Die ADFC-Wahlprüfsteine für die Kandidat*innen in Langenberg, Werther und Schloß Holte-Stukenbrock

Für Schloß Holte-Stukenbrock, Werther und Langenberg haben wir von Herrn Erichlandwehr, Herrn Lemmen und Frau Mittag ausgefüllte Wahlprüfsteine erhalten. Leider haben wir aufgrund der späten Wahlausschuss-Termine versehentlich für alle drei Städte nicht alle Kandidaten auf das Bürgermeisteramt befragt. Wir bitten Thorsten Baumgart und Philipp Ashton, jeweils Kandidaten für die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock, Ralf Eckelmann, Johannes Decius und und Andreas Steffens, jeweils Kandidaten für Werther und Klaus Vorderbrüggen, Kandidat für Langenberg, um Entschuldigung.

Wir bedanken uns bei Susanne Mittag, Hubert Erichlandwehr und Veith Lemmen für die Teilnahme! Untenstehend finden Sie ihre Antworten und die dazugehörige Benotung der einzelnen Antwort durch das ADFC-Bewertungsteam.

VisionZero - keine Verkehrstoten oder Schwerverletzten

Sicherheit für Alle. Der ADFC Kreisverband Gütersloh fordert eine Verkehrspolitik, die das Ziel hat, die Anzahl der Verkehrstoten oder Schwerverletzten auf null zu reduzieren. Ein wichtiges Element dafür ist die Reduzierung der Geschwindigkeit. Tempo 30 innerorts entscheidet oft zwischen Leben und Tod und wirkt sofort.

Wie wollen Sie Radfahrende und zu Fuß Gehende, besonders Kinder, Schüler*innen und Senior*innen im Verkehr wirksam schützen? Werden Sie sich für eine innerörtliche Regelgeschwindigkeit von 30 km/h einsetzen?

Langenberg - Susanne Mittag - Note: 2

Fußgänger und Fahrradfahrer haben keine Knautschzone und brauchen besonderen Schutz, das ist klar.
Geschwindigkeitsbeschränkungen sind da kein Allheilmittel, auf keinen Fall die alleinige Lösung und pauschal eingesetzt auch nicht zielführend. Baulich abgetrennte oder visuell gut sichtbare Fahrradwege sowie der durch Lotsen gesicherte Schulweg gehören auch dazu. In Langenberg haben wir im Übrigen schon in vielen Bereichen der Gemeinde Tempo 30.
Eine noch größere Gefahr sehe ich bei dem Thema Abbiegen. Technische Lösungen, die auf Verkehrsteilnehmer im toten Winkel hinweisen, können Leben retten.

Schloß Holte-Stukenbrock - Hubert Erichlandwehr - Note: 2,3


Im Ort gibt es bereits in den Wohngebieten sehr viele Tempo 30 Zonen. Darüber hinaus ist eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 auch in der Nähe von nahezu allen Schulen, Kitas und Seniorenheimen angeordnet. Eine innerörtliche Regelgeschwindigkeit von 30 km/h für alle Straßen halte ich nicht für zielführend. Die Geschwindigkeitsregel muss nicht nur festgeschrieben sein, sondern auch akzeptiert werden. Auf langen Hauptverkehrsstraßen geschieht dies häufig nicht, da der Verkehrsteilnehmer die Regelung auf derartigen Straßen nicht nachvollziehen kann. Hier halte ich separate Fuß- und Radwege für die sicherere Variante.

Werther - Veith Lemmen - Note: 2

Ich möchte erreichen, dass Stück für Stück alle unklaren Verkehrsregelungen verschwinden. Denn durch sinnvolle und klar nachvollziehbare Regelungen verschwinden auch Unsicherheiten bei den verschiedenen Verkehrsteilnehmern und dadurch entsteht dann ein Miteinander, statt ein Gegeneinander. Wir unterstützen das Ziel des ADFC und des DVR die ""Vision Zero"" durchzusetzen. In Werther sind bereits heute Straßen auf Tempo 30 oder weniger beschränkt, weitere werden folgen. Zudem werden wir die Sicherheit und Aufenthaltsqualität in der Innenstadt erhöhen, beispielsweise auf der Ravensberger Straße. Für Schulkinder werden wir den ""Walking-Bus"" unterstützen und es wurden neue Elternparkplätze engerichtet. Beides erhöht die Sicherheit und die Kinder lernen den Umgang mit dem Straßenverkehr. Die SPD hat in den vergangenen Jahren zudem bereits mehrere Initiativen ergriffen, die Nutzung des Fahrrades sicherer zu machen. So wurde die Einrichtung eines Schutzstreifens auf der Enger Straße gefordert und es wurden auf unseren Antrag erstmals explizit 25.000 Euro in den Haushalt der Stadt zur Verbesserung der Radinfrastruktur bereitgestellt. Diesen Kurs werden wir fortsetzen und intensivieren.

Gleichberechtigung

Wir brauchen #MehrPlatzfürsRad. Die jahrzehntelang betriebene Priorisierung des Autoverkehrs muss umgekehrt werden. Der ADFC KV Gütersloh möchte den Radverkehrsanteil im Kreis bis 2025 in jeder Kommune auf 25% steigern und 2030 auf 35%.

a) Werden Sie den Straßenraum gerechter verteilen, auch indem an Hauptstraßen Spuren für den Radverkehr umgewidmet werden?

Langenberg - Susanne Mittag - Note: 4,7

Darin sehe ich sogar eine größere Gefährdung für die Radfahrer*innen. In ohnehin beengten Verhältnissen noch Teile der Straße umzuwidmen schafft mehr Probleme als Lösungen. Die Versuche in Corona-Zeiten in größeren Städten haben gezeigt, dass dann die womöglich noch wichtigere Wahrung des Abstandes kaum mehr möglich ist. Statt Verkehrsteilnehmer zu abenteuerlichen Manövern zu verleiten, sollte der Ausbau da, wo es räumlich möglich ist, vorangetrieben werden.

Schloß Holte-Stukenbrock - Hubert Erichlandwehr - Note: 3

Dort wo ausreichend Platz für Radverkehr geschaffen werden kann, ist das eine durchaus zu überprüfende Alternative. Wenn aber die Straßen die erforderlichen Mindestbreiten nicht überschreiten, kann eine Umwidmung nicht erfolgen. Hier muss weiter auf ein gutes Miteinander aller am Straßenverkehr teilnehmenden Personen gesetzt werden. Für die ""schwächeren"" Verkehrsteilnehmer sollte dort wo möglich separate Wege geschaffen werden, Radfahrstreifen ausgewiesen werden und dort wo es Sinn macht auch über Radfahrschutzstreifen nachgedacht werden.

Werther - Veith Lemmen - Note: 2

Mein Ziel ist ein sicherer, übersichtlicher und gleichberechtigt aufgeteilter Verkehrsraum. Auch im Wahlprogramm der SPD ist festgehalten, dass unser Ziel die gerechte Verteilung des Verkehrsraumes auf alle Verkehrsteilnehmenden ist. Das soll im Bereich der Innenstadt beim Zuge des ISEK Prozesses angegangen werden. Da ähnliches auch in den Wahlprogrammen anderer Parteien steht, die bisher den Fahrfad- und Fußverkehr nicht auf ihrer Agenda hatten, ist zu hoffen, dass hier eine gemeinsame Lösung möglich ist. Wir werden uns jedenfalls dafür einsetzen.

 

b) Werden Ampelschaltungen so angepasst, dass Radfahrende - wie heute Autofahrende - die Kreuzungen in einem Zug überqueren können?

Langenberg - Susanne Mittag - Note: 3,3

Das ist bei uns bereits gängige Praxis.

Schloß Holte-Stukenbrock - Hubert Erichlandwehr - Note: 3


Das ist sicherlich eine sehr gute Maßnahme. Unsere Stadt unterhält jedoch keine eigene Lichtsignalanlage.

Werther - Veith Lemmen - Note: 3


In Werther gibt es momentan nur zwei ampelgeregelte Kreuzungen und mehrere Fußgängerbedarfsampeln. An den beiden Ampelanlagen ist es in der Regel schon heute möglich die Kreuzung in einem Zug zu überqueren.

 

c) Werden Sie sogenannte „Bettelampeln“ an Kreuzungen abschaffen und Grünphasen für Radfahrer verlängern?

Langenberg - Susanne Mittag - Note: 3,7

Gibt es in Langenberg bisher nicht.

Schloß Holte-Stukenbrock - Hubert Erichlandwehr - Note: 3


Siehe Antwort b)

Werther - Veith Lemmen - Note: 3


Siehe Antwort b). "Bettelampeln" für Radfahrer gibt es in Werther nicht.

 

d) Werden Sie Autoparkplätze für Fahrradabstellanlagen umwidmen?

Langenberg - Susanne Mittag - Note: 3,7

Dafür besteht in Langenberg keine Notwendigkeit. Es sind ausreichend Park- und Stellflächen für Autos und auch Fahrräder vorhanden.

Schloß Holte-Stukenbrock - Hubert Erichlandwehr - Note: 2,7


Es sind durchaus einige Fahrradabstellanlagen im Ort, gerade an ÖPNV-Verknüpfungspunkten, eingerichtet. PKW Stellplätze mussten bislang noch nicht weichen. Ich schließe das aber für die Zukunft nicht aus. Das gilt auch für PKW Parkstreifen an den Fahrbahnen, die an der ein oder anderen Stelle zu Radfahrstreifen umgewidmet werden könnten.

Werther - Veith Lemmen - Note: 1,7

Das ist spätestens im Zuge des ISEK Prozesses vorgesehen. Eventuell können auch zeitnah solche Umwidmungen vorgenommen werden.
Unser Ziel ist es die Innenstadt teilweise von parkenden Autos zu entlasten, was automatisch zu mehr Stellflächen für Fahrräder (auch Lastenfahrräder) führen wird.

Knud Schmidt - Note: 1,7

Das kann ich mir in Teilbereichen sehr gut vorstellen, zum Beispiel am ZOB.

Michael Meyer-Hermann  - Note: 2


Dort, wo der Bedarf besteht, ist dies möglich. So wie bei den weiteren geplanten Abschnitten der Innenstadtsanierung. Hier werden an zentraler Stelle Parkplätze aufgegeben, um dort Radstellplätze und eine Lademöglichkeit für e-Bikes zu schaffen.

Sehr gute Fahrradinfrastruktur

An Hauptstraßen brauchen wir breite, asphaltierte Radwege – z.B. ausgeführt als “protected Bike Lane”, d.h. auf der Fahrbahn, aber baulich getrennt vom Autoverkehr - und klar strukturierte Kreuzungen, die sicher und zügig von zu Fuß gehenden und radfahrenden Menschen überquert werden können. Fahrradstraßen weisen Radvorrangrouten aus, in denen Autos nur zu Gast sind.

a) Wie wollen Sie den Komfort für Radfahrende erhöhen? Was werden Sie tun, um die Qualität (Schlaglöcher, schlechte Bordsteinabsenkungen, Auf und Ab an Einmündungen und Grundstückseinfahrten) der Radwege zu verbessern?

Langenberg - Susanne Mittag - Note: 3

In Langenberg wurde in den vergangenen Jahren viel in die Verkehrsinfrastruktur investiert, sodass wir Probleme dieser Art kaum mehr haben. Bei den jüngsten Baumaßnahmen (Hauptstraße) wurden zudem diese Aspekte berücksichtigt und das wird auch in der Zukunft so sein.

Schloß Holte-Stukenbrock - Hubert Erichlandwehr - Note: 3

Es gibt regelmäßig ein Budget für die Unterhaltung der Rad- und Fußwege, welches genutzt wird die Radwege, Bordsteinabsenkungen etc. zu verbessern. Auf die zahlreich vorhandenen Radwege in Trägerschaft übergeordneter Behörden haben wir leider nur gering Einfluss. Hier müssen wir mit Nachdruck die Verbesserung der vorhandenen Situation einfordern.

Werther - Veith Lemmen - Note: 1,7


Ich bin selbst täglich mit dem Fahrrad in Werther unterwegs und kenne die Schwachstellen - wir werden sie beheben. Ein Alltagsradwegeplan des Kreises Gütersloh und der Radwegeplan der Regiopole sehen in diesem Bereich zudem erhebliche Verbesserungen vor. Wir werden dies mit allen Kräften unterstützen. Hauptaugenmerk liegt dabei zunächst auf einer schnellen und sicheren Radwegeverbindung von Borgholzhausen über Werther nach Bielefeld. Der Abschnitt von Werther nach Bielefeld ist bereits in der Regiopolplanung enthalten. Er sollte aber mindestens bis Borgholzhausen geplant werden.
 

b) Wie wollen Sie das Fahrradparken in Ihrer Stadt/Ihrer Gemeinde verbessern? Werden Sie sich für die Einrichtung/den Ausbau von Mobilitätsstationen mit Radparkhäusern an den Bahnhöfen und Fahrradboxen an allen wichtigen ÖPNV-Knotenpunkten einsetzen?

Langenberg - Susanne Mittag - Note: 3,7

Die Fragen stellen sich in einer Gemeinde unserer Größenordnung ohne Bahnhof nicht.

Schloß Holte-Stukenbrock - Hubert Erichlandwehr - Note: 2,7


Ein zentraler ÖPNV Verknüpfungspunkt ist bereits mit Fahrradboxen ausgestattet, die durchaus noch Kapazitäten frei haben. Weitere können an markanten Punkten errichtet werden. Diese gilt es zu bestimmen und letztlich auszustatten. Eine entsprechende Unterstützung kann ich mir durchaus vorstellen.

Werther - Veith Lemmen - Note: 1,3


Wir werden mehr Fahrradbügel und Stellboxen in der Innenstadt und an Haltestellen planen. Vor allem ist die Mobilitätsstation in Werther gerade fertig geworden. Dort ist erstmals eine gesicherte Unterbringung von Fahrrädern, kombiniert mit einer Ladeinfrastruktur für Pedelecs, entstanden.
Für alle zum Umbau anstehenden Haltestellen des ÖPNV ist die Abstellmöglichkeit für Fahrräder Bestandteil der Planung.

Rücksicht

Auf Radwegen und in zweiter Reihe stehende Autos sind kein Kavaliersdelikt, sondern gefährden uns Radfahrende akut. Sie zwingen uns in den fließenden Verkehr. Baustellen werden oftmals eingerichtet und blockieren Rad- und Fußwege.

a) Wie wollen Sie wirksame Kontrollen erreichen? Werden Sie konsequent rund um die Uhr abschleppen lassen?

Langenberg - Susanne Mittag - Note: 3

Das Ordnungsamt und auch die Polizei kontrollieren regelmäßig. Sofern Falschparker den Verkehr behindern, wird abgeschleppt.

Schloß Holte-Stukenbrock - Hubert Erichlandwehr - Note: 2,3

Falschparker werden geahndet und bei akuter Behinderung auch abgeschleppt.

Werther - Veith Lemmen - Note: 2,3

In Werther ist das Problem aus meiner Sicht von untergeordneter Bedeutung, da selten in zweiter Reihe geparkt wird. Kommt es aber dazu, so ist dies gefährlich, das habe ich oft erlebt. Kommt dies häufiger vor, so muss der Verkehrsraum zur Vermeidung angepasst werden, in Einzelfällen kann darauf aufmerksam gemacht werden, mit dem Ziel das Auto sofort zu entfernen und sonst abgeschleppt werden.

 

b) Baufirmen setzen die Vorgaben zur Baustelleneinrichtung nicht um. Wie wollen Sie das Baustellenmanagement für den Radverkehr verbessern?

Langenberg - Susanne Mittag - Note: 3

Beim Baustellenmanagement gab es bis dato keine Probleme, die Vorgaben wurden und werden umgesetzt.

Schloß Holte-Stukenbrock - Hubert Erichlandwehr - Note: 2


Es gibt eine enge Verzahnung in unserer Verwaltung zwischen der Straßenverkehrsbehörde und dem für den Tiefbau zuständigen Fachbereich. Wenn Baustelleneinrichtungen nicht korrekt erfolgen, wird schon heute sehr zügig auf die Umsetzung der Maßnahmen bestanden. Hier wird der Vorteil einer kleinen Verwaltung deutlich, die schnell und direkt handeln kann.

Werther - Veith Lemmen - Note: 1,7


Das Baustellenmanagement und die Baustelleneinrichtung werden zukünftig konsequent kontrolliert und jeder Beanstandung von Bürgern wird konsequent nachgegangen. Erfahrungen damit konnte die Verwaltung beispielsweise beim Umbau der Durchgangsstraße in Theenhausen bereits sammeln..

Beschleunigung des Radnetzausbaus

Beim aktuellen Umsetzungstempo des geplanten Kreisalltagsradnetzes sowie örtlicher Mobilitäts- Masterplänen/-Konzepten werden die dort formulierten Ziele absehbar nicht erreicht. Allein das geplante Alltagsradwegenetz des Kreis Gütersloh umfasst Maßnahmen an ca. 450 km Länge.

a) Woran scheitert der zügige Ausbau der Radinfrastruktur vor Ort aus Ihrer Sicht und was wollen Sie zur Beschleunigung tun?

Langenberg - Susanne Mittag - Note: 2,7

Langenberg verfügt über ein gut ausgebautes Radwegenetz. Wir haben Bedarfe, die wir sehen, in das Kreisalltagsradwegenetz mit eingebracht. Eine bedarfsgerechte Erweiterung oder Modernisierung würde dann auch zeitnah in die entsprechenden Gremien eingebracht. Eine wesentliche Voraussetzung ist, dass die Förderprogramme deutlich aufgestockt werden. Aus eigenen Mitteln sind die Maßnahmen nur bedingt umsetzbar. Eine weitere unabdingbare Voraussetzung ist der erforderliche Grunderwerb. Dieser benötigt Zeit und Geduld.

Schloß Holte-Stukenbrock - Hubert Erichlandwehr - Note: 2,3

Häufig ist Grunderwerb erforderlich, der nicht immer zügig vollzogen werden kann. Darüber hinaus braucht es häufig die Bereitstellung größerer Haushaltsmittel. Zudem scheint mir zumindest beim Straßenbaulastträger Land NRW mehr Personal notwendig zu sein, um die geplanten Maßnahmen schneller umsetzen zu können.

Werther - Veith Lemmen - Note: 2

Ich möchte den Ausbau mit mehr Tempo vorantreiben. Teilweise scheiterte der Ausbau in der Vergangenheit aber auch an der mangelnden Bereitschaft der Anlieger Flächen für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Das haben wir mit jahrelanger Verzögerung beim Bürgerradweg zwischen Häger und Schröttinghausen erfahren. Leider fehlt dort immer noch ein Stück für den Lückenschluss. Ich werde also viele Gespräche führen und Überzeugungsarbeit leisten müssen.

 

b) Wie viele Kilometer davon wollen Sie in Ihrer Stadt/Gemeinde pro Jahr in hochwertiger Qualität umsetzen?

Langenberg - Susanne Mittag - Note: 3

Das kann so pauschal nicht gesagt werden. Ziel sollte es sein, Lücken zu schließen, Qualität zu verbessern insbesondere auf den Strecken, die stark frequentiert werden. Wir sind dabei ein Radwegekonzept zu

Schloß Holte-Stukenbrock - Hubert Erichlandwehr - Note: 2

Es wäre schon ein Lichtblick, wenn Stadt, Kreis- und Land in unserer Kommune im Jahr ca. 3-5 Kilometer umsetzen könnten. Mir ist aber auch bewusst, dass so manche Hürde übersprungen werden muss, wenn dies gelingen soll. Gut und richtig ist, dass bei allen Beteiligten das Bewusstsein für den schnellen Ausbau von Radverkehrsnetzen deutlich gestiegen ist. Die entsprechenden Verkehrskonzepte machen dies deutlich.  

Werther - Veith Lemmen - Note: 1,7

So viel wie möglich. Zunächst gilt es für Werther einen Radverkehrsplan zu entwickeln, der alle schon vorhandenen Planungen mit einbezieht. Dann kann geplant werden welche Lücken wann und wie geschlossen werden können. Die Quantität wird dabei maßgeblich von der Haushaltslage und Förderprogrammen bestimmt. Ich erhoffe mir, dass wir trotz Corona handlungsfähig bleiben und zudem im Bereich der (Fahrrad-)Mobilität Konjunktur- und Förderprogramme aufgelegt werden, die uns einen zügigen Ausbau ermöglichen.

Radschnellwege – Radrouten von Ost nach West und Süd nach Nord

Radschnellwege sind ein wirksames Mittel, um Kfz-Pendlerströme signifikant zu verringern. Dabei sind sie kostengünstiger und schneller zu realisieren als der ÖPNV-Ausbau oder P&R-Systeme und haben eine hohe Förderquote.

Werden Sie sich für den zügigen Bau von Radschnellwegen oder anderen Radschnellverbindungen einsetzen? Welche Routen haben aus Ihrer Sicht das höchste Potential und wann werden diese auf den Weg gebracht?

Langenberg - Susanne Mittag - Note: 2,7

Wir wollen auf jeden Fall eine Erweiterung des Kreisalltagsradwegnetzes um zumindest drei Verbindungen: nach Lippstadt (B 55), zwischen Benteler und Mastholte sowie eine an der K 56 (Matheweg). Die Gremien haben sich im Herbst damit befasst. Eine Befahrung des Netzes durch das Planungsbüro ist vorgesehen. Im Anschluss wird ein Maßnahmenkatalog erstellt.

Schloß Holte-Stukenbrock - Hubert Erichlandwehr - Note: 1,7


Ja, Radschnellverbindungen machen großen Sinn. Eine Route zwischen den größeren Städten Bielefeld und Paderborn, die dann auch unsere Kommune SHS anbindet. Zudem sollten Routen die Kreisstadt Gütersloh mit den umliegenden Orten verbinden.

Werther - Veith Lemmen - Note: 1,7

Ja. Zunächst einmal wird auch der ÖPNV einen sehr wichtigen Raum für die Mobilität in Werther und in die Nachbarstädte einnehmen. Die Ertüchtigung von Radschnellwegen gehört ebenfalls dazu und sie liegt mir am Herzen. Wie oben schon angegeben, sehen wir die Route Borgholzhausen - Werther - Bielefeld als vordringliche Maßnahme an. Die Umsetzung soll in den nächsten Jahren im Zuge der Regiopole erfolgen. Nach jetzigen Stand voraussichtlich 2024.

Mehr Ressourcen fürs Rad

Der Finanzbedarf der Kommunen wird vom Bundesverkehrsministerium im Nationalen Radverkehrsplan mit 8 bis 19 € pro Einwohner und Jahr angegeben. Kopenhagen gibt 35 Euro je Einwohner und Jahr für den Radverkehr aus.

a) Wieviel wollen Sie künftig pro Jahr in den Radverkehr investieren? Wie stellen Sie sicher, dass für Ihre Stadt/Gemeinde Mittel aus den zahlreichen vorhandenen Fördertöpfen abgerufen werden?

Langenberg - Susanne Mittag - Note: 3

Grundsätzlich stehen 200.000€ zur Instandhaltung von Rad- und Wirtschaftswegen im gemeindlichen Haushalt. In Abstimmung mit dem Kreis Gütersloh und der Bezirksregierung werden die Fördermittel beantragt, die zur Verfügung stehen.

Schloß Holte-Stukenbrock - Hubert Erichlandwehr - Note: 2,3

Wir haben 200.000 Euro für Maßnahmen aus dem Radwegekonzept in den kommunalen Haushalt eingestellt. Hinzu kommen weiter Investitionen in den Radwegebau von ca. 100.000 Euro, so dass ca. 12 Euro pro Einwohner im Jahr eingesetzt werden. Entsprechende Fördertöpfe werden regelmäßig durch die Beschäftigten der Verwaltung geprüft.

Werther - Veith Lemmen - Note: 2

Da momentan durch die Corona-Krise die Einnahmesituation der Kommunen völlig unklar ist, kann hier keine seriöse Aussage gemacht werden. Wünschenswert wäre es einen Wert von über 20 Euro pro Einwohner und Jahr zu erreichen.

 

 

b) Das gesamte planende und entwickelnde Personal muss qualifiziert und beständig fortgebildet werden mit dem Ziel, Radverkehrsplanung als Querschnittsaufgabe in allen Planungsprozessen zu verstehen. Wie wollen Sie Personalentwicklung und -qualifizierung für die Radverkehrsförderung in Ihrer Verwaltung fördern?

Langenberg - Susanne Mittag - Note: 3

In einer Kommune unserer Größenordnung werden wir uns immer externen Fachleuten bedienen, um Planungsprozesse auf den Weg zu bringen.

Schloß Holte-Stukenbrock - Hubert Erichlandwehr - Note: 2,7


Aufgrund der Größe unserer Stadt wird häufig auf externe Planungsbüros zurückgegriffen. Hier gehe ich davon aus, dass eine ständige Fortbildung auch in Hinblick auf Radverkehrsplanung erfolgt.

Werther - Veith Lemmen - Note: 2

Einige Beschäftigte nutzen selbst das Fahrrad und die Wünsche und Bedarfe der Fahrradfahrer werden immer präsenter. Das werde ich fördern und vertiefen, allerdings: In einer verhältnismäßig kleinen Verwaltung, wie der Stadt Werther, werden größere Planungsaufgaben auch extern vergeben. Wir werden bei der Vergabe von Planungsaufträgen im Verkehrsbereich auf eine Expertise der Planungsbüros im Bereich Radverkehr achten.

Mehr Radtourismus

Radtourismus ist ein wichtiger und wachsender Wirtschaftsfaktor. Schätzungen zu Folge werden 12% des Inlandsumsatz im Tourismus bereits durch den Fahrradtourismus generiert. Der Kreis und die Städte und Gemeinden sollten ihre Lage am Rande des östlichen Münsterlandes und zum Teil im Naturpark Teutoburger Wald, dem internationalen Radfernweg Nr. 1 sowie dem Emsradweg besser nutzen.

Wie wollen Sie dafür sorgen, dass die vorhandenen Potentiale besser genutzt werden?

Langenberg - Susanne Mittag - Note: 2,7

Ein dichtes Netz lockt Touristen. Die Beschilderung muss passen ebenso das Kartenmaterial. Die Gemeinde selbst und Pro WI-GT rühren die Werbetrommel für den gesamten Kreis. Das Unterfangen, den Tourismus anzukurbeln, kann nur gemeinsam gelingen.

Schloß Holte-Stukenbrock - Hubert Erichlandwehr - Note: 1,7

Das Marketing für die genannten besonderen Radfernwege muss noch weiter intensiviert werden. Gerade der R 1 durchkreuzt nahezu das gesamte Stadtgebiet. Touristische Ziele, die an den bezeichneten Radwegen liegen, müssen stets mit der Vermarktung des Radweges verknüpft werden. Die Radfernwege müssen in einem optimalen Zustand und insbesondere hervorragend ausgeschildert sein. Mit der Aktualisierung der Emserlebniswelt auf unserem Stadtgebiet in Nähe der Emsquellen ist der Startpunkt für den Emsradweg noch einmal attraktiver gestaltet worden.

Werther - Veith Lemmen - Note: 2

Im Tourismusbereich gibt es erste gute Ansätze, die von der Stadtverwaltung vorangetrieben werden. Gemeinsam mit den Nachbarkommunen werden Programme entwickelt, die zu Fahrradtouren nach Werther und in die Umgebung einladen. Nach der Etablierung von Programmen für Wandernde ist nun die Ausweitung auf Radtourismus in den Fokus gerückt. Das ist goldrichtig und das werde ich unterstützen und intensivieren. Dort, wo wir die Möglichkeit haben mit der Infrastruktur zusätzliche Anreize zu schaffen, werden wir das im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten tun. Wir werden uns zudem weiter vernetzen, sei es mit Kommunen, anderen Ebenen oder auch der Gastronomie und Hotellerie. Auch die überregionale Bewerbung unserer Region und der wunderbaren Möglichkeiten des Fahrradtourismus hier, werden wir intensivieren. Außerdem bin ich sehr offen für Veranstaltungen, die dies unterstützen, wie beispielsweise der Prüfung, ob ein Volksradfahren wieder eingeführt werden kann.

Ausblick

Was ist Ihr Leuchtturmprojekt für den Radverkehr im Kreis/in Ihrer Stadt oder Gemeinde? Welche Maßnahmen wollen Sie in den ersten 100 Tagen anpacken? Und welche Maßnahmen werden Sie nach einem Jahr umgesetzt haben?

Langenberg - Susanne Mittag - Note: 2,3

Im nächsten Jahr steht der Bau des Radweges an der Stromberger Straße durch den Kreis Gütersloh an. Das bedeutet dann den langersehnten Lückenschluss zur Gemeinde Wadersloh. Darüber hinaus werden wir Fahrradstraßen im Gemeindegebiet einrichten, wo es sinnvoll und möglich ist.

Schloß Holte-Stukenbrock - Hubert Erichlandwehr - Note: 1,5

Die Förderung von Radverkehr in der Stadt und darüber hinaus lebt nicht immer von Leuchturmprojekten sondern häufig von der kontinuierlichen Arbeit für einen Ausbau und eine Verbesserung des Radverkehrsnetzes. Hier gibt es viele Projekte in den nächsten Monaten und Jahren. So ist die Situation für den Radverkehr an der Bahnhofstraße zwischen Pollstraße und Kreuzung Holter Straße sowie im weiteren Verlauf entlang der Kaunitzer Straße bis zur Ostritzer Straße dringend zu verbessern. Vielversprechende, mit dem Kreis gemeinsam entwickelte Pläne müssen zur Umsetzung gelangen. Allerdings kann dies nicht in den ersten 100 Tagen erfolgen. Eine Umsetzung benötigt deutlich mehr Zeit. Gleiches gilt für weitere wichtige Radwegeverbindungen in der Stadt. Entscheidend ist, dass nicht nur in den ersten 100 Tagen, sondern ständig mit den übergeordneten Straßenbaulastträgern die Radverkehrswege zum Thema gemacht werden. Zudem werde ich die Entwicklung des neuen Baugebietes auf einem ehemaligen Campingplatz -gelände am Föhrenweg nutzen, um die Radwegeverbindung zwischen dem OT Stukenbrock und dem OT Schloß Holte entlang des Ölbaches zu verbessern.

Werther - Veith Lemmen - Note: 1,7

Ich möchte, dass alle Verkehrsarten in Werther komfortabel, sicher, gleichberechtigt und zunehmend sauber koexistieren. Ich möchte, dass Werther eine Stadt ist, in der man gerne und sicher Fahrrad fährt und wir darauf auch stolz sind. Ich möchte ab dem ersten Tag meiner ersten Amtszeit Maßnahmen ergreifen, die Stück für Stück das Fahrradfahren komfortabler machen. Angefangen von mehr und besseren Anschließmöglichkeiten, bis hin zu übersichtlicheren Kreuzungen und Querungen. Die schon mehrfach angesprochene Radweg von Borgholzhausen nach Bielefeld hat die größte Bedeutung, erfordert aber sicher mehr Zeit als in der Frage vorgesehen. Wenn es gelingt, den Lückenschluss des Radweges von Häger nach Schröttinghausen zu erreichen, wäre das ein, wie ich hoffe, realistisches Ziel.

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