Über alte Bahntrassen von Opladen nach Oberbarmen

Auch Feiertage unter der Woche laden zum Radfahren ein. So veranstaltete ADFC-Tourenleiter Markus Bellebaum am Donnerstag, den 31.05.2018, an Fronleichnam, eine Radtour auf überwiegend alten Bahntrassen von Leverkusen-Opladen nach Wuppertal-Oberbarmen. Die Anreise für die 7 Teilnehmer, übrigens alles ADFC-Mitglieder, erfolgte mit der Bahn mit einem Umstieg in Hagen.

Mit leichter Verspätung traf man gegen 09.30 Uhr am Bahnhof in Opladen ein. Leider war hier der Aufzug defekt, so dass man die 6 E-Bikes und ein konventionelles Fahrrad über die Rolltreppe vom Bahnsteig auf die Bahnüberführung bringen musste. Nach einer kurzen Begrüßung ging es gemeinsam zuerst gut 1 Kilometer durch die Stadt zum Beginn der Balkantrasse. Wie auf einer Allee führte uns die Tour auf der 1991 stillgelegten, einst zweigleisigen Bahnstrecke über Pattscheid und Burscheid nach Wermelskirchen. Während Opladen auf 61m Meereshöhe liegt, ging es bis Wermelskirchen auf einer Länge von rund 18km 246 Höhenmeter sanft bergan bis auf 307 Meter über dem Meeresspiegel.

Wo ein Anstieg ist, da folgt auch wieder eine anschließende Abfahrt. Zuerst noch auf der Hauptstraße, danach aber auf ruhigen Nebenstraßen, ging es auf 6 km wieder 200 Höhenmeter hinunter, teilweise mit einem Gefälle von 10%. Kurz vor der Wupper wurde in Schloss Burg im Innenhof im Schatten vom Batterie- und Glockenturm eine gemütliche Rast eingelegt. So gestärkt konnten sich die Teilnehmer das restliche Stück fast nur rollen lassen.

Ab Unterburg führte uns die Strecke idyllisch abseits vom Autoverkehr durch den Wald bis zur Schwebefähre am Brückenpark unterhalb der Müngstener Brücke. War bisher Treten angesagt gewesen, war nun „Pumpen“ mit den Armen nötig, um die auf armdicken Drahtseilen laufende Fähre wie bei einer Eisenbahndraisine mit Muskelkraft auf die andere Flussseite zu befördern. Unter der mit 107m Deutschlands höchster Eisenbahnbrücke hindurch fuhren wir weiter zur Napoleonsbrücke an der B229.

Aber der Anstieg nach Solingen führte uns nicht entlang dieser stark befahrenen Bundesstraße, sondern 2,5km mit einer Steigung von 4% auf der ehemaligen Trasse der Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn durch den Wald wieder 115 Höhenmeter hinauf nach Solingen-Theegarten. Ein Aussichtspunkt mit Ruhebänken bot hier oben neben der Möglichkeit zur Rast und Erholung auch einen Rundblick auf die umliegenden Ortschaften auf den Bergen gegenüber.

Nach 2 weiteren Kilometern war schließlich die Korkenziehertrasse in der Innenstadt von Solingen erreicht. Große Steigungen waren auf dieser alten Bahntrasse nun nicht mehr zu erwarten. Fast eben ging es auch hier beschattet durch Bäume links und rechts des Radwegs und zudem durch den 109m langen Schlagbau-Tunnel bis nach Wuppertal-Vohwinkel. Vorbei an der Endhaltestelle der bekannten Schwebebahn hatte unsere Gruppe die bekannte wie beliebte Nordbahntrasse erreicht.

Breit ausgebaut mit überwiegend getrennten Spuren für Radfahrer und Fußgänger führte uns die Tour durch 6 weitere Tunnel zwischen 85 und 488m Länge Richtung Wuppertal-Wichlinghausen. Am alten Bahnhof von Wuppertal-Mirke wurde nochmal eine letzte Pause eingelegt, bevor es von Wichlinghausen wieder hinunter ins Tal zum Bahnhof Wuppertal-Oberbarmen ging. Die Rückfahrt erfolgte wie die Hinfahrt wieder mit dem Zug.

Obwohl es an diesem Tag in Iserlohn und auch in anderen Teilen von NRW stark geregt und gewittert hatte, schien bei uns den ganzen Tag weitgehend die Sonne. Es waren zwar nur rund 65 Kilometer, jedoch durch die etlichen Höhenmeter bedingt waren diese auch nicht ganz so einfach. Trotzdem waren alle Teilnehmer zum Abschluss des Tages zufrieden und begeistert von der gefahrenen Strecke. Eine Tour, die es in sich hatte, aber auch viele Eindrücke geboten hat.

Text: Markus Bellebaum

Bilderbogen der Tour

Auf der Balkantrasse
©Markus Bellebaum
Im Hof der Schloß Burg
©KO
An der Wupper
©Markus Bellebaum
Auf der Schwebefähre
©Markus Bellebaum
Gruppenbild vor der Müngstener Brücke
©Markus Bellebaum
Blick von der Nordbahntrasse auf Wuppertal
©KO
Abkühlung verschaffte man sich an diesem heißen Tag in den vielen Tunnel der Nordbahntrasse
©Markus Bellebaum
Auf der Nordbahntrasse
©Markus Bellebaum

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