Sternfahrt-Demo für ein NRW- Fahrradgesetz – wir waren dabei!

21 Teilnehmer stellte der ADFC Kreis Gütersloh am vergangenen Sonntag bei der Sternfahrt des Aktionsbündnisses „Aufbruch Fahrrad“ nach Düsseldorf für ein fahrradfreundliches NRW. Dem Bündnis gehören Organisationen und Verbände wie ADFC, BUND, Nabu, Deutsche Umwelthilfe, VCD sowie zahlreiche lokale Organisationen, Vereine und Initiativen an.

Unsere Gruppe, die von Daniel Neuhaus und Fritz Spratte umsichtig und professionell geführt wurde, reiste zunächst mit dem Bus nach Wuppertal, um von dort aus über die Nordbahntrasse - eine zum Radschnellweg umgebaute ehemalige Eisenbahnlinie - und später über Radwege aller Art, unter anderem auch durch das landschaftlich sehr schön gelegene Neandertal, nach 40 Kilometern Düsseldorf zu erreichen.

In Wuppertal-Wichlinghausen haben wir die Befahrung der Nordbahntrasse gestartet
Perfekte Oberfläche, angenehme Breite. Auf der Nordbahntrasse kann man super radfahren!
Die Nordbahntrasse führt über Brücken und Tunnels steigungsfrei durch Wuppertal
Pause unterwegs im Schatten

Kundgebung am Landtag

Dort trafen wir auf viele tausend andere Fahrradfreunde aus Umwelt- und Verkehrsinitiativen aus insgesamt 60 anderen Städten, die aus allen Himmelsrichtungen auf dem Rad nach Düsseldorf gekommen waren. Gemeinsam ging es durch die Stadt weiter bis zum Landtagsgelände, wo die Organisatoren des Aktionsbündnisses Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) unter großem Beifall der Demonstranten über 206.000 Unterschriften für eine Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“ überreichten. Darin fordert das Bündnis eine deutliche Steigerung des Radverkehrs in NRW auf 25 Prozent bis zum Jahr 2025.

Mit dem Anliegen wird sich nun der Landtag befassen. Ursula Heinen-Esser zeigte sich auf der Bühne vor dem Landtagsgebäude beeindruckt von dem Engagement der Fahrradfreunde aus dem ganzen Land und dem Ergebnis der Unterschriftenaktion für ein Fahrradgesetz für NRW, in dem Maßnahmen zur Förderung der Fahrradmobilität verankert werden sollen – zum Beispiel mehr Verkehrssicherheit auf Straßen und Radwegen, der Ausbau von Radschnellwegen und eine kostenlose Mitnahme von Fahrrädern im Nahverkehr. Sie zeigte sich optimistisch, dass noch in diesem Jahr die Landesregierung eine entsprechende Gesetzesvorlage erarbeiten wird, die dann im Landtag in die parlamentarische Beratung geht. Noch am Sonntag kündigte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) per Twitter an, er wolle sich intensiv mit den Forderungen auseinandersetzen. „Die hohe Zahl von Unterschriften zeigt deutlich, welche Bedeutung der Radverkehr für die Menschen hat“, schrieb er.

Mehr als 200.000 Unterschriften wurden von der Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“ gesammelt...
... und mit einen Konvoi aus Lastenrädern nach Düsseldorf gebracht.

Die Abschlussrunde über Kö, den Rheinufertunnel und zwei Rheinbrücken

Bei strahlender, dursttreibender Sonne fuhren die vielen tausend Demonstranten in einer 18 Kilometer langen Abschlussrunde ein weiteres Mal durch Düsseldorf. Dabei wurden sie von der Polizei auch über die beiden großen Rheinbrücken geführt. Immer wieder gab es Beifall von den Passanten – und hier und da natürlich auch unbelehrbare schimpfende Autofahrer. Wer diesen Tag in Düsseldorf erlebt hat, weiß jedoch: Dem Fahrrad gehört mehr als je zuvor die Zukunft. Ein Weiter so in den Innenstädten kann und wird es nicht mehr geben. So kam denn unsere ADFC-Gruppe moralisch gestärkt und in bester Laune am Abend mit dem Bus zurück nach Gütersloh. Fazit: Ein Aktionstag, der neue Kraft und Mut gibt für unser Anliegen. Düsseldorf hat gezeigt, dass wir auf einem erfolgreichen Weg sind!

Text: Heiner Wichelmann, Fotos: Fritz Spratte, Daniel Neuhaus

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