20.09.2019 - Mit dem Fahrrad an mehreren Brennpunkten des Internationalen Klimastreiktags

26.09.19
Kategorie: Aktuelles, Menden/Sauerland

Fotos: privat








Es wurde der größte weltweite Klimastreik-Tag der Geschichte. Er war gut gewählt, in Berlin verkündete die Regierung das deutsche Klimaschutzpaket („Klimapäckchen“), New York rüstete zum UN-Klimagipfel. Die „Fridays for Future“-Bewegung hatte zum globalen Klimastreik aufgerufen, diesmal sollten sich alle Menschen auf dem Planeten beteiligen, denn alle sind betroffen, jetzt und in der Zukunft.

Eine kleine Gruppe Radlerinnen und Radler folgte der Einladung des ADFC zur Fahrt nach Iserlohn und zur Teilnahme an der Demo in Iserlohn’s Innenstadt. Über 1000 Menschen jeglichen Alter‘s zogen unüberhörbar und unübersehbar an wartenden Autoschlangen vorbei zur Abschlusskundgebung auf dem Schillerplatz. Hier war allen klar, dass die drohende Klimakatastrophe alle angeht, alle sind gefordert, einen eigenen Beitrag zu leisten. Die Verkehrswende ist ein wichtiger Bestandteil des Klimaschutzes, unser Mitwirken an der Demo war selbsterklärend.

Nicht genug, der zweite Teil des Streiktags spielte für Irmgard und mich in Dortmund. Auf dem Friedensplatz versammelten sich außer zahlreichen Schülern und Studenten auch viele Eltern, "Parents for Future", Mitglieder der Kirchengemeinden, Arbeitnehmer, Gewerkschaften und verschiedene andere Institutionen, bis zu 10 000 wurden geschätzt. Ein Sprecher von VERDI erwähnte unter anderem die Notwendigkeit eines kostenlosen und besseren ÖPNV, was ich nur unterstützen kann. Am späten Nachmittag radelten wir zum Robert-Koch-Platz, um eine Aktion des ADFC Dortmund zum internationalen Parking Day zu unterstützen. Der Parking Day war eingebunden in ein sympathisches Kiezfest auf diesem Autoparkplatz, dessen Anwohner sich seit langem für eine Stadtplanung mit Lebensqualität einsetzen.

Ein weiterer Höhepunkt dieses besonderen Tages war die Teilnahme an der monatlichen Critical Mass, die am Abend wiederum auf dem Friedensplatz gestartet wurde. Viele Hundert Radfahrerinnen und Radfahrer sammelten sich zu einer bunten und entspannten Radtour auf nicht gesperrten Straßen in Dortmund. Menschen unter 40 Jahren bildeten die zahlenmäßig größte Gruppe. Das Besondere an der Critical Mass ist für Erstteilnehmer besonders beeindruckend: keine Polizei, keine Absperrung und trotzdem kein größerer Konflikt mit wartenden Autofahrern, freie Fahrt im Verband auch über große Kreuzungen, auch bei Rot für viele Nachfolgende. Radfahren auf einer autofreien Fahrbahn kann nicht schöner sein. Man kann nebeneinander fahren, fremde Mitradlerinnen und Mitradler kennen lernen („wow, ihr seid aus dem Sauerland“), Erfahrungen austauschen, Anregungen für ein Nachmachen holen. Ein perfekter Tag mit dem Fahrrad ging zu Ende, der leider durch eine ärgerliche nächtliche Zugfahrt nach Hause ein wenig getrübt wurde. Aber das ist ein anderes Kapitel, über das ich vielleicht getrennt berichten muss.

Günther Reichle


© 2019 ADFC Kreisverband Märkischer Kreis e. V. ADFC Menden/Sauerland