Radschnellweg in Ratingen!

17.11.17
Kategorie: Mettmann, Ratingen

Bericht des Vortrages vom 14.11.2017 in der Presse mit einem guten Echo aufgenommen.

Der sehr ausführliche und informative Vortrag von Martin Tönnes, Bereichsleiter Planung im Regionalverband Ruhr (RVR) zum Thema Radschnellwege wurde von dem Ratinger Wochenblatt direkt durch den Redakteur Egon Schuster, der persönlich an der Veranstaltung des ADFC teilnahm, redaktionell aufbereitet.

 

Planungschef des Regionalverbandes Ruhr stellte RS 1 vor
ADFC Ratingen wünscht sich Radschnellweg nach Vorbild im Ruhrgebiet
Flott nach Düsseldorf radeln?
Ratingen. Den umgangssprachlichen Begriff „Fahrradautobahn“ als Synonym für Radschnellwege mag Martin Tönnes nicht. Verständlich, denn Radschnellwege sind ja eben nicht für Autos da, sondern für Fahrräder. Und der Planungschef beim Regionalverband Ruhr (RVR) rät zwar immer, den Einsatz für bessere Radwege nicht als Kampf gegen das Auto zu führen, aber ein Radschnellweg bleibt eben ein Radweg. Es gibt lediglich eine Gemeinsamkeit mit einer Autobahn: Ein Radschnellweg sollte hindernisfrei befahrbar sein und dafür gehobenen Ausbaustandards entsprechen. Der ADFC Ratingen will das Thema jetzt anpacken. 

Einen Radschnellweg gibt es in unserer Stadt noch nicht, es wäre vielleicht auch zu viel verlangt – in ganz NRW entspricht bislang nur ein fünf Kilometer langes Teilstück Radweg in Mülheim/Ruhr den anspruchsvollen Kriterien (und weitere fünf Kilometer in Essen halbwegs). In wenigen Jahren soll man aber das gesamte Ruhrgebiet von Duisburg bis Hamm auf einem gut 100 Kilometer langen Radschnellweg durchgängig befahren können (www.rs1.ruhr). Martin Tönnes ist wohl derjenige, der am besten über das Projekt RS1 Bescheid weiß, wird er doch bisweilen als „Vater“ dieses Radschnellwegs bezeichnet. Er war also der ideale Referent beim Aktiventreffen des ADFC Ratingen am Dienstag, denn die Ratinger Radellobbyisten hatten das Thema Radschnellweg auf der Tagesordnung. Tönnes kam mit dem Fahrrad zum Abendtermin am Stadionring. Er wohnt in Ratingen. 

Nach einer Stunde mit extrem verdichteten Informationen zum RVR und zur Zukunft der urbanen Mobilität im Allgemeinen sowie dem erstaunlich flotten Werdegang des RS1 im Besonderen konnten die Ratinger ADFCler nicht anders, als neidisch nach Norden zu blicken. Denn von einem Radschnellweg ist Ratingen weit entfernt. Dabei hatte man sich vor wenigen Jahren um eine Landesförderung beworben, allerdings mit einer Trasse, die die Jury zu Recht nicht überzeugte. Wer Ratinger Radler über Kaiserswerth in die Düsseldorfer Innenstadt führen will, hat die Bedeutung des Wortes „schnell“ nicht verstanden. 

Allerdings geht es ja erst los mit diesem Wegetyp, und „eine schnelle Verbindung nach Düsseldorf würde uns schon sehr voranbringen“, sagte der ADFC-Ortsvorsitzende Helmut Löffelmann. Man müsse nur eine bessere, direktere Trasse finden. Die Gleise der Westbahn bilden da eine ziemlich gerade Orientierungslinie, die sich dann von Ratingen aus bis Duisburg verlängern ließe. Und dort, im Stadtteil Neudorf, gäbe es sogar eine Verknüpfung mit dem RS1. 

Die Ratinger Grünen haben eine solche Variante bereits beantragt. Nun ist ein Radschnellweg nach Duisburg für Ratingen vielleicht nicht das dringendste Infrastrukturproblem, allerdings werden solche Projekte erst ab einer Länge von 15 Kilometern vom Land gefördert. Und von Lintorf nach Norden gibt es bereits heute eine so gut ausgebaute Trassengrundlage, dass ein solcher Radschnellweg vergleichsweise günstig umzusetzen wäre. 

Viel wichtiger für Ratingen ist aber natürlich der Weg nach Süden. Martin Tönnes riet, jetzt den Schulterschluss mit Partnern in Düsseldorf und natürlich mit den Stadtverantwortlichen zu suchen. Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel sei sehr am Ausbau des Radverkehrs interessiert und ein guter Weg nach Ratingen wegen der engen Pendlerverflechtung auch für Düsseldorf hochinteressant. Rund 13 000 Ratinger arbeiten in Düsseldorf, fast halb so viele Düsseldorfer in Ratingen. Am Ende waren die ADFC-Aktivisten überzeugt: „Wir müssen das anpacken“, sagte der 2. Vorsitzende Helmut Schippmann. es 

 

Aus dem Vortrag kann man für Ratingen nur die Konsequenz ziehen, dass es zwischen den geplanten bzw. sich in Umsetzung befindlichen Radschnellwegen Ruhrgebiet (mit einem Endpunkt in Duisburg) und Düsseldorf/Neuss eine leistungsfähige Verknüpfung geben muss. Diese Verknüpfung kann nur über Ratinger Gebiet führen. 
Mögliche Trassenführungen im Gebiet von Ratingen sollten ganz schnell diskutiert und mit den Städten Duisburg und Düsseldorf abgestimmt werden.

Wie ein solcher Prozeß ablaufen kann, ist aktuell im Ruhrgebiet zu erleben und wie auch in etwas anderer Form in Wuppertal im Zusammenhang mit der Nordbahntrasse und deren Erweiterungen.

Fördermittel gibt es vom Bund und vom Land.
Handeln ist die Devise der Stunde!

 

 


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