Neu: ADFC-Regionalkarten Radrevier.Ruhr West und Ost

Im Frühjahr dieses Jahres sind die für Radtouren im und ums Ruhrgebiet gedachten ADFC-Regionalkarten „Radrevier.Ruhr West“ und „Radrevier.Ruhr Ost“ erschienen. Der Name ist angelehnt an die gleichnamige Radverkehrssparte der Ruhrtourismus GmbH, die unter diesem Label ihre Fahrradaktivitäten vermarktet. Beide Karten wer­den vom Herausgeber, dem Bielefelder Verlag, als Neuerscheinung geführt, was sie aber nicht wirklich sind. Eigentlich handelt es sich um die 5. Neuauflage der 2004 erstmals erschienenen Kartenwerke „Ruhrgebiet West“ bzw. „Ruhrgebiet Ost“. Also alter Wein in neuen Schläuchen?

Auch das stimmt nicht so ganz, denn gerade bei der für den Erscheinungsbereich der „RAD im Pott“ relevanten Karte „Radrevier.Ruhr West“ hat es erhebliche Änderungen beim abgebildeten Gebiet gegeben. Letztge­nanntes reicht jetzt von Haltern bis Es­sen sowie von Sonsbeck bis Bochum. In der bisherigen Karte waren im Südteil noch Neuss, Düsseldorf und Remscheid sowie große Teile von Wuppertal und der kom­plette Kreis Mettmann enthalten – nun nicht mehr. Stattdessen bildet nunmehr eine Linie von Moers über Duisburg-Rahm und Essen-Kettwig bis nach Hattingen die süd­liche Begrenzung der Karte.

Im nördlichen Bereich sind dagegen jetzt größere Teile des nördlichen Niederrheins als bisher abgebildet, wobei die nördliche Begrenzung von Marienbaum über Ham­minkeln bis nach Haltern reicht. Auch Rees und Bocholt sind enthalten, wenn auch nur mittels kleiner zusätzlicher Kartenausschnitte. Besonders positiv zu vermerken ist der Umstand, dass Städte wie Recklinghausen und Bochum jetzt vollständig abgebil­det sind. Das gilt im Prinzip auch für Essen, welches nun nicht mehr jeweils zur Hälf­te aufgeteilt auf Vorder- und Rückseite der Karte dargestellt ist. Die Karte als Ganzes bleibt aber auch weiterhin geteilt abgebildet, wenn auch jetzt um 90° gedreht. Die Teilung erfolgt jetzt also nicht mehr in einen nördlichen- und einen südlichen Ab­schnitt, sondern in eine westliche und eine östliche Hälfte.

Bei der Nachbarkarte „Radrevier.Ruhr Ost“ hat man dagegen an der Aufteilung des Kartenbildes in eine nördliche und eine südliche Hälfte festgehalten. Auch hat es hier beim Abbildungsgebiet keine ganz so gravierenden Verlagerungen gegeben. Die neue Karte reicht von Bochum bis Iserlohn und von Hamm bis Wuppertal. Die nörd­liche Hälfte ist dabei ein klein wenig von West nach Ost verschoben worden, was allerdings zur Folge hat, dass Haltern und Recklinghausen nun nicht mehr vollständig enthalten sind. Dafür reicht die Karte jetzt im östlichen Bereich bis nach Ahlen und Welver. Beim südlichen Kartenteil auf der Rückseite ist jetzt die Stadt Wuppertal komplett enthalten, nicht dagegen mehr Remscheid und Radevormwald. Die nicht mehr enthaltenen Bereiche findet man übrigens auch weiterhin im Nachbarblatt „Ber­gisches Land / Düsseldorf / Köln“.

Darüber hinaus gilt festzuhalten, dass beide Karten sich hervorragend ergänzen. Nach wie vor bilden sie ein erheblich größeres Gebiet als den Kernbereich des Ruhr­gebiets ab und sind daher ideal für Touren ins Umland. Faktisch nicht geändert hat sich das Layout der Karten. Warum auch, denn die Art der Abbildung hat sich nach einigen anfänglichen Nachbesserungen durchaus bewährt. Beibehalten wurde auch der gegenüber anderen ADFC-Regionalkarten größere Abbildungsmaßstab 1:50:000 (sonst 1:75:000), wird hier doch ein erheblich dichter bebautes Gebiet dargestellt. Das dennoch nicht jede kleine Straße abgebildet ist und zudem nur die wichtigsten Straßennamen enthalten sind, ist ebenfalls dem Maßstab geschuldet, denn sonst wäre die Karte gerade in den Innenstadtbereichen nicht mehr lesbar bzw. das Kar­tenbild nicht mehr erkennbar. Für die kleinräumige Orientierung innerhalb der Städte sind daher Fahrradstadtpläne besser geeignet. Nicht optimal gelöst ist nach wie vor die Art der Falzung, das können anderen Kartenverlage besser.

Über die inhaltliche Vielfalt beider Kartenwerke ist in der RAD im Pott in der Vergan­genheit bereits viel geschrieben worden. Dies an dieser Stelle alles noch einmal auf­zulisten würde den Rahmen sprengen. Erwähnenswert ist aber die Aufnahme des neuen NRW-Knotenpunktsystems, mit dessen Ausbau noch in diesem Jahr begon­nen werden soll. Enthalten sind zudem wieder 13 Tagestourenvorschläge. Ebenfalls beibehalten wurde auch die Verwendung von wetterfestem und reißfestem Papier – gut für die Handhabung, nicht ganz so gut für etwaiges späteres Receycling. Die bei­den ADFC-regionalkarten „Radrevier.Ruhr West“ und „Radrevier.Ruhr Ost“ kosten jeweils 8,95 € und sind sowohl im gut sortierten Buchhandel wie auch in den einzel­nen ADFC-Geschäftsstellen erhältlich).

Jörg Brinkmann

ADFC-Radtourenkarte 1:150.000/ Nr. 10: Münsterland Niederrhein

Diese 2007 umfassend erneuerte Radtourenkarte (RTK) ist Bestandteil eines das gesamte Bundesgebiet umfassenden Radkartenwerks, welches aus insgesamt 27 Karten besteht. Jede RTK deckt ein Gebiet von insgesamt 21.000 qm ab, wobei das gesamte Kartenblatt auf einer Seite abgebildet und für ein Nutzung von GPS ausgelegt ist. Das Gebiet der RTK 10 deckt den Bereich zwischen der Grafschaft Bentheim im Norden, dem Niederbergischen Land im Süden, der holländischen Grenze im Westen und dem Rand der Soester Börde im Osten ab. Dieses große Gebiet und der verwendete Maßstab 1:150.000 zeigen schon auf, dass die Karte eher für großräumige als lokale Radtouren geeignet ist.

Das Grundgerüst jeder RTK bilden die beschilderten, überregionalen Radrouten. Darüber hinaus enthält die Karte ein von sogenannten ADFC-Scouts ausgearbeitetes Netz landschaftlich reizvoller und verkehrsarmer regionaler Strecken. Gegenüber der Vorgängerkarte hat man das Kartenbild stärker generalisiert und damit besser lesbar gestaltet. Dadurch werden die für Radfahrer wichtigen Darstellungen im Kartenbild besser hervorgehoben. Dennoch stößt diese Karte angesichts des verwendeten Maßstab vor allem im dicht besiedelten Ruhrgebiet auf Grenzen, hier lässt die Nachvollziehbarkeit der Routen mitunter sehr zu wünschen übrig.

Geblieben sind die für ADFC-Karten so charakteristischen und wichtigen Darstellungen der Wegebeschaffenheit sowie die Frequentierung der Straßen durch den Autoverkehr. Zudem lässt sich anhand der Geländeschummerung und der Steingungspfeile das Geländeprofil, durch welches eine Radroute verläuft, ganz gut nachvollziehen.

Wie bisher gibt es ein Begleitheft mit den wichtigsten Tourinformationen und einer Übersicht mit Adressen und Telefonnummern sämtlicher Bed & Bike-Betriebe  in der abgebildeten Region. Karte und Begleitheft sind in einer wetterfesten Schutzhülle zusammengefasst. Jede ADFC-Radtourenkarte kostet 6,80 Euro und ist im Buch- und Kartenhandel und natürlich in der Geschäftsstelle des ADFC-Essen erhältlich.

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