Unfallstatistik Essen

24.02.17

Mitte Februar hat die Essener Polizei die Unfallstatistik für das zurückliegende Jahr 2016 präsentiert. Erfreut nimmt der ADFC-Essen zur Kenntnis, dass die Zahl der Radver­kehrsunfälle in Essen ein weiteres Mal nicht gestiegen ist. Im Gegenteil – es ist sogar ein leichter Rückgang um 1,1% von 261 auf 258 gemeldeter Unfälle zu verzeichnen. Natürlich ist jeder Radverkehrsunfall einer zuviel, aber in den 1980er und 1990 Jah­ren lag deren Zahl teilweise deutlich über 300, und das bei wesentlich geringerem Radverkehr. Leider gab 2016 es mit dem besonders tragischen Unfall am Bismarck­platz eine tote Radlerin zu verzeichnen.

Wie in alle den Jahren zuvor ist auch dieses Mal vordergründig kein eindeutiger Trend erkennbar. Stellt man jedoch den merklich angestiegenen Radverkehr den nahezu gleich gebliebenen Unfallzahlen gegenüber, könnte man im Verhältnis gesehen sogar von einem Rückgang sprechen - und das seit Jahren. Bemerkenswerterweise nicht erfasst ist die vorgeblich stark gestiegene Zahl verun­glückter Pedelec-Radler. Augenscheinlich scheint es diesen Trend aber gar nicht zu geben, denn sonst hätte man diesen Umstand sicherlich gesondert hervorgehoben.

In Sachen Unfallprävention begrüßt der ADFC ausdrücklich, dass die Stadt den Sicherheitsaspekt nicht mehr ausschließlich darin sieht, die Radler auf versteckt gelegenen Radwegen von der Straße zu verdrängen. Der Trend geht zu Radfahr­streifen und Schutzstreifen auf der Fahrbahn. Sehen und gesehen werden heißt hier die Devise. Ein weiterer Sicherheitsaspekt sind Fahrradstraßen und gegenläufig geöffneten Einbahnstraßen, die es ermöglichen, auch in den dicht besiedelten Stadt­teilen durchgängige Radrouten abseits der Hauptstraßen anzubieten. Obgleich es mittlerweile fast 300 derartige Einbahnstraßen gibt, ist es dort entgegen landläufiger Meinung bis heute zu keinem nennenswerten Unfall gekommen. Was allerdings nach wie vor fehlt ist eine wirklich durchgängig gut und sicher ausgebaute Hauptradroute in Nord-Süd-Richtung. Trotz der vom Grundsatz her positiven Entwicklung bei den Unfallzahlen gibt es also nach wie vor sehr viel zu tun.

Jörg Brinkmann


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