Die ADFC-Wahlprüfsteine für die Kandidatin und den Kandidaten für die Stadt Rheda-Wiedenbrück

Die drei Kandidat*innen für das Bürgermeister-Amt Brigitte Frisch-Linnhoff, Sonja von Zons und Theo Mettenborg haben wir im Juli aufgerufen, Wahlprüfsteine des ADFC auszufüllen. Alle drei Kandidaten haben uns geantwortet. Untenstehend finden Sie ihre Antworten und die dazugehörige Benotung der einzelnen Antwort durch das ADFC-Bewertungsteam. Wir bedanken uns bei allen drei für die Teilnahme!

VisionZero - keine Verkehrstoten oder Schwerverletzten

Sicherheit für Alle. Der ADFC Kreisverband Gütersloh fordert eine Verkehrspolitik, die das Ziel hat, die Anzahl der Verkehrstoten oder Schwerverletzten auf null zu reduzieren. Ein wichtiges Element dafür ist die Reduzierung der Geschwindigkeit. Tempo 30 innerorts entscheidet oft zwischen Leben und Tod und wirkt sofort.

Wie wollen Sie Radfahrende und zu Fuß Gehende, besonders Kinder, Schüler*innen und Senior*innen im Verkehr wirksam schützen? Werden Sie sich für eine innerörtliche Regelgeschwindigkeit von 30 km/h einsetzen?

Brigitte Frisch-Linnhoff - Note: 1,8

Eine innerörtliche Regelgeschwindigkeit von 30 km/h würde die Städte deutlich entlasten. Dafür setze ich mich ein! Daneben müssen mehr Querungshilfen geschaffen werden. Heute ist es möglich von Lintel bis Wiedenbrück über Radwege zu fahren ohne mit dem Autoverkehr viel in Berührung zu kommen. Und dann landet man  an der Wasserstraße und kommt nicht rüber! Das ist nur ein Beispiel von vielen, die es besonders Kindern und älteren Menschen erschweren sicher in die Stadt zu kommen. Das Ziel sind jedoch autofreie Innenstädte!

Sonja von Zons  - Note: 2,2

Innerörtliche Regelgeschwindigkeit wird kontrovers diskutiert. Wir sind aber der Auffassung dass es durch eine Tempo 30km/h Regel innerorts wirksamen Schutz, Sicherheit  und eine deutliche Verbesserung für ""nicht Motorisierte""geben wird.  Wir unterstützen das.
An einzelnen wenigen Netzstraßen  z.B. zwischen Rheda und Wiedenbrück (Hauptstraße) sollte aber nach einer Anhörung von Verkehrsexperten darüber entschieden werden.

Theo Mettenborg - Note: 3

Eine flächendeckende Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 km/h innerorts ist bislang rechtlich nicht vorgesehen. Außer den Hauptverbindungsstraßen (Vorbehaltsnetz) sind jedoch bereits jetzt nahezu sämtliche Wohnquartiere und Innenstadtbereiche als Tempo 30-Zonen ausgewiesen. Sollten die rechtlichen Regelungen hinsichtlich einer generellen Geschwindigkeitsbeschränkung verändert werden, würde ich mich für eine Umsetzung in Rheda-Wiedenbrück einsetzen.  
Zum besonderen Schutz von Kindern, Schüler*innen und Senior*innen wird vor sozialen Einrichtungen die zulässige Höchstgeschwindigkeit regelmäßig auf 30 km/h beschränkt.

Gleichberechtigung

Wir brauchen #MehrPlatzfürsRad. Die jahrzehntelang betriebene Priorisierung des Autoverkehrs
muss umgekehrt werden. Der ADFC KV Gütersloh möchte den Radverkehrsanteil im Kreis bis
2025 in jeder Kommune auf 25% steigern und 2030 auf 35%.

a) Werden Sie den Straßenraum gerechter verteilen, auch indem an Hauptstraßen Spuren für den Radverkehr umgewidmet werden?

Brigitte Frisch-Linnhoff - Note: 1,8

Fahren Sie mal den Wieksweg  oder die Kornstraße entlang: Da ist die Priorität des Autoverkehrs gefühlt klar: Fahrräder und Fußgänger*innen kommen nicht vor. Das werde ich ändern. Hierzu muss mit dem Kreis und den Anlieger*innen über den Bau von Radwegen gesprochen werden. An der Hauptsstraße, der Wasserstraße, der Wilhelmstraße (um nur einige Beispiele zu nennen) muss der vorhandene Straßenraum zugunsten von Fahrradfahrer*innen umverteilt werden.

Sonja von Zons  - Note: 1,8

Der Straßenraum muss mehr dem Radverkehr zugeteilt werden. Die Forderung des ADFC unterstützen wir. Eine unserer ersten Forderungen war ein sogenannter F1 Radweg von Rheda nach Wiedenbrück. Schnörkellos, sicher, direkt ,entsprechend ausgebaut. Die Auto Hauptstr. muss hierfür deutlich Platz machen.

Theo Mettenborg - Note: 3,2

Die Stadt Rheda-Wiedenbrück hat unlängst ein Mobilitätskonzept Radverkehr beschlossen, das sich derzeit in der Umsetzung befindet. Bei der Planung zur Umgestaltung von Stadtstraßen werden die Ergebnisse des Mobilitätskonzeptes berücksichtigt und somit ausreichend Räume für den Radverkehr geschaffen. Darüber hinaus wurden diverse Straßen bereits im Hinblick auf breitere Verkehrsräume für Radfahrer neu gestaltet (Schutzstreifen am Ostring, Westring).

b) Werden Ampelschaltungen so angepasst, dass Radfahrende - wie heute Autofahrende - die Kreuzungen in einem Zug überqueren können?

Brigitte Frisch-Linnhoff - Note: 2

Auch das muss mit bedacht werden: Fahrradfahren wird sich im Alltag nur dann mehr durchsetzen, wenn Fahrradfahrer*innen wenig Hindernisse haben. Also auch: Anpassen der Ampelschaltungen und markieren von Fahrradbereichen unmittelbar vor der Ampel, so dass Fahrradfahrer*innen an der Ampel sicher durchstarten können.

Sonja von Zons  - Note: 2,6

Wenn machbar ja. Wir werden uns dafür einsetzen. Der Radverkehr darf nicht benachteiligt werden. Wir sind gleichwertige Verkehrsteilnehmer.

Theo Mettenborg - Note: 2,6


Bei der Neuerrichtung von Lichtsignalanlagen oder Erneuerung der Ampelsteuerung werden Radfahrer bei der Signaltechnischen Programmplanung besonders berücksichtigt.

c) Werden Sie sogenannte „Bettelampeln“ an Kreuzungen abschaffen und Grünphasen für Radfahrer verlängern?

Brigitte Frisch-Linnhoff - Note: 2

s.o.

Sonja von Zons  - Note: 1,6

Autoverkehr darf nicht bevorzugt werden. Bettelampeln brauchen wir in Rheda - Wiedenbrück nicht.
Könnte sogar zu mehr Unfällen führen weil möglicherweise dann bei Rotschaltung weiter gefahren wird. (wird nicht gebilligt)

Theo Mettenborg - Note: 3


Die bestehenden Anlagen im Stadtgebiet sind fast ausschließlich ohne ""Bettelampeln"" ausgestattet. Bei einer Erneuerung der Ampelsteuerung werden Radfahrer bei der Signaltechnischen Programmplanung besonders berücksichtigt.

 

 

 

d) Werden Sie Autoparkplätze für Fahrradabstellanlagen umwidmen?

Brigitte Frisch-Linnhoff - Note: 1,8

Die Fahrradparkmöglichkeiten am Adenauerplatz in Wiedenbrück sollten z.B. zügig um abschließbare Fahrradboxen und -lademöglichkeiten ergänzt werden. Weitere sichere Parkmöglichkeiten für Fahrräder könnten z.B. auf Büschers Platz oder am Rathaus in Rheda entstehen. Rheda-Wiedenbrück hat zahlreiche Parkflächen für Autos. Um die Attraktivität der Innenstädte von Rheda und Wiedenbrück zu erhöhen sollte der Autoverkehr möglichst zurückgedrängt werden. Mehr Fahrradabstellanlagen könnten einen Anreiz bieten vermehrt mit dem Rad in die Stadt zu fahren.

Sonja von Zons  - Note: 2

Autoverkehr muss zunehmend aus dem Stadtbereich zurückgedrängt werden. Dabei kann diese Maßnahme helfen. Hier muss man sehen wo dies sinnvoll ist. Der entstehende Autoparkdruck muss an die Ränder gelegt und entsprechend reguliert werden.

Theo Mettenborg - Note: 3,2

Aufgrund ausreichender Fahrradabstellanlagen im Stadtgebiet wird die Notwendigkeit zur Zeit nicht gesehen. Wenn sich der Modal Split dahingehend ändert, dass zusätzliche Abstellanlagen erforderlich werden, setze ich mich hierfür ein.

Sehr gute Fahrradinfrastruktur

An Hauptstraßen brauchen wir breite, asphaltierte Radwege – z.B. ausgeführt als “protected Bike Lane”, d.h. auf der Fahrbahn, aber baulich getrennt vom Autoverkehr - und klar strukturierte Kreuzungen, die sicher und zügig von zu Fuß gehenden und radfahrenden Menschen überquert
werden können. Fahrradstraßen weisen Radvorrangrouten aus, in denen Autos nur zu Gast sind.

a) Wie wollen Sie den Komfort für Radfahrende erhöhen? Was werden Sie tun, um die Qualität (Schlaglöcher, schlechte Bordsteinabsenkungen, Auf und Ab an Einmündungen und Grundstückseinfahrten) der Radwege zu verbessern?

Brigitte Frisch-Linnhoff - Note: 2

Hier fällt mir als erstes die Hauptstraße ein. Radfahrer*innen sollen hier auf dem Bürgersteig fahren - wer hier regelmäßig fährt, weiß wie schlecht der Zustand ist.  Um die Einkaufsmöglichkeiten an der Hauptstraße nutzen zu können, müssen die Geschäfte auch für Fahrradfahrer*innen gut erreichbar sein. Daher muss das Nebeneinander von Auto und Fahrrad hier zu Gunsten der Fahrräder verändert werden. Auch das Abbiegen und Queren der Hauptstraße muss sicherer werden.

Sonja von Zons  - Note: 2

Um zu Verbesserungen zu kommen werden wir direkt nach der Wahl die Verwaltung auffordern  eine Prioritätenliste zu erstellen. Straßen werden wir hiernach vorgenommen und bauliche  Mängel entsprechend behoben. Um qualitativ sichere und komfortable Radwege zu schaffen hat die bisherige Politik und Verwaltung zu lange zu wenig getan.

Theo Mettenborg - Note: 2,6


Bei der Planung zur Umgestaltung von Stadtstraßen werden die Ergebnisse des Mobilitätskonzeptes Radverkehr berücksichtigt und somit ausreichend Räume für den Radverkehr geschaffen.
Die Radwege werden bereits jetzt drei Mal im Jahr durch eine ADFC zertifizierte Kontrolleur*in abgefahren, um Mängel und Schäden zu erfassen, zu dokumentieren und durch den städtischen Bauhof beheben zu lassen.

b) Wie wollen Sie das Fahrradparken in Ihrer Stadt/Ihrer Gemeinde verbessern? Werden Sie sich für die Einrichtung/den Ausbau von Mobilitätsstationen mit Radparkhäusern an den Bahnhöfen und Fahrradboxen an allen wichtigen ÖPNV-Knotenpunkten einsetzen?

Brigitte Frisch-Linnhoff - Note: 1,8

Unser Fahrradparkhaus am Bahnhof ist ein guter Anfang. Aber es fehlt dort eine Lademöglichkeit für E-bikes. Das muss sich ändern! Leider ist auch der ÖPNV in Rheda-Wiedenbrück nicht so ausgebaut, dass wir von Knotenpunkten sprechen können... Klar ist für mich: Wer den Autoverkehr aus den Innenstädten verdrängen will, schafft dadurch Platz für andere Mobilitätsformen und dazu gehört für mich ganz klar der Fahrradverkehr.

Sonja von Zons  - Note: 2

Auf jeden Fall. Entsprechende Stationen müssen weiter ausgebaut werden.Insbesondere an zentralen verkehrsgebundenen Orten.In der Stadt (Rathaus,Krankenhaus,Bahnhof,touristischen Punkten)

Theo Mettenborg - Note: 2

Die Planung zur Errichtung einer Mobilstation mit 112 zusätzlichen überdachten Fahrradabstellplätzen am Bahnhof Rheda ist bereits abgeschlossen. Die Umsetzung erfolgt voraussichtlich noch im Jahr 2020. Weitere Mobilstationen an wichtigen ÖPNV-Knotenpunkten sind angedacht.

Rücksicht

Auf Radwegen und in zweiter Reihe stehende Autos sind kein Kavaliersdelikt, sondern gefährden uns Radfahrende akut. Sie zwingen uns in den fließenden Verkehr. Baustellen werden oftmals eingerichtet und blockieren Rad- und Fußwege.

a) Wie wollen Sie wirksame Kontrollen erreichen? Werden Sie konsequent rund um die Uhr abschleppen lassen?

Brigitte Frisch-Linnhoff - Note: 1,8

Mein  Ziel sind autofreie Innenstädte - da hat sich das Thema ""Parken in zweiter Reihe"" erledigt.

Sonja von Zons  - Note: 2

Entschlossenes und konsequenteres Vorgehen notwendig.Das sind keine Bagatellen. Das ist ein häufiges Ärgernis. Ordnungs- und Verkehrsrecht muss hier greifen. Mehr Präsenz von Personen, Sensibilisierung der Bürgerschaft.

Theo Mettenborg - Note: 2,2

Durch die Aufstockung des kommunalen Ordnungsdienstes zum 01.09.2020 um drei Vollzeitstellen kann die Kontrolldichte unter anderem für Verstöße des ruhenden Verkehrs im gesamten Stadtgebiet erhöht werden. Abschleppmaßnahmen werden im Rahmen des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes veranlasst.


b) Baufirmen setzen die Vorgaben zur Baustelleneinrichtung nicht um. Wie wollen Sie das Baustellenmanagement für den Radverkehr verbessern?

Brigitte Frisch-Linnhoff - Note: 2

Fahrradfahren muss ein Querschnittsthema in der Verwaltung sein und bei jedem Planungs- und Bauvorhaben mit Priorität bedacht werden. Dazu gehört auch ein gutes Baustellenmanagement. Gemeinsam mit den Mitarbeiter*innen der Verwaltung werden wir vorhandene Schwachstellen aufspüren und Verbesserungen für den Radverkehr erwirken.

Sonja von Zons  - Note: 2


An  Bau- und Arbeitsstellen gibt es immer Verbesserungspotenziale. Nachtbeleuchtung, Absicherung, Markierungen von  Arbeitsstellen, Schutzstreifen anlegen,richtige Beschilderungen, nutzbare Flächen müssen barrierefrei sein, Einhaltung von Mindestmaßen und vieles mehr. Besonders wichtig die laufende Kontrolle ( Radwegebeauftragter)

Theo Mettenborg - Note: 3,2

Verkehrsrechtliche Anordnungen zur Absicherung von Baustellen werden regelmäßig überprüft und Missstände behoben.

Beschleunigung des Radnetzausbaus

Beim aktuellen Umsetzungstempo des geplanten Kreisalltagsradnetzes sowie örtlicher Mobilitäts- Masterplänen/-Konzepten werden die dort formulierten Ziele absehbar nicht erreicht. Allein das geplante Alltagsradwegenetz des Kreis Gütersloh umfasst Maßnahmen an ca. 450 km Länge.

a) Woran scheitert der zügige Ausbau der Radinfrastruktur vor Ort aus Ihrer Sicht und was wollen Sie zur Beschleunigung tun?

Brigitte Frisch-Linnhoff - Note: 2,3

Oftmals ist der notwendige Grunderwerb ein Problem. Einige Projekte drohen daran zu scheitern. Für die Ortsteile ist die Anbindung jedoch wichtige Voraussetzung, um den Umstieg auf´s Rad zu erleichtern. Hier muss Politik und Verwaltung gemeinsam mehr erreichen!

Sonja von Zons  - Note: 1,8

Pläne Mobilitätskonzepte liegen seit langem vor. Herrschende Politik und Verwaltung sind bei der Umsetzung bisher Bremsklotz gewesen.Automobilität stand bisher im Vordergrund.Innenstadtverkehr hieß bisher Autos rein = Attraktivität. Dran bleiben, immer wieder auf die Füße treten, Aktionen starten, Critical mass  und nicht zuletzt politische Mehrheiten dafür schaffen.

Theo Mettenborg - Note: 3

Die angedachten Maßnahmen des Alltagsradwegenetzes sowie des städtischen Mobilitätskonzeptes betreffen nahezu ausschließlich klassifizierte Straßen in nicht städtischer Straßenbaulast (Kreis oder Land). Dies zieht zum Teil zähe Abstimmungen und Verhandlungen mit den Straßenbaulastträgern nach sich.

Darüber hinaus ist für den Radwegeausbau oftmals zusätzlicher Grunderwerb notwendig. Eine Verkaufsbereitschaft aller betroffener Eigentümer ist oftmals auch nach langjährigen Verhandlungen nicht zu erzielen.

b) Wie viele Kilometer davon wollen Sie in Ihrer Stadt/Gemeinde pro Jahr in hochwertiger Qualität umsetzen?

Brigitte Frisch-Linnhoff - Note: 2

Manchmal ist es nicht die Menge der Kilometer, die umgesetzt wird. Es muss an den richtigen Stellen angefangen werden. Radwege dürfen nicht von unsinnigen Verkehrsführungen unterbrochen werden, wie z.B. an der Pixeler Straße. Wenn der Radweg hinter dem Bahnhof zügig und möglichst ohne Unterbrechungen befahren werden könnte, wäre vieles erreicht.

Sonja von Zons  - Note: 2,6


Keine KM - Zahl nennen. Auf jeden Fall hierzu aber eine  angemessenen Haushaltszahl benennen.
Prioritär Straße für Straße herrichten für eine attraktive und zusammenhängende Radfahrerinfrastruktur. Lückenschließungen ,verbindende Netze schaffen.

Theo Mettenborg - Note: 2,6

Ich werde mich für eine Umsetzung des Alltagsradwegenetzes in hochwertiger Qualität einsetzen. Eine seriöse Einschätzung hinsichtlich der pro Jahr umzusetzenden Kilometer ist vor allem vor dem Hintergrund der nicht städtischen Straßenbaulastträgerschaft nicht möglich.

Radschnellwege – Radrouten von Ost nach West und Süd nach Nord

Radschnellwege sind ein wirksames Mittel, um Kfz-Pendlerströme signifikant zu verringern. Dabei sind sie kostengünstiger und schneller zu realisieren als der ÖPNV-Ausbau oder P&R-Systeme und haben eine hohe Förderquote.

Werden Sie sich für den zügigen Bau von Radschnellwegen oder anderen Radschnellverbindungen einsetzen? Welche Routen haben aus Ihrer Sicht das höchste Potential und wann werden diese auf den Weg gebracht?

Brigitte Frisch-Linnhoff - Note: 1,8

Radschnellwege können den Umstieg auf´s Rad erleichtern. Ich werde mich dafür einsetzen, dass Rheda-Wiedenbrück in der Radschnellwegeplanung des Landes wahrgenommen wird. Ein Radschnellweg von Rheda-Wiedenbrück über Gütersloh nach Bielefeld ist da ein erster Anfang sein. Viele Pendler*innen fahren heute mit dem Auto Richtung Lippstadt oder Münster - auch hier können Radschnellwege den Umstieg auf´s Rad dauerhaft unterstützen.

Sonja von Zons  - Note: 2

Wir setzen uns seit dem wir im Rat der Stadt Rheda - Wiedenbrück vertreten sind (1984) mit vielen Anträgen für den Ausbau von Fahrradtrassen ein. (siehe z.B. Frage 2a F1). Der Radschnellweg OWL  2.0 steht z.B. bei uns auf der Agenda.  
Wir werden diese Forderung unterstützen und uns für eine Realisierung einsetzen.
Die Strecke von Minden  nach Herford war ja schon 2017/18 ein bedeutendes Projekt. Die könnte bis nach Rheda - Wiedenbrück weiter geführt werden.        

Theo Mettenborg - Note: 1,8

Über die Regionale 2022 ist die Stadt Rheda-Wiedenbrück bei der Planung des Radschnellweges Rheda-Wiedenbrück-Gütersloh-Bielefeld-Herford-Minden beteiligt. Aufgrund der hohen Pendlerströme hat diese Route das höchste Potential.

Mit Blick in die Zukunft werde ich mich für den Bau weiterer Radschnellwege einsetzen. Aus meiner Sicht bieten sich Verbindungen zwischen Rheda-Wiedenbrück als Mittelzentrum zu weiteren Oberzentren (z.B. Münster, Osnabrück, Ruhrgebiet) an.

Mehr Ressourcen fürs Rad

Der Finanzbedarf der Kommunen wird vom Bundesverkehrsministerium im Nationalen Radverkehrsplan mit 8 bis 19 € pro Einwohner und Jahr angegeben. Kopenhagen gibt 35 Euro je Einwohner und Jahr für den Radverkehr aus.

a) Wieviel wollen Sie künftig pro Jahr in den Radverkehr investieren? Wie stellen Sie sicher, dass für Ihre Stadt/Gemeinde Mittel aus den zahlreichen vorhandenen Fördertöpfen abgerufen werden?

Brigitte Frisch-Linnhoff - Note: 1,8

Das Fördermittelmanagement ist ein wichtiger Baustein kommunalen Finanzmanagements. Ich setze mich dafür ein, dass die Verwaltung in Rheda-Wiedenbrück ein kompetentes Fördermittelmanagement verfolgt. Mit den Fördermitteln können wir eigene Mittel sinnvoll ergänzen und damit auch den Radverkehr fördern. Der Ausbau des Radverkehrsnetzes muss bedarfsgerecht erfolgen.

Sonja von Zons  - Note: 2

Wir bekennen uns zu Qualitätsstandards und mehr Ressourcen fürs Rad. Die Pro Kopf Ausgaben hinken in Rheda - WD weit hinterher. Seit Jahren liegt ein Mobilitätskonzept mit guten Ideen vor. Hier werden wir nach der Kommunalwahl mehr Geld in die Umsetzung entsprechender Maßnahmen voranbringen. Fördertöpfe müssen von einem/einer Verantwortlichen Person beantragt,bearbeitet und der Politik regelmäßig vorgelegt werden.

Theo Mettenborg - Note: 3,4

Die Investitionssummen stehen in Abhängigkeit von der Umsetzung der Einzelmaßnahmen und können daher nicht streng beziffert werden. Unabhängig von umfangreichen Planungen stehen bereits zusätzliche Budgets für Projekte und Maßnahmen zur Verfügung.

Die Sicherstellung von Fördermitteln erfolgt durch die Maßnahmenplanung und Antragstellung. Zur Akquirierung von Fördermitteln und engen Zusammenarbeit mit den Förderbehörden sind explizite Stellanteile vorbehalten.

b) Das gesamte planende und entwickelnde Personal muss qualifiziert und beständig fortgebildet werden mit dem Ziel, Radverkehrsplanung als Querschnittsaufgabe in allen Planungsprozessen zu verstehen. Wie wollen Sie Personalentwicklung und -qualifizierung für die Radverkehrsförderung in Ihrer Verwaltung fördern?

Brigitte Frisch-Linnhoff - Note: 1,5

Als Bürgermeisterin werde ich mit den Mitarbeiter*innen der Verwaltung gemeinsam ein Konzept entwickeln, wie wir unsere künftige Stadt- und Verkehrsplanung angehen. Die  notwendige Verkehrswende hin zu PKW-freien Innenstädten muss in den Köpfen entstehen, gemeinsam gewollt und entschlossen umgesetzt werden. Dazu müssen Rat, Verwaltung und Bevölkerung mitgenommen werden. Die Fortbildung unserer Mitarbeiter*innen ist dabei eine Selbstverständlichkeit.

Sonja von Zons  - Note: 2,4

Richtig. Für eine Radregion Rheda - Wiedenbrück muss mehr passieren. Wir setzen uns für die personelle Einsetzung eines Radwegbeauftragten ein, der für diese Aufgabe in der Verwaltung wirbt und sensibilisiert.

Theo Mettenborg - Note: 2

Als Mitglied im Zukunftsnetz Mobilität NRW nutzen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung die umfangreichen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. Darüber hinaus werden zusätzliche Angebote der Fahrradakademie und weiterer Anbieter genutzt.

Mehr Radtourismus

Radtourismus ist ein wichtiger und wachsender Wirtschaftsfaktor. Schätzungen zu Folge werden 12% des Inlandsumsatz im Tourismus bereits durch den Fahrradtourismus generiert. Der Kreis und die Städte und Gemeinden sollten ihre Lage am Rande des östlichen Münsterlandes und zum Teil im Naturpark Teutoburger Wald, dem internationalen Radfernweg Nr. 1 sowie dem Emsradweg besser nutzen.

Wie wollen Sie dafür sorgen, dass die vorhandenen Potentiale besser genutzt werden?

Brigitte Frisch-Linnhoff - Note: 2,3

Rheda-Wiedenbrück ist touristisch gut an verschiedene Radrouten angeschlossen und hat sich touristisch gut entwickelt. Das Potenzial, das sich hieraus ergibt müssen wir weiter nutzen und die bisher nicht so gut erschlossenen Ortsteile besser anbinden. Die Anbindung an die überregionalen Radwegesysteme sind auch für unsere Gastronomie eine Chance!

Sonja von Zons  - Note: 2,2

Rheda - Wiedenbrück entwickelt sich mit seinen historischen Stadtkernen, dem LGS Gelände sowie der Anbindung an viele örtliche und überregionale  Fahrradwege immer mehr zu einem touristischen ""Anfahrpunkt"" auch für den Radtourismus.
Insgesamter Ausbau attraktiver Angebote, noch gezieltere Schwerpunktförderung  durch die Flora ( Infos, Beschilderungen innerstädtisch,noch mehr Ladestationen, Werbung,Touren anbieten, Radtourismus als eine Marketinglinie unserer Stadt ausbauen
Marketinglinie insgesamt für den Kreis Gütersloh aufbauen (gemeinsame Aufgabe aller Kommunen im Kreis Gütersloh), dem ""Kind einen Namen geben""
werben bei Investoren für Biker - Unterkünfte ,Hotel

Theo Mettenborg - Note: 2,4

Durch die Flora Westfalica GmbH als Tochtergesellschaft der Stadt werden die verschiedenen Themenradwege bereits jetzt beworben. Ich werde mich in Zukunft für eine kontinuierliche Verbesserung der Vermarktungsstrategie einsetzen, um die vorhandenen Potentiale noch besser zu nutzen.

Ausblick

Was ist Ihr Leuchtturmprojekt für den Radverkehr im Kreis/in Ihrer Stadt oder Gemeinde? Welche Maßnahmen wollen Sie in den ersten 100 Tagen anpacken? Und welche Maßnahmen werden Sie nach einem Jahr umgesetzt haben?

Brigitte Frisch-Linnhoff - Note: 1,8

in den ersten 100 Tagen: Tempo 30 in den Innenstädten - und später: autofreie Innenstädte.
im ersten Jahr: Die Hauptstraße muss in den Blick genommen werden! Hier müssen wir einen sicheren Fahrradweg einrichten. Außerdem: mehr Querungshilfen an nicht beampelten Kreuzungspunkten.

Sonja von Zons  - Note: 1,8

F1 Fahrradschnellweg zwischen Rheda und Wiedenbrück. Planung muss nach einem Jahr stehen. Umsetzung in der kommenden Legislaturperiode.
Fahrradbeauftragte (r) in der Verwaltung einsetzen  sofort
Runder Tisch Radverkehr initiieren  (mit Verwaltung, Politik, ADFC und anderen Gruppen, z.B. lokale Agenda) sofort

Theo Mettenborg - Note: 1,6

Die Mobilstation am Bahnhof Rheda ist als Pilotprojekt im Kreis Gütersloh geplant worden. Darüber hinaus soll sie die erste Mobilstation im neuen NRW-einheitlichen Design werden. Die Fertigstellung dieses Leuchtturmprojektes erfolgt voraussichtlich in den ersten 100 Tagen.
Nach einem Jahr wird die Erneuerung des ersten Bauabschnitts der Bahnhofstraße vollendet sein. Hierbei wird der Komfort des Radverkehrs vom Bahnhof bis zur Innenstadt deutlich verbessert.
Darüber hinaus werde ich mich für die Ausweisung weiterer Fahrradstraßen einsetzen.

Die Gesamtnote

 

Fragenblock

Mettenborg

von Zons

Frisch-Linnhoff

VisionZero - keine Verkehrstoten oder Schwerverletzten

3,0

2,2

1,8

Gleichberechtigung

3,0

2,0

1,9

Sehr gute Fahrradinfrastruktur

2,3

2,0

1,9

Rücksicht

2,7

2,0

1,9

Beschleunigung des Radnetzausbaus

2,8

2,2

2,1

Radschnellwege

1,8

2,0

1,8

Mehr Ressourcen für das Fahrrad

2,7

2,2

1,6

Mehr Radtourismus

2,4

2,2

2,3

Ausblick

1,6

1,8

1,8

Gesamtnote

2,6

2,1

1,9

 

 

Quelle: ADFC Kreisverband Gütersloh, Benotungen der Wahlprüfsteine nach Schulnoten, unterschiedliche Anzahl von Fragen je Fragenblock

 

 

© 2020 ADFC Kreisverband Gütersloh e. V.