Die ADFC-Wahlprüfsteine für die Kandidatin und den Kandidaten für die Stadt Harsewinkel

Die vier Kandidat*innen für das Bürgermeister-Amt Amsbeck-Dopheide, Hanhart, Palmier und Westmeyer haben wir im Juli aufgerufen, Wahlprüfsteine des ADFC auszufüllen. Von Herrn Palmier und Frau Westmeyer haben wir leider auch auf Nachfrage keine Reaktion erhalten. Schade! Aus diesem Grund konnten wir für die Kandidatin und den Kandidaten leider keine Bewertung durchführen.

VisionZero - keine Verkehrstoten oder Schwerverletzten

Sicherheit für Alle. Der ADFC Kreisverband Gütersloh fordert eine Verkehrspolitik, die das Ziel hat, die Anzahl der Verkehrstoten oder Schwerverletzten auf null zu reduzieren. Ein wichtiges Element dafür ist die Reduzierung der Geschwindigkeit. Tempo 30 innerorts entscheidet oft zwischen Leben und Tod und wirkt sofort.

Wie wollen Sie Radfahrende und zu Fuß Gehende, besonders Kinder, Schüler*innen und Senior*innen im Verkehr wirksam schützen? Werden Sie sich für eine innerörtliche Regelgeschwindigkeit von 30 km/h einsetzen?

Sabine Amsbeck-Dopheide - Note: 2

Ja. Kommunen sollten besonders begründen müssen, wenn es abweichend von der Regelgeschwindigkeit geboten sein sollte, 50 km/h zuzulassen. Die Kommunen müssten in diesem Fall darlegen, dass die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer bei 50km/h durch entsprechende Maßnahmen gewährleistet ist. Die Regelungen für Fahrradstraßen sollten auf ausgewiesene Tempo-30-Zonen übertragen werden. Wenn Radfahrende gleichberechtigt sind und nebeneinander fahren dürfen, bremst das den KFZ-Verkehr aus. Voraussetzung für eine Fahrradstraße nach der geltenden VwV-StVO ist, dass der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder dies alsbald zu erwarten ist. Diese VwV-StVO muss das Bundesministerium für Verkehr ändern. Darauf habe ich keinen Einfluss.
Sollte die Stadt Harsewinkel ab 2022 Straßenverkehrsbehörde werden, werde ich den Beurteilungsspielraum, den die aktuelle VwV-StVO gibt, zugunsten der Einrichtung von Fahrradstraßen ausüben. In reinen Wohngebieten sollten Straßen unabhängig vom Ausbau Spielstraßen sein können mit nach Rspr. max. 15 km/h zulässiger Höchstgeschwindigkeit für KFZ- und Radfahrende. Der öffentliche Raum vor unseren Haustüren soll insbesondere für die Menschen nutzbar sein, die nicht so mobil sind; also Alte und Kinder. Weil in Spielstraßen nur in den dafür gekennzeichneten Flächen geparkt werden darf, wird es in solchen Straßen mehr Platz geben für die erwünschten Nutzungen, wie Spielen, Aufenthalt und Begegnung.

Andreas Hanhart - Note: 3


Die innerörtliche Sicherheit liegt mir neben einer angenehmen Innenstadtgestaltung sehr am Herzen. Das eine hängt unmittelbar mit dem anderen zusammen. Je sicherer die Innenstadt ist, umso wohler fühlt sich der Bürger/die Bürgerin sowie der Gast. Zur Sicherheit trägt vor allem der Straßenverkehr bei. In Harsewinkel ist die Geschwindigkeit sogar noch darunter festgesetzt. In neuen Innenstadtkonzepten wäre das ein absolutes Anliegen von mir.

Gleichberechtigung

Wir brauchen #MehrPlatzfürsRad. Die jahrzehntelang betriebene Priorisierung des Autoverkehrs
muss umgekehrt werden. Der ADFC KV Gütersloh möchte den Radverkehrsanteil im Kreis bis
2025 in jeder Kommune auf 25% steigern und 2030 auf 35%.

a) Werden Sie den Straßenraum gerechter verteilen, auch indem an Hauptstraßen Spuren für den Radverkehr umgewidmet werden?

Sabine Amsbeck-Dopheide - Note: 2,3

Der Radverkehrsanteil in Harsewinkel betrug nach den Feststellungen des Kreises GT 2015 31,5 % und war damit der höchste im Kreis. Nach derzeitigem Stand muss die Straßenverkehrsbehörde des Kreises die Umwidmung von Fahrbahnen anordnen. Es hat lange gedauert, bis wir auf der Wadenhardstraße einen Fahrradschutzstreifen aufbringen durften. Es gibt weitere geeignete Straßen, wie den Tecklenburger Weg, die Paulusstraße, den Remser Weg etc. Sollte die Stadt Harsewinkel ab 2022 die Aufgaben der Straßenverkehrsbehörde wahrnehmen, werde ich die Ermessensspielräume nutzen, sofern die politischen Mehrheiten dies zulassen, um auf den städtischen Straßen Radfahrstreifen und Schutzstreifen aufzubringen.

Anmerkung des ADFC: Schutzstreifen für Radfahrer sind eine unwirksame Maßnahme, um den Schutz von Radfahrern zu verbessern. Im Gegenteil führen Sie oft dazu, dass Überholabstände kleiner werden, da Autofahrer die Begrenzungslinie der oft zu schmalen Schutzstreifen als Leitlinie betrachten. Dabei müssen Radfahrer mit mind. 1,50m Abstand überholt werden, außerorts sogar 2,00m Abstand.

Andreas Hanhart - Note: 3,5


Die Frage kann nicht pauschal mit ja bzw. nein beantwortet werden. Wenn man sich dem Gedanken zuwendet, wozu ich durchaus bereit wäre, müssten vorher die technischen Gegebenheit erfaßt werden. Mit den zuständigen Fachbehörden würde ich versuchen, ein Konzept zu entwickeln, um auch Spuren für den Radverkehr vorzusehen. Klar, dass die Kosten auch eine Rolle spielen werden.

b) Werden Ampelschaltungen so angepasst, dass Radfahrende - wie heute Autofahrende - die Kreuzungen in einem Zug überqueren können?

Sabine Amsbeck-Dopheide - Note: 2,3

In Harsewinkel gibt es nur eine ""städtische"" Ampel zur Überquerung der Hesselteicherstraße. Diese reagiert relativ schnell auf Anforderung. Sollten Straßenbauarbeiten an dieser Stelle durchgeführt werden, sollte daraus eine Ampel werden, die über eine Kontaktschleife die Grünphase auslöst. Alle übrigen Ampeln werden vom jeweiligen Straßenbaulastträger gesteuert. Diese reagieren nicht immer auf die Bitten, Grünphasen zu verlängern oder die Wartezeit für Radfahrer und Fußgänger zu verkürzen. Als Grund führen die Straßenbaulastträger die Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs, an natürlich des KFZ-Verkehrs.  

Andreas Hanhart - Note: 3

Die FDP Harsewinkel hat ein Mobilitätskonzept mit 5 Punkten beim Rat eingebracht. Mit einem Aspekt befassen wir uns mit einer effizient und intelligent geschalteten Ampelanlage an der B 513 und am Prozessionsweg.

c) Werden Sie sogenannte „Bettelampeln“ an Kreuzungen abschaffen und Grünphasen für Radfahrer verlängern?

Sabine Amsbeck-Dopheide - Note: 2,7

siehe Antwort zu b)

Andreas Hanhart - Note: 4,5

Wenn die Verkehrssitution das belegen würde, ja.

d) Werden Sie Autoparkplätze für Fahrradabstellanlagen umwidmen?

Sabine Amsbeck-Dopheide - Note: 2,3

Ich verspreche nichts, was ich nicht halten kann. Die politischen Mehrheiten müssen das wollen. Ich bin dafür, geeignete Stellplätze für Fahrräder aller Art anzubieten auch auf Kosten von KFZ-Parkplätzen. Das politische Klima hat sich schon sehr für das Fahrradfahren geändert, aber noch nicht so weitgehend, dass den Autos etwas weggenommen werden würde durch die politischen Entscheidungsträger. Für Fahrräder gilt kein Parkverbot, sie müssen nur platzsparend geparkt werden. Ein Rad mit Anhänger darf ohne weiteres auf einem Autoparkplatz geparkt werden. Für die neuen Mobilstationen ist vorgesehen, dass die Fahrradabstellanlagen am nächsten der Einstiegsstellen in Bus und Bahn platziert werden.   

Andreas Hanhart - Note: 3,8

Nicht alle Pkw-Parkplätze sollten umgewidmet werden in Fahrradabstellanlagen. Es kommt auf ein vernünftiges Verhältnis an.

Sehr gute Fahrradinfrastruktur

An Hauptstraßen brauchen wir breite, asphaltierte Radwege – z.B. ausgeführt als “protected Bike Lane”, d.h. auf der Fahrbahn, aber baulich getrennt vom Autoverkehr - und klar strukturierte Kreuzungen, die sicher und zügig von zu Fuß gehenden und radfahrenden Menschen überquert
werden können. Fahrradstraßen weisen Radvorrangrouten aus, in denen Autos nur zu Gast sind.

a) Wie wollen Sie den Komfort für Radfahrende erhöhen? Was werden Sie tun, um die Qualität (Schlaglöcher, schlechte Bordsteinabsenkungen, Auf und Ab an Einmündungen und Grundstückseinfahrten) der Radwege zu verbessern?

Sabine Amsbeck-Dopheide - Note: 2,3

Ich nenne es nicht Komfort, sondern Sicherheit. E-Bikes sind wegen Geschwindigkeiten und Beschleunigungen eine Gefahr. Sie gehören innerorts auf die Straße, weil die Radwege zu schmal sind. Deshalb sind Schutzstreifen und Radfahrstreifen das Mittel der Wahl. Für die anderen Fahrräder müssen Radwege in gutem Zustand sein. Wir haben größere Sanierungen unter hohen Bäumen an der Brockhäger Straße und vor einigen Jahren an der Adenauerstraße abgeschlossen. Die größten Wurzelschäden gibt es am Radweg an der B 513 und an der Kreisstraße Richtung Versmold und Beelen. Im Übrigen werden alle Umlaufschranken sukzessive fahrradfreundlich umgestaltet, wie Im Vechtel. Ich bin gegen großzügige Ausleuchtung von Radwegen im Außenbereich und setze auf gute Fahrrad- und Helmbeleuchtung aus Klimaschutz- und Insektenschutzgründen.

Andreas Hanhart - Note: 2,8


Als erstes würde ich im Falle einer Wahl Team bilden, welches eine exakte Bestansdaufnahme anfertigen sollte. Somit werden die akuten Stellen mit einem Blick deutlich. Es in nicht wirtschaftlich und baulich nicht immer geschickt, an einzelnen Huckeln/Schlalglöchern in Radwegen herumzuarbeiten. Die Probleme in Summe müssen konzeptionell erfasst und umgesetzt werden. Auch hier: Kosten beachten!

b) Wie wollen Sie das Fahrradparken in Ihrer Stadt/Ihrer Gemeinde verbessern? Werden Sie sich für die Einrichtung/den Ausbau von Mobilitätsstationen mit Radparkhäusern an den Bahnhöfen und Fahrradboxen an allen wichtigen ÖPNV-Knotenpunkten einsetzen?

Sabine Amsbeck-Dopheide - Note: 1,5

Es wird in drei Jahren in allen drei Ortsteilen Mobilstationen geben mit entsprechender Radinfrastruktur Fahrradboxen, Ladestation etc. Dafür habe ich mich als Bürgermeisterin eingesetzt. In Greffen dient die Mobilstation dem Umstieg auf den Schnellbus zum Bahnhof in Harsewinkel oder in den Linienbus nach GT. In Harsewinkel und Marienfeld steigen die Radfahrenden an den Mobilstationen in den Zug nach GT oder Verl. Der ZOB am Heimathof, über den der Schülerverkehr abgewickelt wird in die Ortsteil und in die Außenbereiche, wird eine Ladestation erhalten.

Andreas Hanhart - Note: 3,3

Harsewinkel ist keine Großstadt. Sie entwickelt sich von der Einwohnerzahl her gerade zur großen Mittelstadt. Der Gedanke an Mobilitätsstationen ist ein guter Ansatz. Bedarfe und Nutzen sowie die Kosten für eine Umsetzung würde ich erst ermitteln. Daraus ergeben sich für mich Konzepte, die nach und nach umgesetzt werden können.

Rücksicht

Auf Radwegen und in zweiter Reihe stehende Autos sind kein Kavaliersdelikt, sondern gefährden uns Radfahrende akut. Sie zwingen uns in den fließenden Verkehr. Baustellen werden oftmals eingerichtet und blockieren Rad- und Fußwege.

a) Wie wollen Sie wirksame Kontrollen erreichen? Werden Sie konsequent rund um die Uhr abschleppen lassen?

Sabine Amsbeck-Dopheide - Note: 2,5

In Harsewinkel parken die Autos nicht auf Radwegen, weil die Radwege Hochborde haben. Auch das Parken in zweiter Reihe dürfte allein ein großstädtisches Problem sein.  Bei der Einrichtung von Baustellen wird darauf geachtet, dass es sichere Alternativen für Fußgänger und Radfahrer gibt. Sollte das nicht der Fall sein, bitte ich um Mitteilung unter Angabe der Baustelle.

Andreas Hanhart - Note: 3,5

Das ist m.E. in allen Kommunen ein echtes Problem, welches gern ignoriert wird, egal, von welcher Seite. Zunächst würde ich ein Bewusstsein schaffen durch Infomaßnahmen. Das Thema Überwachung hängt (auch in diesem Fall) wieder mit Personalressourcen zusammen. In einem überschaubaren Zeitrahmen würde ich die Kontrollen einsetzen und auch zu wirksamen Maßnahmen greifen.


b) Baufirmen setzen die Vorgaben zur Baustelleneinrichtung nicht um. Wie wollen Sie das Baustellenmanagement für den Radverkehr verbessern?

Sabine Amsbeck-Dopheide - Note: 2,8

Ich habe keine Hinweise, dass das in Harsewinkel problematisch ist. Ich werde den Tiefbau aber sensibilisieren darauf hinzuwirken, dass die Unternehmen den Baustellenbereich absichern, wie vorgeschrieben.

Andreas Hanhart - Note: 3,8

Jeder Fall ist einzeln zu entscheiden. Eine Erlaubnis zugunsten eines Handwerkers könnte mit einer Nebenbestimmung versehen werden (Grundsatz der Verhältnismäßigkeit).

Beschleunigung des Radnetzausbaus

Beim aktuellen Umsetzungstempo des geplanten Kreisalltagsradnetzes sowie örtlicher Mobilitäts- Masterplänen/-Konzepten werden die dort formulierten Ziele absehbar nicht erreicht. Allein das geplante Alltagsradwegenetz des Kreis Gütersloh umfasst Maßnahmen an ca. 450 km Länge.

a) Woran scheitert der zügige Ausbau der Radinfrastruktur vor Ort aus Ihrer Sicht und was wollen Sie zur Beschleunigung tun?

Sabine Amsbeck-Dopheide - Note: 2

Der wichtigste Radweg an der B 513 fehlt, weil ein Eigentümer der erforderlichen Flächen nicht bereit ist hofesnahe Flächen an das Land zum gebotenen Preis zu verkaufen. Der Landesbetrieb Straßen NRW ist nicht bereit, den Mehrzweckstreifen auf beiden Seiten der Straße in einen Radweg umzuwidmen, wie mehrmals von uns vorgeschlagen. An der Landesstraße Steinhägerstraße fehlt ein ca. 5 km langer Radweg bis zur Stadtgrenze. Das Land fördert eine Teilstück nur als Bürgerradweg, wobei die Kreuzung der Bahnlinie noch ein Problem darstellt. Es fehlen Radwege an den Kreisstraßen Hesselteicher Straße 5,7 km, Haller Straße 4,7 km, Brockhäger Straße 3,7 km und Herrdamm 5 km. Mehrfach habe ich erfolglos vorgeschlagen, wenigstens Teilstücke zu realisieren, um über Wirtschaftswege sichere Alternativen für Radfahrende anbieten zu können,

Andreas Hanhart - Note: 3,8


Es gibt kein stadtübergreifendes, engmaschiges Radwegenetz im weiteren und engeren Sinne. Dieses müsste mit dem Kreis und den k.a. Kommunen erarbeitet werden. Dafür würde ich mich einsetzen. Dementsprechend könnte das Konzept nach Finanzlage ausgebaut werden.

b) Wie viele Kilometer davon wollen Sie in Ihrer Stadt/Gemeinde pro Jahr in hochwertiger Qualität umsetzen?

Sabine Amsbeck-Dopheide - Note: 2,3

Das hängt von den obengenannten Straßenbaulasträgern ab. Von mir aus alle unverzüglich!

Andreas Hanhart - Note: 3


Das hängt von den Haushaltsplänen der kommenden Jahre ab. Die Finanzen werden immer knapper, Das merken wir heute schon, auch im öffentlichen (kommunalen) Bereich. Sobald verwaltungsseitig ein Konzept erarbeitet wäre, würde ich dieses im Rat bekannt geben. Danach könnten nach und nach Trassen repariert/saniert/ausgebaut werden. Maßgebend ist der Stadtrat, der die Mittel bereit stellt.

Radschnellwege – Radrouten von Ost nach West und Süd nach Nord

Radschnellwege sind ein wirksames Mittel, um Kfz-Pendlerströme signifikant zu verringern. Dabei sind sie kostengünstiger und schneller zu realisieren als der ÖPNV-Ausbau oder P&R-Systeme und haben eine hohe Förderquote.

Werden Sie sich für den zügigen Bau von Radschnellwegen oder anderen Radschnellverbindungen einsetzen? Welche Routen haben aus Ihrer Sicht das höchste Potential und wann werden diese auf den Weg gebracht?

Sabine Amsbeck-Dopheide - Note: 1,7

Siehe 9.

Andreas Hanhart - Note: 3,3

Radschnellwege und Fahrradstraßen halte ich für sehr gute Voraussetzungen für einen zügigen und sicheren Weg, Menschen vom Auto auf das Fahrrad zu bekommen.
Da ich noch nicht im Amt bin und unsere Partei, die FDP Harsewinkel, in der letzten Amtszeit des Rates nicht im RAt vertreten war, kann ich auf Anhieb keine konkrete Route nennen. Sicher erscheint mir aber auch unter dieser Rubrik, dass ein Wegenetz überregional, mit dem Kreis und den Nachbarkommunen entwickelt werden kann und sollte. Um ein derartiges Beteilgungsverfahren würde ich mich sofort kümmern.

Mehr Ressourcen fürs Rad

Der Finanzbedarf der Kommunen wird vom Bundesverkehrsministerium im Nationalen Radverkehrsplan mit 8 bis 19 € pro Einwohner und Jahr angegeben. Kopenhagen gibt 35 Euro je Einwohner und Jahr für den Radverkehr aus.

a) Wieviel wollen Sie künftig pro Jahr in den Radverkehr investieren? Wie stellen Sie sicher, dass für Ihre Stadt/Gemeinde Mittel aus den zahlreichen vorhandenen Fördertöpfen abgerufen werden?

Sabine Amsbeck-Dopheide - Note: 1,8

Das ist keine Bürgermeisterinnen Entscheidung der Rat ist der Souverän über den städtischen Haushalt. Es sind derzeit rund 180.000 €   für Rad- und Gehwegunterhaltung eingestellt und für die Unterhaltung von Straßen, Wegen und Plätzen rund 860.000 €  . Auch Straßensanierung kommt Radfahrenden zu gute. Schlaglöcher mögen an Autos Schäden verursachen, Radfahrende sind dadurch gefährdet. Als Investition sind 303.000 €   im HH 2020 für Radweg geplant. Für 2020 liegen wird damit bei gut 19 €  / Einwohner (180.000 + 303.000 €  ./. 25.000 EW).

Andreas Hanhart - Note: 3,8

Wir können uns nicht mit Kopenhagen vergleichen. Förderprogramme sind sehr gut. Bei dem Förderprogrammen darf man nicht dem Trugschluss verfallen, dann sei die Maßnahme kostenlos. Es bleibt immer ein finanzieller Eigenanteil bei der Stadt Harsewinkel. Ob und inwieweit demnächst noch unerschöpflich Mittel für freiwillige Baumaßnahmen in dem Volumen möglich sind, ist jährlich zu prüfen.

b) Das gesamte planende und entwickelnde Personal muss qualifiziert und beständig fortgebildet werden mit dem Ziel, Radverkehrsplanung als Querschnittsaufgabe in allen Planungsprozessen zu verstehen. Wie wollen Sie Personalentwicklung und -qualifizierung für die Radverkehrsförderung in Ihrer Verwaltung fördern?

Sabine Amsbeck-Dopheide - Note: 2

Der Planer der Stadt und die derzeitige Bürgermeisterin sind Alltagsradfahrer bei Wind und Wetter. Nicht alles, was heute gefordert und gehypt wird, ist fürs Fahrradfahren im Flachland in einer kleinen Kommune nötig. Wir haben einen realistischen Blick auf die Notwendigkeiten und auf die Fördermittel. Der zuständige Kollege, der an den Radwegen fahrradfreundliche Umlaufschranken nach neustem Stand anbringen lässt, muss sich häufig mit Anliegern auseinandersetzen, die das wegen der Gefährdung von Fußgängern, Kindern und der unzulässigen Nutzung durch motorisierte Zweiräder sehr kritisch sehen.

Andreas Hanhart - Note: 2,8


Auch diese Aufgabenstellung kann ich erst nach erfolgreicher Wahl beantworten. Die Stadtverwaltung hat sehr gut ausgebildete Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Sehr überlegt muss geprüft werden, in welchem Ressort die Radverkehrsplanung als eine Querschnittsaufgabe angesiedelt werden kann. Tatsache ist: Die Radverkehrsplanung hat in den Jahren enorm an Bedeutung gewonnen und diese wird sich noch steigern!

Mehr Radtourismus

Radtourismus ist ein wichtiger und wachsender Wirtschaftsfaktor. Schätzungen zu Folge werden 12% des Inlandsumsatz im Tourismus bereits durch den Fahrradtourismus generiert. Der Kreis und die Städte und Gemeinden sollten ihre Lage am Rande des östlichen Münsterlandes und zum Teil im Naturpark Teutoburger Wald, dem internationalen Radfernweg Nr. 1 sowie dem Emsradweg besser nutzen.

Wie wollen Sie dafür sorgen, dass die vorhandenen Potentiale besser genutzt werden?

Sabine Amsbeck-Dopheide - Note: 1,5

Die Stadt Harsewinkel hat mehrfach vergeblich versucht den Emsradweg näher an die Ems zu bekommen. Das scheitert an dem fehlenden Einverständnis der Landwirte und Jäger. Jetzt wird sich der Radweg auf dem ehemaligen Flughafengelände der Ems annähern können. Wir sind seit Jahren Mitglied im kommunalen Netzwerk der Emsanlieger und bewerben den Radweg, sorgen für die gute Ausschilderung und eine schadensfreie Strecke. Die Stadt hat selber einen Rad- und Wanderweg zwischen den Klöstern Marienfeld, Clarholz und Herzebrock entwickelt. Wir waren im letzten Jahr Zielort der NRW Radtour. Mit der Klosterpforte und zahlreichen attraktiven Übernachtungsangeboten in allen Preisklassen sind wir für die Emsradler meist die erste Etappenstation. Die Wirtschaftsförderung bewirbt das Fahrradfahren auf vielen Messen und Veranstaltungen.

Andreas Hanhart - Note: 1,8

Die örtlichen Wirtschaftsförderungs- und Tourismusstellen sowie die Stadtentwicklungsplanungen müssen sich darauf noch mehr einstellen.
Der Radtourismus sorgt für eine glänzende Innen- und Außenwirkung für die Städte.
Durch eine moderne Innenstadtgestaltung (mit entsprechender Möblierung, evtl. mit einer Erfrischungswasserstelle für Wanderer und Radfahrer, einer guten Tagesgastronomie und angemessenen Übernachtungsmöglichkeiten) würden wir Impulse geben in der Außenwahrnehmung. Gleichzeitig werben wir so für Gäste, Urlauber, Touristen, Radfahrer etc.) die Wirtschaftskraft in die Stadt bringen.
Ich würde mich dafür stark machen, dafür über die Stadtgrenze zu werden und die Nachbarkommunen ebenfalls von dem positiven Gedanken zu überzeugen. Nur gemeinsam sind wir stark.

Ausblick

Was ist Ihr Leuchtturmprojekt für den Radverkehr im Kreis/in Ihrer Stadt oder Gemeinde? Welche Maßnahmen wollen Sie in den ersten 100 Tagen anpacken? Und welche Maßnahmen werden Sie nach einem Jahr umgesetzt haben?

Sabine Amsbeck-Dopheide - Note: 1,8

Leuchtturmprojekt ist die Verknüpfung von Mobilitätsformen. Zentral ist der SPNV auf der TWE-Strecke. Dann können Radler ihr Fahrrad mitnehmen, soweit der Platz reicht. Im Zuge der Entwicklung des interkommunalen Gewerbeparks Flughafen GT wird wenigstens das Teilstück des Radwegs an der B 513 zwischen Marienfeld und GT realisiert werden. Ich wünsche mir, dass er im Standard eines Radschnellweges gebaut wird mit Anbindung an den Schnellweg von HF, BI, GT. Die Vision ist, dass der Radschnellweg entlang der B 513 bis nach Sassenberg geführt wird. In den Ortsdurchfahrten in Greffen und Harsewinkel müssten die Längsparkstreifen entfallen, um genügend Platz für den Schnellweg zu schaffen. Wenn wir mit Radschnellweg und Zug auf der TWE-Strecke die prognostizierten Verkehrssteigerungen des KFZ Verkehr senken könnten, könnten wir die Umgehungsstraße durch die Lutteraue vermeiden. Es geht nicht mir nicht um Lifestyle auf und mit Fahrrad sondern um eine andere Mobilität im Alltag.

Andreas Hanhart - Note: 3,8


Aufbereiten von Konzepten, die im Rat beraten und beschlossen werden können. Das wären u.a. das Innenstadtkonzept, Radwegekonzept mit allen vorbereitenden Gesprächen mit allen beteiligten Akteuren.
Die Umsetzung hängt davon ab, welches Finanzvolumen der Haushaltsplan 2021 der Stadt Harsewinkel bereit hält. Darüber entscheidet jedoch der neue Stadtrat.

Die Gesamtnote

Fragenblock

Amsbeck-Dopheide

Hanhart

Palmier

Westmeyer

VisionZero - keine Verkehrstoten oder Schwerverletzten

2,0

3,0

Keine Reaktion

Keine Reaktion

Gleichberechtigung

2,4

3,7

Sehr gute Fahrradinfrastruktur

1,9

3,0

Rücksicht

2,6

3,6

Beschleunigung des Radnetzausbaus

2,1

3,4

Radschnellwege

2,2

1,6

Mehr Ressourcen für das Fahrrad

1,7

3,3

Mehr Radtourismus

1,5

1,8

Ausblick

1,8

3,8

Gesamtnote

2,1

3,3

n/a

n/a

© 2020 ADFC Kreisverband Gütersloh e. V.