Die ADFC-Wahlprüfsteine für die beiden Kandidatinnen und den Kandidaten für die Stadt Halle

Die drei Kandidat*innen für das Bürgermeister-Amt Edda Sommer, Kirsten Witte und Thomas Tappe haben wir im Juli aufgerufen, Wahlprüfsteine des ADFC auszufüllen. Alle drei Kandidaten haben uns geantwortet. Untenstehend finden Sie ihre Antworten und die dazugehörige Benotung der einzelnen Antwort durch das ADFC-Bewertungsteam. Wir bedanken uns bei allen drei für die Teilnahme!

VisionZero - keine Verkehrstoten oder Schwerverletzten

Sicherheit für Alle. Der ADFC Kreisverband Gütersloh fordert eine Verkehrspolitik, die das Ziel hat, die Anzahl der Verkehrstoten oder Schwerverletzten auf null zu reduzieren. Ein wichtiges Element dafür ist die Reduzierung der Geschwindigkeit. Tempo 30 innerorts entscheidet oft zwischen Leben und Tod und wirkt sofort.

Wie wollen Sie Radfahrende und zu Fuß Gehende, besonders Kinder, Schüler*innen und Senior*innen im Verkehr wirksam schützen? Werden Sie sich für eine innerörtliche Regelgeschwindigkeit von 30 km/h einsetzen?

Edda Sommer - Note: 2

In der Stadt Halle ist das Nahmobilitätskonzept beschlossen, hier werden derzeit Maßnahmen bereits umgesetzt und befinden sich in der Prüfung bzw. In der Beratung der zuständigen Ausschüsse und des Rates.
Innerstädtisch eine Regelgeschwindigkeit von 30 km/h halte ich für sinnvoll, wenn es entsprechend aller Verkehrsteilnehmer umsetzbar ist, wobei die Berücksichtigung der schwächeren Verkehrsteilnehmer hier in den Vordergrund gerückt werden sollte.

Kirsten Witte - Note: 1,7

Die Haller GRÜNEN setzen sich schon seit langem für ein Stärkung von Fußgängern und Radfahrern ein. Eine  innerörtliche Geschwindigkeit von 30 km/h ist in diesem Zusammenhang ein wesentlicher Baustein, den ich auch als Bürgermeisterin unterstützen möchte.

Thomas Tappe - Note: 2,3


Eine innerörtliche Regelgeschwindigkeit von 30 km/h macht in ausschließlichen Wohnbereichen und vor sensiblen Nutzungen (Kindergärten, Schulen, Altenheimen usw.) Sinn. Auf Hauptverkehrsstraßen oder -erschließungsstraßen mit entsprechender Verkehrsfrequentierung ist die Geschwindigkeitsreduzierung zur Sicherstellung einer optimalen Erreichbarkeit und angemessenen Förderung des Einzelhandels nicht zielführend. Mein Ziel ist ein Gesamtverkehrskonzept aufzustellen, das das veränderte Mobilitätsverhalten der Bevölkerung berücksichtigt, aber auch den Punkt der Erreichbarkeit mit in den Blick nimmt. Ziel muss sein, die Verkehrsarten je nach Platzverhältnissen möglichst weiterhin getrennt zu führen, da z.B. Fahrradschutzstreifen, die bei Bedarf vom Fahrzeugverkehr überfahren werden dürfen, meines Erachtens die Verkehrssicherheit nicht erhöhen.

Gleichberechtigung

Wir brauchen #MehrPlatzfürsRad. Die jahrzehntelang betriebene Priorisierung des Autoverkehrs muss umgekehrt werden. Der ADFC KV Gütersloh möchte den Radverkehrsanteil im Kreis bis 2025 in jeder Kommune auf 25% steigern und 2030 auf 35%.

a) Werden Sie den Straßenraum gerechter verteilen, auch indem an Hauptstraßen Spuren für den Radverkehr umgewidmet werden?

Edda Sommer - Note: 2,7

Dies ist von der Anordnung der Straßenverkehrbehörde abhängig, die die Umwidmung von Straßen anordnet.
Grundsätzlich plädiere ich für mehr Raum für die Radfahrer. Siehe Nahmobilitätskonzept.

Kirsten Witte - Note: 2

Eine Neuverteilung des Straßenraumes ist richtig und notwendig. Erste Maßnahmen sind auf der Bahnhofstraße bereits erfolgt. Ich setze mich für weitere Maßnahmen ein.

Thomas Tappe - Note: 2,7


Wie bereits unter 1. beschrieben, ist die Aufstellung eines Gesamtverkehrskonzeptes angedacht. Spuren einfach zu sperren, ist nicht zielführend, da so der motorisierte Verkehr nicht reduziert, sondern nur in dafür nicht ausgelegte Bereiche verlagert wird.

b) Werden Ampelschaltungen so angepasst, dass Radfahrende - wie heute Autofahrende - die Kreuzungen in einem Zug überqueren können?

Edda Sommer - Note: 3

Sollte es sich um eine städtische Lichtzeichenanlage handeln, ist die sicherlich denkbar.
Alle übrigen LZA werden vom Straßenbaulastträger gesteuert. Eine optimierte Schaltung im Sinne aller Verkehrsteilnehmer ist anzustreben.

Kirsten Witte - Note: 2,3


Bei den Ampelschaltungen besteht großer Handlungsbedarf. In Zusammenarbeit mit der Kreisverkehrsbehörde werde ich  mich dafür einsetzen, dass Radfahrer die gleichen Rechte wie Autofahrer bekommen.

Thomas Tappe - Note: 3,3

Wenn möglich gerne, es kommt jedoch auf die Frequentierung der Straße an.

 

c) Werden Sie sogenannte „Bettelampeln“ an Kreuzungen abschaffen und Grünphasen für Radfahrer verlängern?

Edda Sommer - Note: 3

Siehe 2.b)

Kirsten Witte - Note: 1,7

Bettelampeln benachteiligen Radfahrer erheblich und minimieren den Komfort des Radfahren. Deshalb werden ich mit Nachdruck darauf dringen, diese in der Stadt Halle flächendeckend abzuschaffen.

Thomas Tappe - Note: 4,3

Bislang stellen die "Bettelampeln" aus meiner Sicht kein signifikantes Problem dar.  Sollte sich das Fahrradaufkommen in der prognostizierten Weise erhöhen, wird man die Situation sicherlich neu bewerten.

 

d) Werden Sie Autoparkplätze für Fahrradabstellanlagen umwidmen?

Edda Sommer - Note: 3,7

Dies liegt nicht in ausschließlich in meiner Entscheidung. Die politischen Mehrheiten müssen das wollen.
Eine Umwidmung halte ich persönlich in Halle nicht für notwendig. Für Fahrradabstellanlagen sind gesonderte Flächen vorzusehen.

Kirsten Witte - Note: 2,3

Parkraum muss gerecht verteilt werden, Autos werden z.Z. noch bevorzugt. Die Haller Grünen haben schon vor einem Jahr mit einer Aktion darauf aufmerksam gemacht und ich werde mich auch weiterhin für eine gerechtete Verteilung des öffentlichen Raumes einsetzen.

Thomas Tappe - Note: 3


Da es in der Innenstadt ein generelles Parkraumproblem gibt, ist auf Antrag der CDU-Fraktion die Erstellung eines Parkraumkonzeptes beschlossen worden. Natürlich wird dabei auch der zukünftig ansteigende Abstellplatz für Fahrräder Berücksichtigung finden.

Sehr gute Fahrradinfrastruktur

An Hauptstraßen brauchen wir breite, asphaltierte Radwege – z.B. ausgeführt als “protected Bike Lane”, d.h. auf der Fahrbahn, aber baulich getrennt vom Autoverkehr - und klar strukturierte Kreuzungen, die sicher und zügig von zu Fuß gehenden und radfahrenden Menschen überquert werden können. Fahrradstraßen weisen Radvorrangrouten aus, in denen Autos nur zu Gast sind.

a) Wie wollen Sie den Komfort für Radfahrende erhöhen? Was werden Sie tun, um die Qualität (Schlaglöcher, schlechte Bordsteinabsenkungen, Auf und Ab an Einmündungen und Grundstückseinfahrten) der Radwege zu verbessern?

Edda Sommer - Note: 2,7

Die Stadt Halle (Westf.) erstellte ein Radwegekonzept, aus welchem seit der Aufstellung im Jahr 1996 zahlreiche Rad- und Gehwegmaßnahmen umgesetzt wurden. In Planung sind derzeit die Rad-/Gehwege zwischen dem Stockkämper Weg und der Hesselner Straße südlich der Bahnlinie sowie an der Voßheide von der Jägerstraße bis zur Kölkebecker Straße, ein Radweg an der Werther Straße von Am Stadtrand bis zur alten Werther Straße und eine Radvorrangroute auf der Trasse der B 68 als Veloroute B 68.

Kirsten Witte - Note: 1,7

Die Grünen haben 2018 ein Nahmobilitätskonzept beantragt.  Darin sind 166 Maßnahmen zur Stärkung des Rad- und Fußgängerverkehrs  und ÖPNV enthalten, die nach und nach abgearbeitet werden. Mängel am Radwegenetz wurden ermittelt. Der jährliche Straßenzustandsbericht sollte auch auf die Radwege ausweitet werden.  

Thomas Tappe - Note: 3

In unserer Stadt existiert bereits ein Nahmobilitätskonzept, indem eine große Liste verschiedener Maßnahmen aufgeführt wird, um zum einen die Infrastruktur auszubauen und zum anderen Missstände bei der Beschilderung oder baulichen Ausführung zu beheben. Diese Liste wird nach der Verfügbarkeit von Haushaltsmitteln abgearbeitet.

 

b) Wie wollen Sie das Fahrradparken in Ihrer Stadt/Ihrer Gemeinde verbessern? Werden Sie sich für die Einrichtung/den Ausbau von Mobilitätsstationen mit Radparkhäusern an den Bahnhöfen und Fahrradboxen an allen wichtigen ÖPNV-Knotenpunkten einsetzen?

Edda Sommer - Note: 1,7

Ja! Im Haushalt 2020 sind für die Fahrradstellanlage Innenstadt 100.000,-€ angesetzt.
Mobilitätsstationen, wie in Künsebeck am Bahnhof und Hesseln am Bahnhof sowie in Halle am Bahnhof sind beschlossen.

Kirsten Witte - Note: 2


Die Einmündungen und Kreuzungen von Radwegen in Straßen möchte ich nach den Empfehlungen des ADFC umgestaltet werden. Gefährliche Absperrpfosten und Umlaufschranken sind zu entfernen. Wir wollen unseren Bahnhof zu einer ""Mobilitätsstation"" entwickeln. Eine Radstation ist dort bereits in Betrieb.

Thomas Tappe - Note: 1,7


Die Einrichtung und der Ausbau von Mobilstationen ist bereits an den DB-Bahnhöfen Halle (Westf.) und Künsebeck bzw. am ZOB angedacht und wird von mir ausdrücklich unterstützt. Weitere Bedarfe sind noch zu prüfen.

Rücksicht

Auf Radwegen und in zweiter Reihe stehende Autos sind kein Kavaliersdelikt, sondern gefährden uns Radfahrende akut. Sie zwingen uns in den fließenden Verkehr. Baustellen werden oftmals eingerichtet und blockieren Rad- und Fußwege.

a) Wie wollen Sie wirksame Kontrollen erreichen? Werden Sie konsequent rund um die Uhr abschleppen lassen?

Edda Sommer - Note: 3

Das Parken in zweiter Reihe ist ein hauptsächliches Problem in Großstädten und nicht in Kleinstädten, wie Halle. Ebenso parken die Autos in Halle nicht auf den Radwegen.
Sollte dies dennoch mal auftreten, sollte dies mitgeteilt werden, damit dementsprechend gehandelt werden kann.

Kirsten Witte - Note: 3,3

In Halle ist das Parken auf Radwegen und Parken in zweiter Reihe kein Problem.

Thomas Tappe - Note: 2

Die Kontrolle des Ruhenden Verkehrs ist Aufgabe der Kommune und hängt damit entscheidend von der Verfügbarkeit des kommunalen Personals für angesprochene Kontrollen ab. Zurzeit steht im Rathaus für solche dauerhaften Kontrollen kein ausreichendes Personal zur Verfügung. Ich setze mich dafür ein, dass der kommunale Ordnungsamtsaußendienst zur Sicherstellung der Einhaltung von Regeln auf Straßen und Plätzen verstärkt wird. Eine dauerhafte und flächendeckende Kontrolle ist jedoch utopisch.

 

b) Baufirmen setzen die Vorgaben zur Baustelleneinrichtung nicht um. Wie wollen Sie das Baustellenmanagement für den Radverkehr verbessern?

Edda Sommer - Note: 3

Es gilt die Baufirmen dementsprechend zu überwachen und die Tiefbauabteilung entsprechend zu sensibilisieren, dass die Firmen ihre Baustellen entsprechend absichern.

Kirsten Witte - Note: 3,3

Auch bei Baustellen gibt es keine Beschwerden.

Thomas Tappe - Note: 3,7


Die Baustelleneinrichtung erfolgt auf entsprechende Anweisung der Straßenverkehrsbehörde des Kreises, die sicherlich auch die Belange der Radfahrer berücksichtigt.  
Das geschilderte Problem ist mir bislang nicht vorgetragen worden. Es sollte auf jeden Fall kontrolliert werden, dass die Vorgaben der Straßenverkehrsbehörde eingehalten werden.

Beschleunigung des Radnetzausbaus

Beim aktuellen Umsetzungstempo des geplanten Kreisalltagsradnetzes sowie örtlicher Mobilitäts- Masterplänen/-Konzepten werden die dort formulierten Ziele absehbar nicht erreicht. Allein das geplante Alltagsradwegenetz des Kreis Gütersloh umfasst Maßnahmen an ca. 450 km Länge.

a) Woran scheitert der zügige Ausbau der Radinfrastruktur vor Ort aus Ihrer Sicht und was wollen Sie zur Beschleunigung tun?

Edda Sommer - Note: 3,3

Ein zügiger Ausbau weiterer Radwege ist, wie das Halle beschlossene Nahmobilitätskonzept vorgibt, angedacht. Die Umsetzung kann an politischen Differenzen und Grundstückesverfügbarkeiten hängen.

Kirsten Witte - Note: 3

Die unterschiedliche Zuständigkeit für Straßen, Kreuzungen und Ampeln macht Veränderungen nicht leichter. Ich werde mich für eine enge Verzahnung der unterschiedlichen Straßenbaulastträger einsetzen.

Thomas Tappe - Note: 3

Der zügige Ausbau der Radinfrastruktur ist begrenzt durch das zur Verfügung stehende Personal im Tiefbaubereich, die Verfügbarkeit der erforderlichen Finanzmittel und die zu tätigen Grunderwerbsverhandlungen und die damit einhergehende Verfügbarkeit der erforderlichen Flächen. Gerade der letzte Punkt ist bei fehlender Bereitschaft der Grundstückseigentümer Flächen für diesen Zweck abzugeben, schwerlich zu beschleunigen. Ziel muss sein, die im städtischen Haushalt vorgesehenen Maßnahmen entsprechend zeitlich umzusetzen.

 

b) Wie viele Kilometer davon wollen Sie in Ihrer Stadt/Gemeinde pro Jahr in hochwertiger Qualität umsetzen?

Edda Sommer - Note: 3

Dies ist abhängig von den Straßenbaulastträgern und auch ein Eigentümern, auf die Stadt angewiesen ist, um den Grunderwerb zum Bau von Radwegen zu ermöglichen.

Kirsten Witte - Note: 2,3

Ich möchte viele neue Radwege anlegen, in Kilometern haben ich das bisher noch nicht vermessen. Zurzeit entwickeln wir in Halle den Radweg entlang der Bahnlinie weiter. Die Ortsteile sind an das Zentrum angebunden, es fehlen aber noch Verbindungen zwischen den Ortsteilen.

Thomas Tappe - Note: 3,3

Die Anzahl der Kilometer hängt von der einzelnen geplanten Maßnahme ab. Eine Zielfestsetzung ist daher aus meiner Sicht Augenwischerei und wenig praktikabel.

Radschnellwege – Radrouten von Ost nach West und Süd nach Nord

Radschnellwege sind ein wirksames Mittel, um Kfz-Pendlerströme signifikant zu verringern. Dabei sind sie kostengünstiger und schneller zu realisieren als der ÖPNV-Ausbau oder P&R-Systeme und haben eine hohe Förderquote.

Werden Sie sich für den zügigen Bau von Radschnellwegen oder anderen Radschnellverbindungen einsetzen? Welche Routen haben aus Ihrer Sicht das höchste Potential und wann werden diese auf den Weg gebracht?

Edda Sommer - Note: 1,7

Die Inhalte des integrierten Radverkehrskonzeptes für die Regiopolregion Bielefeld (kurz: regiopoles Radverkehrskonzept) sind in zukünftigen kommunalen Verkehrsplanungen zu berücksichtigen und damit der interkommunale Radverkehr in der ostwestfälisch-lippischen Regiopolregion Bielefeld zu fördern. Maßgeblich sind dabei das regiopole Radverkehrsnetz sowie die im Radverkehrskonzept definierten Standards der Radverkehrsführung.
Die Verwaltung wird beauftragt, die im regiopolen Radverkehrskonzept definierten Maßnahmenvorschläge in Abstimmung mit den Kommunen und Partnern der Regiopolregion weiterzuverfolgen und in eine auf zehn Jahre angelegte Umsetzungsstrategie zu überführen.
Ziel ist es, das Fahrrad als attraktives, sicheres und gleichberechtigtes Verkehrsmittel in der Region zu fördern: für den Weg zur Arbeit, zur Ausbildung, zum Einkaufen, zum Sport oder ins Theater.

Kirsten Witte - Note: 1,7


Radschnellwege sind ein wesentlicher Baustein für eine Mobilitätswende. Ich setze mich insbesondere für einen Radschnellweg über die alte B 68 nach Bielefeld ein und darüber hinaus auch eine schnelle Verbindung nach Gütersloh. Im Rahmen der Regiopole sind diese Projekte derzeit in Planung.

Anmerkung des ADFC: Bei der geplanten Radwegeverbindung entlang der ehemaligen B68 handelt es sich nicht um einen Radschnellweg. Bei diesem auch vom ADFC unterstützen Projekt handelt es sich um eine sogenannte Veloroute oder auch Radschnellverbindung, die die Kriterien eines Radschnellwegs jedoch nicht erreichen wird.

Thomas Tappe - Note: 1,7


Der Bau von Radschnellwegen ist aus meiner Sicht aus den von Ihnen bereits ausgeführten Gründen unerlässlich. In Planung befindet sich zurzeit die Veloroute entlang der ehemaligen B 68 von Borgholzhausen nach Bielefeld. Ein Fertigstellungszeitpunkt ist meiner Kenntnis nach noch nicht festgelegt.
Ähnliche Projekte könnten ebenfalls an der B 68 nach Osnabrück bzw. bei noch zu definierender Trasse von Halle (Westf.) nach Gütersloh sinnvoll sein.

Mehr Ressourcen fürs Rad

Der Finanzbedarf der Kommunen wird vom Bundesverkehrsministerium im Nationalen Radverkehrsplan mit 8 bis 19 € pro Einwohner und Jahr angegeben. Kopenhagen gibt 35 Euro je Einwohner und Jahr für den Radverkehr aus.

a) Wieviel wollen Sie künftig pro Jahr in den Radverkehr investieren? Wie stellen Sie sicher, dass für Ihre Stadt/Gemeinde Mittel aus den zahlreichen vorhandenen Fördertöpfen abgerufen werden?

Edda Sommer - Note: 3

Diese Entscheidung obliegt dem Rat der Stadt Halle als souverän über den städtischen Haushalt.
Als Investitionen sind rund 245.000,-€ für das Haushaltsjahr 2020 eingestellt.
Die Straßensanierung kommt den Radfahrenden ebenfalls zu gute. Weitere Zahlen sind dem Haushalt der Stadt Halle zu entnehmen.
Die Verwaltung und das entsprechende Fachpersonal setzen sich derzeit und zukünftig mit den Fördermöglichkeiten auseinander und prüfen dies entsprechend.

Kirsten Witte - Note: 2,7

Ich möchte die Investitionen in die Fahrradinfrastruktur erhöhen. Bisher waren jährlich ca. 100.000 € für Infrastrukturmaßnahmen im Haushalt vorgesehen. Eine Fachkraft im Rathaus kümmert sich vornehmlich um das Thema Fördermittel für unsere Stadt auf vielen Gebieten.

Thomas Tappe - Note: 2,7

Wie bereits unter 5 b) ausgeführt, hängt der Investitionsbedarf von der Planung konkreter Maßnahmen ab.
In der Stadtverwaltung Halle (Westf.) gibt es bereits eine Verwaltungskraft, die sich speziell mit der Beantragung von Förderungen und der Sichtung entsprechender Programme befasst.

b) Das gesamte planende und entwickelnde Personal muss qualifiziert und beständig fortgebildet werden mit dem Ziel, Radverkehrsplanung als Querschnittsaufgabe in allen Planungsprozessen zu verstehen. Wie wollen Sie Personalentwicklung und -qualifizierung für die Radverkehrsförderung in Ihrer Verwaltung fördern?

Edda Sommer - Note: 3,3

Das Personal der Stadt Halle ist qualifiziert und bildet sich entsprechend der Notwendigkeit auch zukünftig weiter.

Kirsten Witte - Note: 2,3


Wir haben  die Einstellung einer Klimaschutzmanagerin beantragt, die in diesem Jahr ihre Arbeit in Halle aufgenommen hat. Die Förderung des Radverkehrs wird ein Schwerpunkt im Portfolio der Klimaschutzmanagerin sein.
Auf Antrag der GRÜNEN nahm Halle 2019 erstmals am StadtRadeln teil und wurde dabei Sieger in der Kategorie „Bester Newcomer im Bereich bis 50.000 Einwohner für den aktivsten Stadtrat.

Thomas Tappe - Note: 2,3

Die Qualifizierung des Personales zur adäquaten Aufgabenerfüllung gehört auch in anderen Bereichen zu dem normalen Verwaltungsgeschäft. Auch hier geht es neben der zeitlichen Verfügbarkeit um die Bereitstellung eines entsprechenden Fortbildungsbudgets und um ein entsprechendes Fortbildungsangebot. Ziel ist es, dass jeder Mitarbeiter mindestens einmal jährlich eine Fortbildung für seinen Aufgabenbereich besuchen kann.

Mehr Radtourismus

Radtourismus ist ein wichtiger und wachsender Wirtschaftsfaktor. Schätzungen zu Folge werden 12% des Inlandsumsatz im Tourismus bereits durch den Fahrradtourismus generiert. Der Kreis und die Städte und Gemeinden sollten ihre Lage am Rande des östlichen Münsterlandes und zum Teil im Naturpark Teutoburger Wald, dem internationalen Radfernweg Nr. 1 sowie dem Emsradweg besser nutzen.

Wie wollen Sie dafür sorgen, dass die vorhandenen Potentiale besser genutzt werden?

Edda Sommer - Note: 3

Es gilt auch zukünftig die Potentiale entsprechend zu bewerben und in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Das Tourismusbüro ist hierbei bereits ein adäquater Ansprechpartner.

Kirsten Witte - Note: 2

Die meisten Übernachtungen in Halle buchen radfahrende Touristen. Ich setze mich für eine bessere Beschilderung, eine angemessene Pflege der Wege und Radfahrer-freundliche Infrastruktur ein. Für die lokalen Gaststätten und Hotels sehe ich noch Potential. Wir bedauern die Abschaffung des überörtlichen, landschaftlich reizvollen R 35 (Werther,Halle,Brockhagen, Marienfeld, Lutter, Flughafen, Wiedenbrück)

Thomas Tappe - Note: 1,3


Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass bereits vorhandene Strukturen und Wege nicht nur in der Ersteinrichtung sondern auch dauerhaft gepflegt und kontrolliert werden (z.B. Radwegebeschilderung). Im Kreis Gütersloh existiert bereits ein sehr gutes Freizeitradwegenetz, welches aus meiner Sicht noch besser beworben werden könnte. Ferner ist nach Fertigstellung jedes neuen Radweges zu prüfen, inwieweit dieser in das bestehende Netz eingebunden werden kann bzw. dadurch neue Routen ausgewiesen werden können.  Ferner ist wichtig, dass das Stadtmarketing ggf. in Zusammenarbeit mit den benachbarten Kommunen und dem Kreis die Vorzüge und Sehenswürdigkeiten der Region stärker herausstellt. Zudem macht auch die Zusammenarbeit mit dem Hotel- und Gaststättengewerbe Sinn, um z.B. Urlaubsangebote entwickeln zu können.

Ausblick

Was ist Ihr Leuchtturmprojekt für den Radverkehr im Kreis/in Ihrer Stadt oder Gemeinde? Welche Maßnahmen wollen Sie in den ersten 100 Tagen anpacken? Und welche Maßnahmen werden Sie nach einem Jahr umgesetzt haben?

Edda Sommer - Note: 1,7

Grundsätzlich geht es darum, die Mobilität im Alltag zu fördern und die Möglichkeiten hierfür zu schaffen.
Das Kreisnetz mit einer Länge von rund 30 km im Bereich der Stadt Halle (Westf.) verdichtet das Netz und bindet die regional bedeutenden Ziele, wie das Lindenbad oder das Kreisgymnasium an das überregionale Radwegenetz an.
Darüber hinaus existiert eine Reihe touristischer Routen, wie z. B. die überregionale Themenroute Bahnroute Teuto-Senne, oder die lokalen Rundrouten „Adel verpflichtet“ und „Tour der Verliebten“, welche die attraktiven Freizeitflächen der Stadt Halle (Westf.) erschließen.
Die vorhandenen Netze und Themenrouten bilden die Grundlage für das Radverkehrsnetz der Stadt Halle (Westf.).
Alle bestehenden Routen werden in das Netz integriert und im Zuge der Netzplanung ergänzt.
Mir ist es wichtig, dass die bereits beschlossenen neuen Radwege zeitnah fertiggestellt werden und das Integrierte Radverkehrskonzept Regiopolregion Bielefeld für Halle voranzubringen.

Kirsten Witte - Note: 2

Die Abschaffung von Bettelampeln, eindeutige Wegeführungen auf Straßen sind mit mehrheitlichem politischen Willen kurzfristig umzusetzen. Dafür werde ich mich einsetzen.

Thomas Tappe - Note: 1,7


Das Leuchtturmprojekt in der Region ist die Verwirklichung der Veloroute entlang der ehemaligen B 68 von Borgholzhausen nach BieIefeld.
Vor Ort gibt es notwendige Lückenschlüsse des Radwegenetzes zur sachgerechten Anbindung der Ortsteile, die bereits in der Finanzplanung berücksichtigt, aber zur Zeit noch nicht umgesetzt sind. Aus der beschriebenen angedachten Gesamtverkehrsplanung werden sich neue Projekte ergeben, die dann in die Haushaltsplanung aufgenommen werden.
Da die Verwirklichung von Projekte, wie bereits unter 5a) beschrieben von mehreren Faktoren beeinflusst werden, die auch von einem Bürgermeister nicht alleine veränderbar sind, lege ich mich nicht auf konkrete Projekte und Zeiträume für die Erledigung fest. Letztendlich sind auch die sich aus der Kommunalwahl ergebenden Mehrheiten ausschlaggebend für weitere Entscheidungen in diesem Bereich.
Fakt ist, dass ich mich für eine größere Berücksichtigung der Belange des Radverkehrs stark machen werde. Ich lege schon seit 15 Jahren meinen täglichen Arbeitsweg (18 km gesamt) mit dem normalen Fahrrad (nicht E-Bike) zurück und unternehme regelmäßig Fahrradurlaube, so dass mir die Problemstellungen der Befragung sehr präsent sind.

Die Gesamtnote

Fragenblock

Tappe

Witte

Sommer

VisionZero - keine Verkehrstoten oder Schwerverletzten

2,3

1,7

2,0

Gleichberechtigung

3,3

2,1

3,1

Sehr gute Fahrradinfrastruktur

2,3

1,8

2,2

Rücksicht

2,8

3,3

3,0

Beschleunigung des Radnetzausbaus

3,2

2,7

3,2

Radschnellwege

1,7

1,7

1,7

Mehr Ressourcen für das Fahrrad

2,5

2,5

3,2

Mehr Radtourismus

1,3

2,0

3,0

Ausblick

1,7

2,0

1,7

Gesamtnote

2,6

2,3

2,7

 

 

Quelle: ADFC Kreisverband Gütersloh, Benotungen der Wahlprüfsteine nach Schulnoten, unterschiedliche Anzahl von Fragen je Fragenblock

 

 

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