Detmold: Tempo 30 in der Elisabethstraße - Radfahren nur noch auf der Fahrbahn erlaubt

05.08.19
Kategorie: Lippe, Verkehrsplanung, Sicherheit

Pressetermin in der Elisabethstrasse zur neuen Verkehrssituation.     Bild: LZ



Radpiktogramm auf der Fahrbahn



Die ehemaligen Radwegfurten sind jetzt nur noch Gehwegfuhrten



Sperrfläche Ecke Hermannstrasse


In der Lippischen Landeszeitung ist immer wieder von verunfallten Radlern zu lesen, die mit Kraftfahrzeugen kollidieren, die entweder abbiegen oder aus Grundstücken oder Querstraßen heraus gefahren kommen. Das liegt häufig daran, dass der Radfahrende vom Autofahrer nicht gesehen wird, weil er im sogenannten Seitenraum (auf einem Radweg oder -zugelassen oder nicht- auf einem Gehweg fährt.

Es ist in der Fachwelt schon lange bekannt und unumstritten, dass es für den Radfahrenden sicherer ist, wenn er auf der Fahrbahn im Sichtfeld vom Autofahrer fährt. Insbesondere dann, wenn die zugelassene Geschwindigkeit im Bereich von 30 km/h liegt. Beide Verkehrsarten "schwimmen" dann gewissermaßen in einem Strom.

Im Gegensatz zu dieser objektiven Sicherheit gibt es die subjektive, d. h. die vom Radfahrenden gefühlte. Oftmals schätzt der Radler seine Sicherheit im Seitenraum höher ein, da ihm ja noch nie etwas passiert ist. Die StVO hingegen trägt seit einiger Zeit der Wirklichkeit Rechnung, indem dort verankert wurde, dass der Radverkehr im Normalfall eine Verkehrsart wie jede andere ist und grundsätzlich auf die Fahrbahn gehört. Nur wenn bestimmte Kriterien vorliegen wie sehr hohe Geschwindigkeiten auf der Fahrbahn, hohe Lkw-Anteile etc. ist eine Führung auf Radwegen im Seitenraum vorzusehen.

Der ADFC Lippe hatte bereits am 22.5.2018 ein Schreiben an Bürgermeister Heller gerichtet, das die Führung des Radverkehrs auf der Fahrbahn, begleitet mit der Einführung von Tempo 30 und der Wegnahme aller Rad-Markierungen im Seitenraum zum Inhalt hatte.
Das Schreiben an Bürgermeister Heller können Sie hier nachlesen.

Seit Mai 2019 sind unsere Forderungen nunmehr umgesetzt. Zu Beginn zeigte sich bei einem gemeinsamen Pressetermin noch Ergänzungsbedarf. Inzwischen sind die Änderungen laut Aussage des Radverkehrsbeauftragten der Stadt Detmold erledigt und es bleibt die weitere Gewöhnung der Nutzer zu beobachten und ggfs. nachzusteuern.

Vor allem stellen wir auch hier fest, dass seitens der Verwaltung zu wenig Presse- und Informationsarbeit geleistet wird.


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