Auf Bahntrassen rund um Bochum und Essen

Der ADFC bietet nicht nur interessante Radtouren an, er bemüht sich auch um entsprechend gutes Wetter. So geschehen auch am Pfingst-Sonntag, den 20.05.2018. ADFC-Tourenleiter Markus Bellebaum hatte eine Runde „Auf Bahntrassen rund um Bochum und Essen“ angeboten. Wahlweiser Start war um 9 Uhr am Bahnhof in Letmathe. Um 09.30 Uhr ging es zu dritt ohne Umsteigen mit dem Zug Richtung Bochum Hauptbahnhof. In Wetter stieg noch eine weitere Teilnehmerin aus Herdecke zu. Am Zielort gab es im Gegensatz zum Letmather Bahnhof Aufzüge zu den Bahnsteigen, was den Transport sehr vereinfachte. In Bochum erwartet uns eine weitere Zugfahrerin aus Recklinghausen. Zusammen ging es nun rund 1 Kilometer zum eigentlichen Startpunkt am Ende des Springorum-Radwegs. Hier stießen 7 weitere Radfahrer hinzu, welche mit dem Auto angereist waren. Der weiteste kam aus Selm hierher. 6 ADFC-Mitglieder und 6 Gäste gingen nun nach der Begrüßung an den Start.

Der Tourenleiter führte die Gruppe zuerst in die Bochumer Innenstadt. Hier hängt über der Kreuzung Bongardstraße / Kortumstraße eine Heuer-Ampel, welche vom Ende der 30er bis Anfang der 70er Jahre durch die Firma Heuer-Hammer in Iserlohn-Grüne hergestellt wurde und anfänglich den Verkehr an Kreuzungen steuerte. Markus Bellebaum gab dazu eine kurze Erklärung zur Geschichte. Danach ging es ein kurzes Stück weiter bis zum Rathaus Bochum. Hier hängt vor dem Gebäude eine große Stahlglocke, welche an die Gussstahl-Gießerei Bochumer Verein erinnert. Auch die Glocken des Letmather Kiliandoms wurden 1948 hier hergestellt.

Nach einem Kilometer wurde schließlich die Erzbahntrasse erreicht. Auf teilweise hohen Dämmen und beeindruckenden Brücken wie der der Erzbahnschwinge oder der Pfeilerbrücke ging es abseits dichter Bebauung mitten durch die grüne Natur bis an den Rhein-Herne-Kanal. Nach einem kurzen Stopp auf der Grimberger Sichel, einer eindrucksvoll geschwungenen Brückenkonstruktion, aufgehängt an einem Pylonen und Stahlseilen, führte die Tour nun immer am Ufer des Kanals entlang bis zum Nordsternpark. Das dort gerade stattfindende RockHard Festival war schon von weitem zu hören. Nach einer kurzen Pause ging es weiter bis zur 86 Meter hohen Schurenbachhalde. Es war zwar ein kurzer, steiler Anstieg, aber die Aussicht auf die grüne Stadt Essen, das Gasometer Oberhausen oder die letzte noch aktive Ruhrgebietszeche Prosper-Haniel hat alle entschädigt, zudem ging es ja anschließend auch wieder hinab.

Auf einer weiteren Bahntrasse ging mit kleineren baustellenbedingten Umleitungen nun zur Zeche Zollverein. Hier an der alten Kokerei gab es durch den Tourenleiter ein nächstes mal technische Erläuterungen, hier zur Historie dieses Industriedenkmals. Über ruhige Fahrradstraßen und durch kleine Parks führte uns der weitere Weg ins nördliche Zentrum von Essen. Hier, an der Universität Duisburg-Essen beginnt der noch nicht komplett ausgebaute Radschnellweg RS1. Am Niederfeldsee in Essen-Altendorf war dann eine größere Rast angesagt. Wer mochte, konnte sich in einem Café dort ein leckeres Eis oder frischen Kaffee und Kuchen gönnen oder am Terrassenufer seine eigene Verpflegung genießen.

So gestärkt ging es auf dem RS1 bis nach Mülheim-Heißen. Dort wechselte man auf die frühere Bahnstrecke nach Essen-Steele an der Ruhr. Zuerst noch flach, jedoch hinter der Unterfahrung der A40 ging es dann 40 Höhenmeter hinauf zur Gruga-Halle. Jedem Anstieg folgt bekanntlich auch eine Abfahrt. 50 Höhenmeter ging es nun wieder hinunter zum Ruhrtal-Radweg. In Steele wurde auf die andere Flussseite gewechselt. Die Ruhr weiter aufwärts ging es nun durch die ruhigen Uferwiesen bis nach Bochum-Dahlhausen, wo es zurück auf die andere Seite ging. Hinter dem Bahnhof Dahlhausen wurde der nächste Radweg erfahren. Dieses mal ging es nun 60 Höhenmeter überwiegend durch den Wald bergauf bis nach Bochum-Weitmar. Hier war der topografische Höhepunkt erreicht. Im weiteren Verlauf ging es nun wieder leicht bergab bis zum Startpunkt an der Akademiestraße.

Rund 70 Kilometer hatte die Gruppe nun mehr auf dem Tacho, aber dafür auch schöne Erlebnisse. Während die meisten wieder mit dem Auto nach Hause fuhren, nutze die andere Gruppe wieder die Züge von Abellio zur Heimfahrt.

Viel Sonne und keine Panne, diese Tour hat allen Spaß gemacht.

Text und Bild: Markus Bellebaum

Hier ein paar Fotos zur Tour

©Markus Bellebaum
©Markus Bellebaum
©Markus Bellebaum
©Markus Bellebaum
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