ADFC-Aktive treffen sich erstmals virtuell

28.03.20
Kategorie: Gütersloh
Was sagen Lungenmediziner zum Thema Radfahren und Corona? Dem ADFC Gütersloh war es wichtig, Einschätzungen von Medizinern vorzustellen.

Was sagen Lungenmediziner zum Thema Radfahren und Corona? Dem ADFC Gütersloh war es wichtig, Einschätzungen von Medizinern vorzustellen.


Vereinsleben auch in Zeiten von der Corona-Kontaktsperre aufrechthalten

Die Vereine im Kreis Gütersloh leben davon, gemeinsame Aktivitäten durchzuführen. Dies ist jedoch spätestens seit der bundesweit verordneten Kontaktsperre auf herkömmliche Weise kaum mehr möglich. Wie erreicht man dennoch Mitglieder und Aktive? Der Kreisverband Gütersloh des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) hat es am Freitag ausprobiert und erstmals ein Aktiventreffen virtuell durchgeführt.

Daniel Neuhaus, Vorsitzender des Vereins: „Auch für uns ist es sehr bedauerlich, dass wir bereits zahlreiche Veranstaltungen wie unseren GPS-Kurs oder alle geführten Radtouren in der Gruppe bis zum 20. April absagen oder verschieben mussten. Wir haben in die Vorbereitung viel Zeit und Herzblut gesteckt.“ Dennoch habe sich der Verein gefragt, wie man auch in dieser Zeit die Aktivitäten des Vereins so gut wie möglich weiterführen könne, um mit den Mitgliedern weiter in Kontakt bleiben.

„Da ist uns unser monatliches Aktiventreffen eingefallen“, so Neuhaus. „Wir nutzen auf Vorstandsebene schon mehrere Jahre Telefonkonferenzen um uns abzustimmen, warum soll das in erweitertem Kreis mit anderen Mitgliedern nicht funktionieren?“. Eine reine Telefonkonferenz reicht dem Verein jedoch nicht. „Wir würden gerne auch visuelle Inhalte anbieten, soviel war uns klar“. Mehrere Anbieter von Konferenzlösungen wie Webex, Microsoft Teams oder Adobe Connect bieten ihre professionellen Lösungen aktuell zu günstigen Konditionen oder gar kostenlos an.

Nach mehreren Testläufen mit unterschiedlichen Konferenzlösungen hat sich der Verein für die Webkonferenz Adobe Connect in Kombination mit der Telefonkonferenzlösung FreeTelco eines Mindener Unternehmens entschieden. „Uns war es wichtig, ein niedrigschwelliges Angebot zu machen. Bei dieser Lösung kann sich jeder ohne Installation einer Software über einen Webbrowser die präsentierten Inhalte ansehen und über das normale Telefon beteiligen. Man braucht kein Mikrofon oder Headset am Rechner“, so Neuhaus.

Der Verein hat über seine Homepage auf das Angebot aufmerksam gemacht und zudem die Mitglieder zwei Tage vorher per E-Mail kontaktiert um auf das Treffen hinzuweisen.

Inhaltlich war beim virtuellen Aktiventreffen natürlich auch das Thema Corona präsent. „Wir haben die Beschränkungen der Bundesregierung erläutert und was das für uns als Radfahrer bedeutet, aber uns war es auch wichtig, was renommierte Lungenfachärzte zum Radfahren sagen“.

Demnach ist das Radfahren, wie auch andere Bewegung und Sport an der frischen Luft explizit von der Bundesregierung erlaubt. Lungenärzte befürworten das Radfahren ebenso, da das Ansteckungsrisiko auf dem Fahrrad sehr gering sei und die Bewegung die Abwehrkräfte steigert. „Das Radfahren, alleine durchgeführt oder mit den Personen aus dem eigenen Haushalt ist also auf jeden Fall eine sinnvolle Aktivität, um dem Lagerkoller vorzubeugen“, so fasst Neuhaus die Einschätzung der Experten zusammen, die auch vom ADFC Bundesverband vollumfänglich geteilt wird.

„Neben diesem aktuellen Thema war es uns aber auch wichtig, weiter zu machen mit den verkehrspolitischen Themen. Wir haben daher einen Vortrag zu Mobilitätskonzepten präsentiert, der auf dem Kongress der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte gezeigt wurde“. Hier hat es eine erfreulich rege Diskussion der Teilnehmer gegeben, die Denkanstöße für die weitere Vereinsarbeit vor Ort liefert.

Sollte die Kontaktsperre weiter anhalten, wird das nicht das letzte „virtuelle Aktiventreffen“ des ADFC Gütersloh bleiben, so waren sich alle Teilnehmer nach dem anderthalbstündigen Treff einig. „Viele Bürgerinnen und Bürger haben jetzt mehr freie Zeit als gewöhnlich. Wir möchten hiermit auch anderen Vereinen den Impuls geben, darüber nachzudenken, ob solche Veranstaltungen auch für den eigenen Verein sinnvoll sind. Es gibt doch immer Themen, über die man sich austauschen kann“.

Daniel Neuhaus

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Über den ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit über 190.000 Mitgliedern, der die Interessen von Radfahrern und Fußgängern unterstützt. Zu den Tätigkeitsschwerpunkten zählt Verkehrspolitik, die Durchführung von Radtouren und Verbraucherschutz.

Im Kreis Gütersloh ist der Verein mit einem eigenständigen Kreisverband vertreten. Die ehrenamtlichen Aktiven im Kreisverband Gütersloh bieten jedes Jahr ein Programm mit zahlreichen geführten Radtouren an, die auch für Nicht-Mitglieder offen stehen. Über Info-Stände und Pressemitteilungen werden die Bürger im Kreis Gütersloh zudem über Neuigkeiten rund ums Fahrrad informiert. Mit den Städten und Gemeinden ist der ADFC Gütersloh in intensivem Kontakt und stellt mit der Mängel-Datenbank eine Infrastruktur bereit, um für eine schnelle Beseitigung von Mängeln an Radverkehrsanlagen zu sorgen.

Der Fahrrad-Club ist im Internet sowohl unter www.adfc-guetersloh.de als auch in Facebook unter den Stichwörtern „ADFC Gütersloh“ zu finden.

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