Radschnellweg OWL 2.0 ist ein Projekt zur REGIONALE 2022

06.12.18
Kategorie: Gütersloh, Verkehrsplanung
Ehrenamtler und Verwaltung für den Radschnellweg OWL 2.0

Ehrenamtler und Verwaltung für den Radschnellweg OWL 2.0: Dr. Peter Böhm (Stadt Herford), Thorsten Böhm (ADFC Bielefeld), Daniel Neuhaus (ADFC Gütersloh), Nina Herrling (Stadt Gütersloh), Christopher Schmiegel (Kreis Gütersloh), Dr. Axel Horstmann (ADFC NRW), Burkhard Schlüter (Stadt Rheda-Wiedenbrück), Gregor Moss (Stadt Bielefeld), Linda Noack (Stadt Herford), Christiane Wende (Stadt Bielefeld), Barbara Choryan (Stadt Bielefeld)




Ostwestfalen-Lippe. An diesem Mittwoch hat der ADFC Gütersloh in Zusammenarbeit mit seinen Nachbarverbänden aus Bielefeld und Herford, den Städten Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Bielefeld und Herford sowie dem Kreis Gütersloh das Projekt Radschnellweg OWL 2.0 vorgestellt.

Ziel des Projekts ist die Konzeptionierung, Planung und Errichtung einer Radschnellwegverbindung von Herford über Bielefeld und Gütersloh bis nach Rheda-Wiedenbrück. Hiermit möchten die Beteiligten eine neue, qualitativ hochwertige Radverkehrsverbindung für den Alltagsverkehr zwischen den vier beteiligten Städten schaffen. Der Radschnellweg OWL 2.0 soll an den derzeit in Planung befindlichen Radschnellweg RS 3 zwischen Minden und Herford anschließen und wird mit diesem zusammen das Rückgrat für das Radverkehrsnetz in OWL bilden.

Dr. Axel Horstmann, stellvertretender Vorsitzender des ADFC Nordrhein-Westfalen und ehemaliger Landesverkehrsminister, verdeutlicht die steigende Bedeutung von Radschnellwegverbindungen, die ein Ausweg aus dem alltäglichen Verkehrskollaps aufzeigen: „Eine zeitgemäße Mobilität kommt ohne eine gute Infrastruktur für das Fahrrad nicht mehr aus. Gerade wenn man im Alltagsverkehr berufstätige Pendler vom Auto auf das Fahrrad umsatteln möchte, braucht man eine direkte, schnelle und sichere Verbindung zwischen den großen Wirtschaftszentren“.

Radschnellwege werden in der Regel bevorrechtigt geführt und Autoverbindungen z.B. durch Brücken oder Tunnel gequert. „Der Radverkehr ist sehr umwegesensibel“, ergänzt Daniel Neuhaus, Vorstandsmitglied des Gütersloher Kreisverbands des ADFC. „Die Niederländer machen uns vor, wie selbst zwischen Mittelzentren Radschnellwegverbindungen etabliert werden die von immer mehr Pendlern angenommen werden.“ Wer zwischen Gütersloh und Bielefeld per Rad pendelt, ist derzeit im Wesentlichen auf die B61 angewiesen, die laut Neuhaus nicht über eine zeitgemäße Radverkehrsinfrastruktur verfügt.

Durch das Aufkommen von Pedelecs werden auch weitere Distanzen im Alltagsverkehr bewältigbar, so Neuhaus. “Das Fahrrad ist ein Ausweg aus dem Dauerstau und dem Dieselskandal“.

Sicherlich werden die wenigsten Radfahrer die komplette Strecke von Herford nach Rheda-Wiedenbrück durchfahren aber auch für zahlreiche Teilstrecken weist eine Analyse der Stadt Bielefeld ein Potenzial von mehreren Tausend Pendlern je Tag auf. Dazu kommen noch die Nutzer, die die innerörtlichen Abschnitte nutzen aber die jeweiligen Stadtgrenzen nicht überschreiten.

Die beteiligten Projektpartner haben das Projekt für das Regionalentwicklungsprogramm REGIONALE 2022 angemeldet. Einer der Schwerpunkte dabei ist der Bereich Mobilität. Dr. Peter Böhm, Beigeordneter aus Herford, verweist darauf, dass in Herford der RS3 und der neue Radschnellweg OWL zusammengeführt werden: „Naturgemäß liegt uns die Verbindung nach Bielefeld besonders am Herzen und wir freuen uns, dass wir das Projekt nun gemeinsam in der REGIONALE weiter voranbringen“.

Nachdem das Projekt am vergangenen Montag die erste Hürde bei der REGIONALE genommen hat und kürzlich in den Qualifizierungsprozess mit dem Projektstatus C aufgenommen wurde, geht es nun um die weitere Umsetzung des Projekts.

Gregor Moss, Beigeordneter der Stadt Bielefeld, weist darauf hin, dass das Instrument der REGIONALE eine gute Chance bietet, innovative Projekte auf den Weg zu bringen. Zwar gibt es bisher auch schon interkommunale Zusammenarbeit, aber die REGIONALE hat eine Strahlkraft für die ganze Region, beteiligt auch Ehrenamtler wie den ADFC und hat über die Qualifizierungsstufen, die jedes Projekt durchlaufen muss, einen hohen Qualitätsanspruch. Gleichzeitig wirbt er für das Einbinden der Bürger: „Ein Radschnellweg bedeutet einen Eingriff in die Infrastruktur einer Stadt und es gibt viele Betroffene, die muss ich alle mitnehmen!“

Die Stadt Bielefeld, die auf kommunaler Ebene die Verantwortung für das Projekt übernommen hat, hat ab Januar 2019 eine eigene Projektstelle für den Radschnellweg geschaffen. Der nächste Schritt ist eine Machbarkeitsstudie, bei der es darum geht, geeignete Korridore für die Streckenführung zu identifizieren. Bezüglich der Finanzierung gibt es Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene, die parallel geprüft werden. Auch die Bürger, Parteien und Verbände werden aktiv eingebunden.

Diese Schritte sollen nun schnell angegangen werden, denn die Projektbeteiligten wissen, dass noch viele Hürden vor ihnen stehen. Nina Herrling, Beigeordnete aus Gütersloh schaut in die Zukunft: „Nach der Trassenplanung wissen wir, woher der Radschnellweg führen wird. Dann kommt die Herausforderung des Kaufs der Flächen.“ Zum Ende der REGIONALE im Jahr 2022 wird der Radschnellweg noch nicht gebaut sein, aber das Projekt soll bis dahin unumkehrbar sein, da sind sich alle Beteiligten einig.

Daniel Neuhaus

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