ADFC unterstützt die Stadt Iserlohn bei ihrer Selbstverpflichtung, fahrradfreundlich zu werden

Die Förderung des Radverkehrs ist extrem wichtig. Sie ist keine Spielerei oder reine Freizeitbeschäftigung, sondern kommt allen nicht motorisierten Verkehrsteilnehmern entgegen, welche die Mehrheit der Bevölkerung bilden. Die Förderung des Radverkehrs ist eine wichtige Vorbereitung auf den Klimawandel, auf die Zeit nach dem Erdöl und auf den demographischen Wandel. Der ADFC befördert und unterstützt die Stadt Iserlohn deshalb nachdrücklich dabei, direkt vor Ort etwas Konkretes zu tun.  

Entwicklung der Fahrradfreundlichkeit in Iserlohn:

Iserlohn ist seit 24.09.1996 Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte und Gemeinden in NRW, kurz AGFS genannt. (http://www.fahrradfreundlich.nrw.de/)  

 

Was ist die AGFS?

In der AGFS haben sich die Landkreise und Gemeinden unseres Bundeslandes zusammengeschlossen, die sich extra verpflichtet haben, den Radverkehr auf ihrem Gebiet besonders fördern zu wollen, es handelt sich also in erster Linie um einen Verband der Selbstverpflichtung zur Förderung des Radverkehres.

Dies erklärt auch die Teilnahme Iserlohns, denn jedem, der unsere Stadt kennt, werden viele Vorzüge unserer Stadt einfallen, aber das Iserlohn ein Paradies für Radfahrer sei, gehört leider noch nicht dazu.  

 

 

Wozu haben sich diese Städte und Gemeinden selbst verpflichtet?

 

Hier einige Punkte aus dem Leitbild der AGFS:

- Steigerung des Radverkehrsanteiles auf 25% (!!!!)

- attraktive, sichere und barrierefreie Wege für alle nichtmotorisierten                  Verkehsteilnehmer

 

- mehr Sicherheit für die nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer – insbesondere unsere Kinder

- Die AGFS sieht das Fahrrad als integralen Bestandteil des Gesamtverkehrssystems, gleichberechtigt neben den anderen Verkehrsträgern.

- Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft verstehen sich nicht nur als „fahrradfreundlich“, sondern darüber hinaus als Modellstädte für eine zukunftsfähige, ökologisch sinnvolle und stadtverträgliche Mobilität und unterstützen alle Maßnahmen, die die Städte als Lebensraum stärken – fahrradfreundlich und mehr.  

 

 

Wo steht Iserlohn in diesem Prozeß?  (Mitgliedschaft mit Ach und Krach erhalten!)  

Iserlohn hat die Verlängerung der Mitgliedschaft in der AGFS aus eigenem Willen und Initiative beantragt, es darf also erwartetet werden, das die Stadt hinter den Zielen der AGFS steht und sie auf ihrem Stadtgebiet auch umsetzen will. Die Stadt muss von sich aus Anstrengungen unternehmen, um den Verpflichtungen der AGFS nachzukommen, und dies muss auch im Detail vor Ort erkennbar werden.  

Maßstab für die Planungen in Iserlohn zum Thema Radverkehr ist also nicht das, was sowieso gemacht werden muss, sondern Iserlohn hat sich da mit der Selbstverpflichtung in der AGFS ehrgeizigere Ziele gesetzt. (siehe oben) Das an vielen einzelnen Stellen in Iserlohn löbliche Entwicklungen zu beobachten sind, reicht alleine nicht aus, es muss ein Ganzes daraus werden.

28 Kreise und Gemeinden hatten die Verlängerung der Mitgliedschaft in der AGFS beantragt.

26 Gemeinden davon konnten nach Auswertung der eingereichten Unterlagen, in denen die Fortschritte der Städte und Gemeinden dokumentiert werden mussten, die Fahrradfreundlichkeit weiter nachweisen. Zwei davon wurden von der AGFS vor Ort kontrolliert, weil die Fortschritte nicht für sich selbst sprachen, nämlich Minden und Iserlohn....

Während der Bereisung, die am 05.11.2007 stattfand, wurden viele Mängel festgestellt (siehe Mängeldatenbank Radverkehr). Dennoch wurde der Stadt die Mitgliedschaft wieder zuerkannt, um ihr die Chance zu geben, wieder zu den anderen fahrradfreundlichen Gemeinden aufzuholen.

Dies wird vom ADFC ausdrücklich unterstützt! Viele Einzelpunkte im Radverkehr sind noch offen und im politischen Prozess hängen geblieben, insbesondere im Verkehrsausschuss.  In 7 Jahren muss sich die Stadt erneut um die Mitgliedschaft in der AGFS bemühen, und es steht zu befürchten, das bei gleichbleibendem Engagement Iserlohn es in 7 Jahren nicht noch einmal schafft.

Selbstverständlich unterstützt der ADFC die Mitgliedschaft der Stadt, im Bemühen, die Ziele der AGFS zu erreichen. Wir zeigen also Mängel vor Ort und im Gesamtkonzept nicht auf, um die Stadt zu ärgern oder ihre Bemühungen anzuzweifeln oder löbliche Planungen zu kritisieren, die noch nicht umgesetzt werden können, weil es noch keine politischen Beschlüsse dafür gibt.

Wir zeigen Mängel vor Ort und im Gesamtkonzept auf, um Iserlohn bei der Erreichung der selbstgesteckten Ziele zu unterstützen! Wir erhoffen uns, dass diese Unterstützung wieder mehr abgefragt wird.

 

Iserlohn ist nicht in der AGFS, weil es schon sehr fahrradfreundlich ist, sondern weil es das noch werden kann.

Iserlohn hat jetzt endlich nach außen hin dokumentiert, dass die Stadt es ernst meint und als ersten Schritt die Ortsschilder „Fahrradfreundliche Stadt“ aufgehängt, welche seit vielen Jahren ungenutzt im Rathauskeller lagen!                

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