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Essener Trassen-Frühstück für den Weiterbau des Radschnellwegs Ruhr

08.11.18
Kategorie: Aktuelles, Verkehr, Kreisverbände

ADFC Essen/AK "BürgerRadweg"


Gegen den Planungs-Stillstand: Mehr als 100 Fahrradaktivisten haben mit einer symbolischen Aktion für den zügigen Weiterbau des einst als Vorzeigeprojekt gestarteten Radschnellwegs Ruhr demonstriert.

Mehr als 100 Fahrradaktivisten demonstrierten am 3. November 2018 im Essener Nordviertel mit einer von dem Arbeitskreis „BürgerRadweg“ und einigen Radverbänden – darunter auch dem ADFC – organisierten symbolischen Aktion für den Weiterbau des einst als Vorzeigeprojekt gestarteten Radschnellwegs Ruhr, dem RS 1. Auf der extra hierfür gesperrten Altenessener Straße wurde unterhalb der Brücke der stillgelegten Rheinischen Bahn ein „Trassen-Frühstück“ ausgerichtet. An der Brücke selbst waren symbolisch etliche Fahrräder aufgehängt, an denen wiederum Schilder mit Hinweisen auf den momentan in Essen bestehenden Stillstand beim Weiterbau des RS 1 befestigt waren.

Fahrradaktivisten kritisieren ins Stocken geratene Umsetzung des RS 1
Bei der Präsentation der Planung vor vier Jahren war eine Fertigstellung von 100 Kilometern bis zum Jahr 2020 versprochen worden. Heute existieren gerade einmal 5 Kilometer, und zwar zwischen der Mülheimer City und der Essener Stadtgrenze. Bei den weiteren 5 Kilometern bis zum Universitätsviertel handelt es sich um den Radweg Rheinische Bahn – eine Vorläuferstrecke, die jedoch in keinster Weise den Ausbaustandards eines Radschnellwegs entspricht. Wichtigstes Kriterium hierfür ist bekanntlich die Trennung von Rad- und Fußverkehr, was angesichts des dort angestrebten hohen Verkehrsaufkommens allein schon aus Sicherheitsgründen unverzichtbar ist.

Keine Verbesserung durch die Bestrebungen um Essen als „Grüne Hauptstadt 2017“
Obgleich Essen sich bereits im Rahmen der „Grüne Hauptstadt 2017“ stolz mit dem RS 1 präsentiert hat, stockt der Weiterbau ausgerechnet im Kernbereich nahe der Innenstadt. Der Grund: Weil sich maßgebliche Teile von Politik und Verwaltung dort im Eltingviertel nicht zum Weiterbau auf dem vorhandenen Bahndamm entschließen können. Dabei wäre dies die kostengünstigste, schnellste und umweltfreundlichste Lösung. Sie würde auch den Baumbestand an der Trasse schützen und die wichtige Funktion des Grüngürtels als Frischluftschneise für die City erhalten. Zudem findet sich für die von der Stadt propagierte Vision einer Wohnbebauung auf dem Areal des Bahndamms augenscheinlich kein Investor. (Die WAZ berichtete am 17.11.2017: Das Eisenbahnrecht bremst den Lückenschluss des Radschnellwegs im Essener Eltingviertel aus. Nun soll die Radtrasse über Dächer führen.)

Auch das NRW-Verkehrsministerium wünscht eine schnellere Lösung
Das Land NRW als Bauherr des Radschnellwegs wiederum hat der Stadt im Falle eines Festhaltens an besagten Planungen mitgeteilt, dass sie dann auch selber für die Finanzierung dieses Teilstücks des RS 1 sorgen müsse. Den vom Arbeitskreis „BürgerRadweg“ vorgeschlagenen Bau eines provisorischen Radwegs auf dem Bahndamm lehnt die Stadt kategorisch ab. Sie selbst spricht neuerdings von einem Baubeginn des RS 1 in diesem Abschnitt in frühestens fünf bis sechs Jahren. Das ist selbst NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst zu lang, der bei einem Besuch in Essen in der Woche zuvor die Idee eines provisorischen Radwegs aufgriff und für absolut notwendig deklarierte, damit es beim Weiterbau des RS1 endlich zeitnah weiterginge.

Kommt Bewegung in den Planungs-Stillstand?
Genau hierfür sind letztlich auch die vielen Radaktivisten mit dem „Trassen-Frühstück“ auf der Altenessener Straße eingetreten, damit besagter Planungs-Stillstand endlich durchbrochen werde. Bei Kaffee, Kuchen und anderen Leckereinen lauschten die Teilnehmer den vor Ort vorgetragenen Appellen. Sie alle hoffen inständig, dass Politik und Verwaltung in Essen nicht weiter das vielfach propagierte Vorzeigeprojekt städtischer Verkehrspolitik blockieren und möglichst schnell grünes Licht für einen Weiterbau des RS 1 im Eltingviertel auf dem Bahndamm geben.

Autor: Jörg Brinkmann (ADFC Essen)


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