Gute Gründe für Tempo 30

Das Thema "Tempo 30" führt regelmäßig zu heißen Diskussionen zwischen Radfahrern und Autofahrern. Objektiv betrachtet, gibt es viele gute Gründe für Tempo 30 statt 50 innerorts.

Sicherheit

Tempo 30 ist ein Sicherheitsgewinn. (Foto: Thomas Siepmann / pixelio.de)

Das Hauptargument für eine reduzierte Geschwindigkeit ist unbestritten die deutlich höhere Verkehrssicherheit. Dabei geht es neben der Vermeidung von Unfällen und Verringerung der Unfallfolgen auch um die Abwendung von Gefahren und Konflikten. Letzteres resultiert in ein gesteigertes Sicherheitsgefühl gerade von Fußgängern und Radfahrern.

Der Anhalteweg aus Tempo 50 beträgt 27,7 m, derjenige aus Tempo 30 mit 13,3 m nur knapp die Hälfte. Der Anhalteweg setzt sich aus dem Reaktionsweg und dem Bremsweg zusammen. Neben dem deutlich kürzeren Anhalteweg werden eventuelle Verletzungsfolgen ebenso drastisch reduziert, wie eine Langzeitstudie über 20 Jahre aus London zeigt. Außerdem verzeiht die geringere Geschwindigkeit eigene Fehler und Fehler anderer deutlich besser.

Fahrweise

Tempo 30 hat praktisch kaum Auswirkungen auf die Fahrzeit. (Foto: Maren Beßler / pixelio.de)

Als Gegenargument zu Tempo 30 wird häufig aufgeführt, dass es bei Autofahrten einen deutlichen Zeitverlust bedeutet. Aus statistischen Erhebungen ist bekannt, dass mehr als 40 % aller Fahrten unter 5 km liegen. Fairerweise muss man dabei die Gesamtzeit von Tür zu Tür rechnen. Bei Autofahrten muss insbesondere auch die Parkplatzsuche einbezogen werden. Außerdem sind Ampelstopps und andere verkehrsbedingte Halts zu berücksichtigen. Die effektive Geschwindigkeit liegt deshalb bei ca. 25 km/h, selbst wenn 50 km/h als Höchstgeschwindigkeit auf Teilstrecken gefahren werden kann. 

Bei Tempo 30 kommt es zu einer gleichmäßigeren Fahrweise. Beispielsweise wird man kaum mit 50 km/h an eine Rechts-vor-Links-Kreuzung heranfahren, sondern wird dies eher mit ca. 20 km/h tun. Bei Tempo 30 muss weder so viel gebremst noch so viel beschleunigt werden. Die Auswirkungen hinsichtlich des Spritverbrauchs sowie des Lärms werden unten beschrieben.

Tempo 30 ist deshalb vor allem ein mentales Problem, das sich praktisch kaum merkbar auf die Reisezeiten auswirkt, wie verschiedene Untersuchungen in Graz und Karlsruhe gezeigt haben.

Umwelt

Die Umwelt- und Lärmbelastung wird durch Tempo 30 reduziert (Foto: Gabi Eder / pixelio.de)

Aufgrund der verringerten notwendigen Motorleistung reduziert sich der Stickoxidausstoß von Autos. Außerdem spart Tempo 30 auch Kraftstoff, wodurch weniger Kohlenwasserstoffe und Kohlendioxid in die Luft gepustet werden. Ursache hierfür ist mehr eine gleichmäßigere Fahrweise als die reduzierte Geschwindigkeit selbst.

Signifikant reduziert sich der Lärm. Bei Tempo 30 reduziert sich der Lärmpegel auf die Hälfte. Noch entscheidender ist sogar, dass der Lärm als weniger störend empfunden wird, weil er durch Wegfall der Brems- und Beschleunigsvorgänge gleichmäßiger ist. 

Viele weitere Informationen hat der Fachausschuss Verkehr des ADFC zusammengetragen.

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