Brückensperrung: ADFC Gütersloh fordert Bereitstellung einer Alternative

15.11.18
Kategorie: Gütersloh
Querung unmöglich - Fußgänger und Radfahrer kommen weder über die Brücke noch direkt über die B61

Querung unmöglich - Fußgänger und Radfahrer kommen weder über die Brücke noch direkt über die B61


Gütersloh. Enttäuscht reagiert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) aus Gütersloh auf die Planungen zur Wiederherstellung der Rad- und Fußwegverbindung über die B61 im Bereich der Dalke. Im Planungsausschuss hat die Stadt Gütersloh am Dienstag verkündet, dass ein Ersatzneubau der Brücke frühestens Mitte 2021 fertiggestellt werden könne.

„Die Verbindung über die B61 ist enorm wichtig für die Nahmobilität insbesondere zwischen dem Stadtkern und Pavenstädt und weiter Richtung Herzebrock“, so Daniel Neuhaus, Vorstandsmitglied des gemeinnützigen Vereins aus Gütersloh. „Es ist nicht akzeptabel, dass diese wichtige Verbindung für Fußgänger und Radfahrer über einen Zeitraum von drei Jahren nicht genutzt werden kann.“

Auch temporäre Lösungen wie eine provisorische Ampelanlage oder eine Behelfsbrücke hat die Verwaltung der Stadt im Planungsausschuss ausgeschlossen.

„Uns ist es wichtig, dass hier alle Optionen für provisorische Lösungen geprüft werden, auch solche, die den Kraftfahrzeug-Verkehr auf der B61 beeinflussen“, so Neuhaus weiter. Es könne nicht sein, dass unter einem vom Kraftfahrzeugverkehr verursachten Schaden ausschließlich Fußgänger und Radfahrer leiden müssen. So kommt für Neuhaus auch eine temporäre mobile Ampelanlage in Frage, die nicht aufwendig in das Konzept der grünen Welle integriert ist. „Es geht hier um die Schaffung eines Provisoriums während der Planungs- und Bauzeit der Brücke und daher ist eine fest installierte Ampelanlage wie im Planungsausschuss vorgestellt unseres Erachtens nicht notwendig.“

Fußgängern und Radfahrern wird aktuell ein etwa 800 Meter und minutenlanger Umweg zugemutet, da ist es auch dem Kfz-Verkehr zumutbar, wenn dieser ggfs. ein bis zwei Minuten zusätzlich vor einer roten Ampel wartet oder zusätzliche Geschwindigkeitsbeschränkungen hat.

Wenn auch diese Lösung nicht in Betracht kommt oder zu lange Vorlaufzeiten hat, ist selbst ein Zebrastreifen, verbunden mit massiver Reduzierung des Geschwindigkeitsniveaus auf dem betroffenen Teilstück der B61, z.B. auf 20 km/h, im Kombination mit Geschwindigkeitsüberwachung vorstellbar für den ADFC Gütersloh.

„Sicherlich kann die Stadt Gütersloh einen Eingriff in den Verkehr auf der B61 nicht allein entscheiden aber auch im Hinblick auf die aktuell anstehende Bewerbung für eine Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte braucht es eine Lösung, die die wichtige Verbindung für Fußgänger und Radfahrer in wenigen Monaten und nicht erst im Jahr 2021 wiederherstellt“.

Daniel Neuhaus

Über den ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit über 175.000 Mitgliedern, der die Interessen von Radfahrern und Fußgängern unterstützt. Zu den Tätigkeitsschwerpunkten zählt Verkehrspolitik, die Durchführung von Radtouren und Verbraucherschutz.

Im Kreis Gütersloh ist der Verein mit einem eigenständigen Kreisverband vertreten. Die ehrenamtlichen Aktiven im Kreisverband Gütersloh bieten jedes Jahr ein Programm mit zahlreichen geführten Radtouren an, die auch für Nicht-Mitglieder offen stehen. Über Info-Stände und Pressemitteilungen werden die Bürger im Kreis Gütersloh zudem über Neuigkeiten rund ums Fahrrad informiert. Mit den Städten und Gemeinden ist der ADFC Gütersloh in intensivem Kontakt und stellt mit der Mängel-Datenbank eine Infrastruktur bereit, um für eine schnelle Beseitigung von Mängeln an Radverkehrsanlagen zu sorgen.

Der Fahrrad-Club ist im Internet sowohl unter www.adfc-guetersloh.de als auch in Facebook unter den Stichwörtern „ADFC Gütersloh“ zu finden.

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