Überholende müsse sich vorwerfen lassen, dass er bei dem Überholvorgang besondere Rücksicht hätte nehmen müssen. Den Überholten sei es nicht erlaubt gewesen nebeneinander zu fahren und hierdurch den Verkehr zu behindern (§ 2 Abs. 4 Satz 1 Straßenverkehrsordnung - StVO). Beiden Verstößen sei das gleiche Gewicht bei der Schadensverursachung zuzumessen.


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