Maßnahmenbündel für den Radverkehr

30.10.19
Kategorie: Aktuelles, Verkehr

Stadtverwaltung stellt Programmplanung vor.

Wie kann man das Radfahren in Gelsenkirchen attraktiver machen?

weitere Informationen: Radverkehr in Gelsenkirchen

                                     Vorlage VBL für den Radverkehr

"Das vorgestellte Programm ist nicht als zeitlich begrenztes „Aktionsprogramm“ zu verstehen, sondern als eine Arbeitsgrundlage, die kontinuierlich fortgeschrieben und anhand der Erfahrungen und Bedarfe aktualisiert wird" (von Stadt Gelsenkirchen).

Stellungnahme des ADFC GE:

zu 1.) Mehr Platz fürs Rad (#mehrplatzfürsrad) ist die bundesweite Kampagne des ADFC, an der wir uns als ADFC GE beteiligen. Diese wird mit dem Programm BikePorts der Stadtverwaltung aufgegriffen: Einen Autoparkplatz durch fünf Fahrradabstellplätze ersetzen. Auch die Aktion Fahrradbügel begrüßen wir, weil überall gute Fahrradabstellanlagen fehlen. Im privaten Wohnquartier, beim Einkaufen, am Hauptbahnhof sind selbst jetzt Ende Oktober alle Fahrradbügel belegt. Kritik äußern wir an dem Vorhaben erster Priorität. Geld prioritär in eine Informationsoffensive stecken, statt gute Infrastruktur zu schaffen, bringt die Menschen nicht auf das Fahrrad. Damit mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen, ist es notwendig Radfahrstreifen aufzubringen und auf großen Straßen vom Autoverkehr getrennte Radwege zu bauen, (protected bike lane). Beim Neubau von Straßen ist diese Bauweise zu berücksichtigen. Die Vorlage der Verwaltung sagt ehrlich: es wird keinen Vorrang für den Radverkehr geben. Wir erwarten mehr in Zukunft. Für einen attraktiven Radverkehr ist ein Radverkehrsbudget von mind. 30 Euro pro Einwohner*in und Jahr notwendig.

zu 2.) Die häufigste Ursache von tödlichen Verkehrsunfällen sind abbiegende PKW und LKW. So tragisch es ist, der gestrige Unfall ist daher ein "Klassiker". Wir sind für den verpflichtenden Einbau von LKW-Abbiegeassistenten. Durch eine geänderte Ampelschaltung oder den Umbau von Kreuzungen lassen sich Kreuzungen entschärfen. Kreuzungen in Deutschland sind selten radfahrfreundlich und unfallvermeidend gebaut. Hier fehlt Expertise beim Planen und Bauen und es gibt noch immer zu wenig Bewegung in der Forschung.

zu 3.) Wir wünschen uns für Gelsenkirchen, dass Fahrradstraßen eingeführt werden. Dass Einbahnstraßen in entgegengesetzter Fahrtrichtung für Radverkehr geöffnet werden. Den grünen Abbiegepfeil für Radfahrende. Ein Radwegenetz zu Schulen und Kindergärten und zwischen den Schulen.

Insgesamt wünschen wir uns ein zusammenhängendes Konzept zur Verbesserung der Radinfrastruktur in der Stadt. Also einen Fokus auf die Alltagsmobilität, nicht so sehr auf die Freizeitmobilität (z.B. auf den Trassen). Bislang gibt es hier und da Änderungen und Verbesserungen. Aber das Aufbringen eines Schutzstreifens ist z.B. keine Verbesserung!

Von einer Mobilitätswende sind wir in Gelsenkirchen noch immer weit entfernt.

Wer die Stellungnahme der SPD Gelsenkirchen lesen möchte: SPD


Zeitungsberichte aus der WAZ: 05112019 Radwege

                                                  08112019 Kritik

 

 

 


© 2019 ADFC Kreisverband Gelsenkirchen e. V.