Mit 4 Phasen zur Fahrrad-Verkehrswende - oder der weite Weg zum großen Glück!

01.09.18
Kategorie: Verkehr, Mobilität, Verkehrsplanung, Verkehrspolitik

Der 4-Phasen-Plan des FahrRad! Aktionskreis Krefeld

Ein weiterer schlechter Fahrradklimatest für Krefeld und ein breites Forum beim Krefelder Radschlag brachten 2017 den Impuls für eine Fahrrad-Verkehrswende in Krefeld: Im April 2018 kam es zur ersten Vorlage des 4-Phasen-Plans im FahrRad!AktionsKReis.

Nach vielen Gesprächen mit Fachleuten der Krefelder Verwaltung, u.a. bei einer Fahrradtour mit dem Oberbürgermeister durch die Innenstadt, aber auch mit Claudia Schmidt vom MIR Architecten Amsterdam, Jürgen Monderkamp, dem ehemaligen Krefelder Stadtplaner, dem Handelsverband und Parteien wurden immer wieder Anregungen und berechtigte Kritik im 4-Phasen-Plan verarbeitet. Neben der aktiven Mitarbeit von Claudia Schmidt und Jürgen Monderkamp gab es auch wertvolle kritische Anmerkungen und engagierte Anregungen der GesprächspartnerInnen aus der CDU-Fraktion und in Folge eines Gesprächs mit der SPD eine Presseerklärung zur Verbesserung der Verbindung von Stadtteilen und dem Zentrum (Phase 2).

Während in Köln von der Stadtverwaltung und einem Planungsbüro großformatige Bürgerforen für eine Meinungsbildung zur offensiven Fahrradwende in Köln initiiert wurden, setzen wir in Krefeld auf eine dauerhafte Einbindung interessierter BürgerInnen über den FahrRad!AktionsKReis und eine stärkere Mitarbeit der Verwaltung bei öffentlichen Foren wie dem jährlichen Krefelder Radschlag, der sich in diesem Jahr mit Motivationsstrategien nach Mönchengladbacher Vorbild und Netzschlüssen durch Radachsen und Fahrradstraßen beschäftigt.

Vier parallel verlaufende Phasen sollen Krefeld zu einer Verkehrswende führen:

Phase 1 zielt auf dringend nötige Verbesserungen von zentralen Radachsen und Fahrradstraßen, angefangen bei der Sanierung, der Markierung und der nötigen Öffnung von Radverbindungen wie der Rheinstraße, der Friedrichstraße, der Königsstraße und der Lindenstraße. Weitere Öffnungen z.B. der Buchenstraße sollten folgen.
Einen umfangreichen Katalog mit Maßnahmenvorschlägen hat Verkehrsplaner Jürgen Monderkamp aufgestellt und als "Impulse zum 4-Phasen-Modell" veröffentlicht.

Phase 2 bietet Orientierungen und neue Qualitäten für den Radverkehr: Bestehende Radachsen sollen wieder sichtbar gemacht und da wo nötig auch saniert werden und attraktive, schon genutzte Verbindungen wie die Achse über Richard-Strauss und Richard-Wagner Str., die Achse Wittensgasse/ Germaniastr., die Zoo-Achse von Bockum bis zur Dreikönigenstr., die Südachsen über den Necklenbroicker Weg an der K-Bahn und dem Mühlenfeld und die Achse Melanchthonstr. –Martinstraße- Alte Gladbacher Str. zum Forstwald (Ersatzroute für die zukünftige Promenade).

Phase 3 spielt Zukunftsmusik: Wie können FreizeitradlerInnen auf grünen Wegen wie dem Hermann-Kresse-Weg oder einer Park-Achse parallel zur A57 schon die Fahrt zum Ziel genießen und zur GrünGürtel-RadRunde mit fast allen Krefelder Highlights gelangen? Wird beim Ausbau der Anrather Straße mit einem Radweg ab Ende 2018 auch an die Anbindung zum Willicher Alleeradweg und der E-Connection-Line gedacht. Wird bei der Anbindung Krefelds an eine Route nach Venlo an einen Lückenschluss mit der Krefelder Promenade gedacht und wie sieht eine attraktive Verbindung vom Ende der Krefelder Promenade in Uerdingen nach Duisburg aus?

Phase 4 unterstützt Maßnahmen aus den Phasen 2 und 3: Gerade für AlltagsradlerInnen muss der Radverkehr schneller und direkter laufen: d.h. pauschal: die erste Spur auf großen Straßen wie St. Antonstr., Kölner Str…. gehört den Radelnden.


© 2018 ADFC Kreisverband Krefeld/Kreis Viersen e. V.