Die ADFC-Wahlprüfsteine für die beiden Kandidaten für die Stadt Versmold

Die beiden Kandidaten für das Bürgermeisteramt der Stadt Versmold haben wir im Juli aufgerufen, Wahlprüfsteine des ADFC auszufüllen. Untenstehend finden Sie ihre Antworten und die dazugehörige Benotung der einzelnen Antwort durch das ADFC-Bewertungsteam. Wir bedanken uns bei Knud Schmidt und Michael Meyer-Hermann für die Teilnahme!

VisionZero - keine Verkehrstoten oder Schwerverletzten

Sicherheit für Alle. Der ADFC Kreisverband Gütersloh fordert eine Verkehrspolitik, die das Ziel hat, die Anzahl der Verkehrstoten oder Schwerverletzten auf null zu reduzieren. Ein wichtiges Element dafür ist die Reduzierung der Geschwindigkeit. Tempo 30 innerorts entscheidet oft zwischen Leben und Tod und wirkt sofort.

Wie wollen Sie Radfahrende und zu Fuß Gehende, besonders Kinder, Schüler*innen und Senior*innen im Verkehr wirksam schützen? Werden Sie sich für eine innerörtliche Regelgeschwindigkeit von 30 km/h einsetzen?

Knud Schmidt - Note: 1,3

Leider liegt die Einführung der innerörtlichen Regelgeschwindigkeit auf 30 km/h nicht in der Entscheidungshoheit der einzelnen Kommunen. Gleichwohl muss im Zusammenspiel mit der Straßenverkehrsbehörde des Kreises Gütersloh geschaut werden, dass im Einzelfall und wo immer es jetzt schon möglich ist, die 30 km/h angeordnet wird. Dies ist für Radfahrer*innen die sicherere Geschwindigkeit.
Erklärtes Ziel: Vision Zero – keine Verkehrstoten mehr unter Radfahrern.Dazu zählt in der Kommune z.B.die Überwachung und Ahndung des Parkens auf Schutzstreifen, Verkehrsunterricht in Schulen, Aufklärung in Medien, Vorträge und Workshops in Senioren- und Jugendtreff usw.

Michael Meyer-Hermann  - Note: 2,3

Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern, Eltern und allen Radfahrenden arbeitet die Stadt Versmold daran, die Sicherheit für alle Beteiligten zu verbessern. Hierzu sind bereits von mir initiiert Befragungen an einigen Schulen durchgeführt worden, um Gefahrenstellen auf dem Schulweg zu identifizieren. Einige Maßnahmen hiervon sind auch bereits umgesetzt worden. Zudem wird ein ""Arbeitskreis Radverkehr"" ins Leben gerufen, der gemeinsam mit den Radfahrenden, der Polizei und der Stadt Gefahrenpunkte und Hindernisse im gesamten Stadtgebiet in den Blick nehmen und Maßnahmen erarbeiten soll. Leider konnte der Auftakt hierzu aufgrund der Corona-Pandemie bisher nicht stattfinden.
Mein Ansatz ist, gemeinsam mit den Verkehrsteilnehmern Probleme konkret zu erkennen und zu beheben. Insgesamt bekommt die Stadt Versmold im Vergleich zu anderen Kommunen im Kreis Gütersloh bereits bessere Noten für die Bedingungen für den Radverkehr (ADFC-Radklima 2018). Hier möchte ich nun an Schwachstellen arbeiten.
Eine flächendeckende innerörtliche Regelgeschwindigkeit befürworte ich hingegen nicht. Ein differenziertes Straßensystem mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten hat sich in einer ländlichen Stadt wie Versmold, wo viele Menschen auf das Auto angewiesen sind, bewährt.

Gleichberechtigung

Wir brauchen #MehrPlatzfürsRad. Die jahrzehntelang betriebene Priorisierung des Autoverkehrs muss umgekehrt werden. Der ADFC KV Gütersloh möchte den Radverkehrsanteil im Kreis bis 2025 in jeder Kommune auf 25% steigern und 2030 auf 35%.

a) Werden Sie den Straßenraum gerechter verteilen, auch indem an Hauptstraßen Spuren für den Radverkehr umgewidmet werden?

Knud Schmidt - Note: 3

In den Fällen, in denen Tempo 30 nicht angeordnet werden kann, sind Schutzstreifen ein Hilfsmittel zum Schutz der Radfahrer. Auf diese Weise wird dem Autoverkehr zwar keine ganze Spur genommen, ist in so kleinen Kommunen auch schwierig, denn dann wäre automatisch jede Straße eine Einbahnstraße für den Pkw. Doch die Schutzstreifen dürfen nicht beparkt werden und damit steht dem PKW weniger Raum zur Verfügung.

Michael Meyer-Hermann  - Note: 2,3

Dort wo Straßenraum neu konzipiert wird (bei Sanierung oder Neubau), wird auf mehr Raum für Radfahrende und Fußgänger geachtet und dieser geschaffen. So zum Beispiel bei der aktuellen Sanierung der Versmolder Innenstadt oder vor einigen Jahren in der Straße Hohlweg. Aktuell wird der Schulweg im Ortsteil Bockhorst sicherer gestaltet, in dem ein abgesetzter Geh-/Radweg mit Bepflanzung zur Straße hin angelegt wird. Solche Maßnahmen möchte ich auch in Zukunft fortsetzen.
Da es in Versmold keine mehrspurigen Hauptstraßen gibt, ist eine Umwidmung von PKW- in Radspuren nicht möglich.

 

b) Werden Ampelschaltungen so angepasst, dass Radfahrende - wie heute Autofahrende - die Kreuzungen in einem Zug überqueren können?

Knud Schmidt - Note: 3

Die in Versmold vorhandenen Kreuzungen sind vom Radfahrer in einen Zug zu queren.

Michael Meyer-Hermann  - Note: 3

In Versmold sind die Ampelphasen bereits so getaktet, dass ein vollständiges Überqueren der Kreuzungen für Radfahrende und Fußgänger bequem möglich ist. Zudem sind in den letzten Jahren zwei neue Ampelstandorte geschaffen worden, um die Überquerung von Hauptverkehrsstraßen per Rad und zu Fuß sicherer zu machen.

 

c) Werden Sie sogenannte „Bettelampeln“ an Kreuzungen abschaffen und Grünphasen für Radfahrer verlängern?

Knud Schmidt - Note: 3

Durch Straßen NRW werden gerade umfangreiche Arbeiten auf der Hauptverkehrsstraße und den dazugehörigen Ampelanlagen vorgenommen. Die Pläne werden auf die vorgesehenen Grünphasen für Radfahrer überprüft. Bettelampeln sind zu vermeiden.

Michael Meyer-Hermann  - Note: 4

Eine bedarfsgerechte Ampelanforderung für Fußgänger und Radfahrende hat sich aus meiner Sicht an vielen Stellen bewährt und trägt zu einem guten Verkehrsfluss bei. An den klassifizierten Straßen werden die Fußgängersignale automatisch mit den Ampelphasen geschaltet. Wie unter b) angeführt, sind die Grünphasen aus meiner Sicht ausreichend lang dimensioniert.

 

d) Werden Sie Autoparkplätze für Fahrradabstellanlagen umwidmen?

Knud Schmidt - Note: 1,7

Das kann ich mir in Teilbereichen sehr gut vorstellen, zum Beispiel am ZOB.

Michael Meyer-Hermann  - Note: 2


Dort, wo der Bedarf besteht, ist dies möglich. So wie bei den weiteren geplanten Abschnitten der Innenstadtsanierung. Hier werden an zentraler Stelle Parkplätze aufgegeben, um dort Radstellplätze und eine Lademöglichkeit für e-Bikes zu schaffen.

Sehr gute Fahrradinfrastruktur

An Hauptstraßen brauchen wir breite, asphaltierte Radwege – z.B. ausgeführt als “protected Bike Lane”, d.h. auf der Fahrbahn, aber baulich getrennt vom Autoverkehr - und klar strukturierte Kreuzungen, die sicher und zügig von zu Fuß gehenden und radfahrenden Menschen überquert werden können. Fahrradstraßen weisen Radvorrangrouten aus, in denen Autos nur zu Gast sind.

a) Wie wollen Sie den Komfort für Radfahrende erhöhen? Was werden Sie tun, um die Qualität (Schlaglöcher, schlechte Bordsteinabsenkungen, Auf und Ab an Einmündungen und Grundstückseinfahrten) der Radwege zu verbessern?

Knud Schmidt - Note: 1,7

Mit meiner Wahl werde ich ein Fahrradkonzept für Versmold erstellen, zu dem neben der Betrachtung des Sanierungsbedarfs eine zukunftsweisende Vision der Gestaltung des Radverkehrs in Versmold gehört. Stichworte sind hier Fahrradstraßen, komfortable Radwege, die außerorts den zwei Richtungsverkehr problemlos zu lassen.

Michael Meyer-Hermann  - Note: 2,3


Im Zuge des Arbeitskreises Radverkehr wird auch verstärkt ein Augenmerk hierauf gelegt. In den letzten Jahren sind bereits Sanierungen städtischer Radwege vorgenommen worden bzw. haben wir uns für die Sanierung beim entsprechenden Straßenbaulaststräger (Kreis, Straßen.NRW) eingesetzt. Zudem sind bereits einige Gefahrenstellen auf den Schulwegen beseitigt und der Komfort für Radfahrende ist z.B. durch die Entfernung von Umlaufsperren verbessert worden.
 

b) Wie wollen Sie das Fahrradparken in Ihrer Stadt/Ihrer Gemeinde verbessern? Werden Sie sich für die Einrichtung/den Ausbau von Mobilitätsstationen mit Radparkhäusern an den Bahnhöfen und Fahrradboxen an allen wichtigen ÖPNV-Knotenpunkten einsetzen?

Knud Schmidt - Note: 1,7

Spontan klingt ein Fahrrad-Parkhaus für Versmold abwegig, doch zum Gelingen der Verkehrswende müssen wir über das jetzt hinaus denken. Dazu gehören sichere Abstellflächen, Fahrradboxen und warum nicht, über ein Parkhaus am ZOB.

Michael Meyer-Hermann  - Note: 2


Ich werde mich in der kommenden Wahlperiode dafür einsetzen, dass sowohl in unserer Kernstadt am ZOB wie auch in allen Ortsteilen Mobilstationen entstehen. Neben Möglichkeiten zum Fahrradparken und dem Anschluss an den ÖPNV sollen hier auch Angebote wie Carsharing bzw. e-Bike-Sharing gebündelt werden.

Rücksicht

Auf Radwegen und in zweiter Reihe stehende Autos sind kein Kavaliersdelikt, sondern gefährden uns Radfahrende akut. Sie zwingen uns in den fließenden Verkehr. Baustellen werden oftmals eingerichtet und blockieren Rad- und Fußwege.

a) Wie wollen Sie wirksame Kontrollen erreichen? Werden Sie konsequent rund um die Uhr abschleppen lassen?

Knud Schmidt - Note: 3

Die Kontrolle des ruhenden Verkehrs gehört mit zu den wichtigsten Aufgaben in Ordnungsbereich.

Michael Meyer-Hermann  - Note: 2,7

Im Zuge der Arbeit des Ordnungsamtes finden bereits Kontrollen statt und Verstöße werden geahndet. In Abwägung der Verhältnismäßigkeit und der Gefährdung ist auch Abschleppen eine Handlungsoption.
 

b) Baufirmen setzen die Vorgaben zur Baustelleneinrichtung nicht um. Wie wollen Sie das Baustellenmanagement für den Radverkehr verbessern?

Knud Schmidt - Note: 1,7

Es sind nicht unbedingt die Baufirmen, die Vorgaben nicht umsetzen. Wichtig ist, dass die Vorgaben, den Radverkehr von Anfang an berücksichtigen. Häufig werden nur die Belange des PKW betrachtet. Bei der Baustelle in der Versmolder Innenstadt hat es auch gedauert, bis für Radfahrer als Verkehrsteilnehmer eine sinnvolle Durchfahrt Regelung getroffen wurde.

Michael Meyer-Hermann  - Note: 3

Für Versmold kann ich dies nicht bestätigen. Wir achten bei der Baustelleneinrichtung darauf, dass maximaler Raum - unter den jeweiligen Gegebenheiten der Baustelle - für Fußgänger und Radfahrende eingerichtet wird. Somit sehe ich keinen weiteren Verbesserungsbedarf. Zudem wurde die Einführung eines elektronischen Aufbruchsmanagements von mir initiiert und steht kurz bevor. Es handelt sich um eine webbasierte Darstellung, die alle aktuellen Baustellen und Aufbrüche auf städtischen Straßen aufzeigt. Hierdurch können sich z.B. auch Radfahrende informieren und ggf. Hinweise an die Stadt oder die ausführende Baufirma geben. So werden Kontrollen einfacher und die Baustellen transparenter.

Beschleunigung des Radnetzausbaus

Beim aktuellen Umsetzungstempo des geplanten Kreisalltagsradnetzes sowie örtlicher Mobilitäts- Masterplänen/-Konzepten werden die dort formulierten Ziele absehbar nicht erreicht. Allein das geplante Alltagsradwegenetz des Kreis Gütersloh umfasst Maßnahmen an ca. 450 km Länge.

a) Woran scheitert der zügige Ausbau der Radinfrastruktur vor Ort aus Ihrer Sicht und was wollen Sie zur Beschleunigung tun?

Knud Schmidt - Note: 2

Radverkehr hat bislang keine Lobby. Mit meiner Wahl würde ich im Rathaus eine Mobilitätsbeauftragt*in einsetzen.

Michael Meyer-Hermann  - Note: 3

Häufig sind schwierige Grundstücksverhandlungen und lange Vorlaufzeiten bis zur Verfügbarkeit z.B. aufgrund von bestehenden Pachtverhältnissen Ursachen für die langen Umsetzungszeiten bei Radwegeprojekten.
Seitens der Stadt kann hierbei unterstützt werden. Jedoch befinden sich die für Versmold eingeplanten Streckenabschnitte an klassifizierten Straßen, sodass der Kreis bzw. Straßen.NRW hier Maßnahmenträger ist. 

 

b) Wie viele Kilometer davon wollen Sie in Ihrer Stadt/Gemeinde pro Jahr in hochwertiger Qualität umsetzen?

Knud Schmidt - Note: 2,7

Mit der Mobilitätsbeauftragt*in schaue ich zuerst, welche Bereiche Versmold vom Alltagsradwegenetz des Kreises Gütersloh berücksichtigt sind und in welcher Priorisierung und leite daraus Maßnahmen ab.

Michael Meyer-Hermann  - Note: 3

Eine konkrete km-Angabe kann ich hierzu derzeit nicht machen. Sobald entsprechende Planungen für Radwegabschnitte durchgeführt wurden, setze ich mich dafür ein, diese auch zeitnah umzusetzen.

Radschnellwege – Radrouten von Ost nach West und Süd nach Nord

Radschnellwege sind ein wirksames Mittel, um Kfz-Pendlerströme signifikant zu verringern. Dabei sind sie kostengünstiger und schneller zu realisieren als der ÖPNV-Ausbau oder P&R-Systeme und haben eine hohe Förderquote.

Werden Sie sich für den zügigen Bau von Radschnellwegen oder anderen Radschnellverbindungen einsetzen? Welche Routen haben aus Ihrer Sicht das höchste Potential und wann werden diese auf den Weg gebracht?

Knud Schmidt - Note: 2,7

Versmold liegt nicht direkt in einer geplanten Radschnellweg - Route. Außerorts sind für Versmolder*innen komfortable, hinreichend breite Zweirichtungsradwege gewünscht.

Michael Meyer-Hermann  - Note: 2,3


Aus meiner Sicht wird das Alltagsradwegenetz die wichtigsten Verbindungen von Versmold in die Nachbarkommunen bereits erschließen und gut nutzbar machen. Aufgrund der geographischen Randlage von Versmold sehe ich diese Verbindungen als Zubringerstrecken zu den geplanten bzw. angedachten Radschnellwegen Richtung Bielefeld oder Gütersloh, die auch für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt interessant sein werden.

Mehr Ressourcen fürs Rad

Der Finanzbedarf der Kommunen wird vom Bundesverkehrsministerium im Nationalen Radverkehrsplan mit 8 bis 19 € pro Einwohner und Jahr angegeben. Kopenhagen gibt 35 Euro je Einwohner und Jahr für den Radverkehr aus.

a) Wieviel wollen Sie künftig pro Jahr in den Radverkehr investieren? Wie stellen Sie sicher, dass für Ihre Stadt/Gemeinde Mittel aus den zahlreichen vorhandenen Fördertöpfen abgerufen werden?

Knud Schmidt - Note: 3,3

Bislang werden diese Daten für Versmold gar nicht erfasst. Die Höhe der Ansätze hängt von den sinnvollen und im Jahr umsetzbaren Maßnahmen ab. Der Zugriff auf die zahlreichen Fördertöpfe wird zukünftig in der Hand der Mobilitätsbeauftragt*in liegen.

Michael Meyer-Hermann  - Note: 3

Eine konkrete Zahl lässt sich auch hier nicht nennen. Dies hängt von der Anzahl und der Umsetzungsreife der jeweiligen Vorhaben ab.
Die zuständigen Mitarbeiter in der Verwaltung schauen selbstverständlich immer darauf, dass für alle Maßnahmen auch Fördermöglichkeiten geprüft und maximal ausgeschöpft werden.

 

b) Das gesamte planende und entwickelnde Personal muss qualifiziert und beständig fortgebildet werden mit dem Ziel, Radverkehrsplanung als Querschnittsaufgabe in allen Planungsprozessen zu verstehen. Wie wollen Sie Personalentwicklung und -qualifizierung für die Radverkehrsförderung in Ihrer Verwaltung fördern?

Knud Schmidt - Note: 2,3

Gemeinsam mit der Mobilitätsbeauftragt*in werden wir ein Fortbildungskonzept für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus gestalten und damit die verschieden Qualifizierungschancen nutzen.

Michael Meyer-Hermann  - Note: 2,7


Das Tiefbauamt wurde bereits in diesem Jahr personell verstärkt. Diese zusätzliche Stelle wird als Schwerpunkt der Arbeit auch die Förderung des Radverkehrs und die Verbesserung der baulichen Anlagen wie Radwege oder Kreuzungssituationen beinhalten.

Mehr Radtourismus

Radtourismus ist ein wichtiger und wachsender Wirtschaftsfaktor. Schätzungen zu Folge werden 12% des Inlandsumsatz im Tourismus bereits durch den Fahrradtourismus generiert. Der Kreis und die Städte und Gemeinden sollten ihre Lage am Rande des östlichen Münsterlandes und zum Teil im Naturpark Teutoburger Wald, dem internationalen Radfernweg Nr. 1 sowie dem Emsradweg besser nutzen.

Wie wollen Sie dafür sorgen, dass die vorhandenen Potentiale besser genutzt werden?

Knud Schmidt - Note: 3

Die Förderung des Radtourismus kann nur in Kooperation mit den Nachbarkommunen in der Region gelingen und sollte dort auf die gemeinsame Tagesordnung.

Michael Meyer-Hermann  - Note: 2


Die Stadt Versmold ist mit seinen zahlreichen vorhandenen Radrouten (z.B. Bahn-Radroute Teuto-Ems, Grenzgängerroute) sowie der geplanten Radroute ""Weg für Genießer"" aus meiner Sicht gut auf den Radtourismus eingestellt und viele radfahrende Gäste besuchen bereits unsere Stadt.
Aktuell wird das Angebot bereits weiter verbessert. Eine neue touristische Beschilderung ist in Planung ebenso wie eine App zur Ergänzung des ""Genießer-Weges"" durch digitale Inhalte.
Andere Angebote wie Stadtführungen oder Museumsführungen gibt es schon lange. Ebenso die Übernachtungsmöglichkeiten auf den Campingplätzen im Ortsteil Peckeloh sowie in Ferienwohnungen oder Pensionen.
Zudem möchte ich noch enger mit den benachbarten niedersächsischen Kurorten Bad Laer und Bad Rothenfelde kooperieren, um hier gegenseitig den Gästen Touren und sonstige touristische Angebote wie Vergünstigungen bei Eintritten etc. in den jeweiligen Nachbarkommunen offerieren zu können.  
Das zukünftige Potenzial des Radtourismus möchte ich gerne für Versmold ausschöpfen.

Ausblick

Was ist Ihr Leuchtturmprojekt für den Radverkehr im Kreis/in Ihrer Stadt oder Gemeinde? Welche Maßnahmen wollen Sie in den ersten 100 Tagen anpacken? Und welche Maßnahmen werden Sie nach einem Jahr umgesetzt haben?

Knud Schmidt - Note: 2

Ein Leuchtturm Projekt wäre die Aufnahme der Stadt Versmold in die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte – AGFS. (https://www.agfs-nrw.de)  Die Aufnahme erfolgt erst nach einer sorgfältigen Prüfung, der geschaffenen und vorhandenen Infrastruktur für Fuß- und Radfahrer. Die Aufnahme würde deutlich machen, dass wir auf einem guten Weg sind.
Zu den ersten 100 Tagen gehört die Einstellung der Mobilitätsbeauftragt*in und nach einem Jahr werden wir die ersten Maßnahmen des Fahrradkonzeptes umgesetzt haben.

Michael Meyer-Hermann  - Note: 2

Mein Leuchtturmprojekt für den Radverkehr bzw. die alternativen Verkehrsformen insgesamt wird die Realisierung der Mobilstationen sein. Hierzu werde ich zeitnah in der neuen Wahlperiode das Gespräch in der Region suchen, um eine gemeinsame Konzeption zu erarbeiten, damit Mobilität nicht an der Stadtgrenze halt macht.
Eine Umsetzung innerhalb des ersten Jahres ist sicherlich nicht zu erwarten, aber ich möchte gerne in erste konkrete Planungen für eine erste Mobilstation einsteigen.
Zudem wird auch die laufende und in den nächsten Jahren fortzusetzende Sanierung der Versmolder Innenstadt weitere Vorteile für den Radverkehr mit sich bringen (zusätzliche Abstellmöglichkeiten, Ladepunkt für e-Bikes, mehr Raum für Fußgänger).

 

 

Die Gesamtnote

Fragenblock

Meyer-Hermann

Schmidt

VisionZero - keine Verkehrstoten oder Schwerverletzten

2,3

1,3

Gleichberechtigung

2,8

2,7

Sehr gute Fahrradinfrastruktur

2,2

1,7

Rücksicht

2,8

2,3

Beschleunigung des Radnetzausbaus

3,0

2,3

Radschnellwege

2,3

2,7

Mehr Ressourcen für das Fahrrad

2,8

2,8

Mehr Radtourismus

2,0

3,0

Ausblick

2,0

2,0

Gesamtnote

2,6

2,4

Quelle: ADFC Kreisverband Gütersloh, Benotungen der Wahlprüfsteine nach Schulnoten, unterschiedliche Anzahl von Fragen je Fragenblock

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