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Fahrradständer am Bahnhof Forsthaus von Geisterhand montiert

23.03.14
Kategorie: Krefeld/Kreis Viersen

Im November 2013 wurden diese Fahrradständer vor dem Bahnhofs Forsthaus installiert. Foto: Hartmut Genz, Nov. 2013



Inzwischen werden sie intensiv genutzt. Neben wenigen Anlehnbügeln gibt es aber nur einfache Vorderradständer, die im Volksmund auch "Felgenkiller" genannt werden und an die man den Fahrradrahmen nicht anschließen kann. Foto: Karl-Heinz Renner, März 2014


ADFC kritisiert einfache Machart der aufgestellten Fahrradständer Marke "Felgenkiller"

Seit dem Umbau des Bahnhof Krefeld-Forsthaus 2010 gab es am neuen Zugang Bellenweg jahrelang keine Fahrradabstellanlage. Die alte überdachte Anlage in der Nähe der ehemaligen Unterführung war in einem schlechten Zustand und aufgrund der Verlegung des Bahnsteigzugangs kaum noch erreichbar. Deshalb wurden viele Räder an den neuen Zugängen abgestellt oder an die Geländergitter angekettet.
Laut Auskunft des Tiefbauamts wurde 2011 zwar der Neubau einer überdachten Abstellanlage beschlossen, sei aber aufgrund von Abstimmungsproblemen mit der DB bisher nicht realisierbar gewesen.

Bürger, ADFC und Bezirksvertreter waren gleichermaßen überrascht, als im Herbst 2013 sozusagen über Nacht auf der brach liegenden Fläche Fahrradständer aufgestellt wurden. Während die Bezirksvertreter dies mehrheitlich als Erfolg werteten, kritisiert der ADFC die einfache Machart der Fahrradständer, die umgangssprachlich auch als "Felgenkiller" bezeichnet werden. Im privaten Vorgarten mögen solche Bügel vielleicht für Kinderfahrräder zu gebrauchen sein. Im öffentlichen Raum und vor allem an Bahnhöfen gelten seit Jahren höhere Standards, um Beschädigungen zu vermeiden und Diebstahl wirksam zu verhindern. Nicht umsonst gibt es eine vom ADFC herausgegebene und in Fachkreisen anerkannte Technische Richtlinie "Empfehlenswerte Fahrrad-Abstellanlagen".

Aber wer hat die Anlage errichtet? Die Stadtverwaltung teilte mit, dass man dort nichts gebaut habe, sondern immer noch auf einen Bescheid der Deutschen Bahn warte. Die Nachfrage bei der DB ergab, dass sie der Stadtverwaltung schon vor längerer Zeit einen unterschriftsreifen Gestattungsvertrag für die Nutzung der Fläche vorgelegt habe, aber selbst dort auch nichts gebaut habe. Auf einem Pressefoto vom November 2013 sind Arbeiter mit Warnwesten neben einem Absetzcontainer zu erkennen. Hat vielleicht ein privater Bauherr oder eine Bürgerinitiative in Eigenregie ein Tiefbauunternehmen beauftragt? Oder war es doch "Heinzelmänner" vom städtischen Eigenbetrieb, die dort Hand angelegt haben?
Jedenfalls hat jahrelanges Zögern der eigentlich zuständigen Stellen hier zu einem zwar gut gemeinten, aber schlecht umgesetzten Engagement geführt, das die Situation für fahrradfahrende Pendler kaum verbessert hat. Von einer zeitgemäßen Abstellanlage wie am Bahnhof Willich-Anrath oder in Kempen kann am Bahnhof Forsthaus jedenfalls noch keine Rede sein. Aber vielleicht gelingt es ja im weiteren Ausbau, die kritisierten Ständer durch bessere Exemplare zu ersetzen und sogar zu überdachen.


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