Demonstration gegen Multimedia-Werbetafeln an der Untergath

09.12.17
Kategorie: Verkehr, Presse, Aktuelles

Kundgebung am 9.12.17 auf der Hauptstraße / Ecke Untergath.



Eine bereits aufgestellte Werbetafel ca. 500 m weiter am Dießemer Bruch führt nach der Beobachtung von Passanten bereits zu Verkehrsstockungen, weil manche Autofahrende auf die Displays schauen anstatt die Ampelsignale zu beachten. Nicht auszudenken, was passiert wenn statt des Grün-Signals ein Rot-Signal "übersehen" wird.


Thilo Forkel, CDU-Mitglied in der Bezirksvertretung Oppum hatte zum Protest gegen die Aufstellung von quadratmetergroßen Multimediadisplays auf einer Verkehrsinsel an der Untergath aufgerufen. Trotz des naßkalten Wetters kamen viele Gleichgesinnte zu der Kundgebung.

Hauptargument gegen die Aufstellung dieser Werbetafel ist die mögliche Ablenkung der Autofahrenden auf der bisher schon unfallträchtigen Kreuzung. Außerdem steht die dunkelgraue Säule (bisher noch ohne das 12 qm große Display) zur Hälfte AUF den Radwegen und beeinträchtigen die Sicht auf andere Verkehrsteilnehmer.
Blaulicht TV
war dabei und hat einen kurzen Videobericht veröffentlicht.
Die Westdeutsche Zeitung berichtet hier.

Die Vorgeschichte:
Als im August Bauarbeiten auf mehreren kleinen Verkehrsinseln an der Undergath begannen und jeweils eine graue Säule aufgestellt wurde, war zunächst unklar, was dort gebaut wurde. In einer ersten Zeitungsmeldung war dann von Multimediadisplays mit jeweis 12 qm Fläche die Rede.

Eine Anfrage des ADFC beim Radverkehrsbeauftragten noch während der Bauphase ergab, dass sich Oberbürgermeister Frank Meyer persönlich der Sache angenommen und den Deal mit der Werbeagentur eingefädelt hatte. Eine E-Mail unseres Verbands an den Oberbürgermeister mit einem Einwand gegen diese Baumaßnahme und der Bitte, die Baugenehmigung einsehen zu dürfen, bliebt bisher unbeantwortet. Statt dessen ging der Bau der Anzeigen weiter und nun stehen zwei auf Verkehrsinseln an der Untergath, eine am Weeserweg und weitere sind angeblich noch geplant. Die urbane Digitalisierung hatten wir uns irgendwie anders vorgestellt.

Erst im November stellte sich heraus, dass Bedenken der Krefelder Polizei bereits im März vom Stadtkämmerer mit dem Hinweis auf gute Erfahrungen in Köln ausgeräumt wurden. Dass die dortige Lokalpresse seit gut zwei Jahren immer wieder über Bürgerproteste wegen Verkehrsgefährdung durch die Werbeanlagen berichtet, wurde geflissentlich ignoriert.
Auch die Vertreter der Ratsfraktionen hatten dem Stadtkämmerer (ein ausgewiesener "Verkehrsexperte") und dem Oberbürgermeister offenbar mehr Glauben geschenkt als der Ordnungsbehörde. Pikant ist zudem, dass die Fachabteilungen der Verwaltung nur informiert, an nicht an der Entscheidung beteiligt wurden.

ADFC und FahrRad! Aktionskreis Krefeld vertreten die Auffassung, dass die Aufstellung derartiger Werbeanlagen an Verkehrsknotenpunkten eine unnötige Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit bedeutet und deshalb unbedingt zu unterlassen ist.  Außerdem sind wir gegen die Aushebelung der Bürberbeteiligung bei solchen Entscheidungsprozessen.

In Köln musste die Stadtverwaltung übrigens schon 2016 nach heftigen Bürgerprotesten und erneuter Prüfung von über 100 Werbeanlagen zugeben, dass ein erheblicher Teil verkehrsgefährdend ist und versetzt oder abgebaut werden muss.
Mehr dazu im ADFC-Blog.

 

 


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