NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst besucht den zukünftigen RS1

26.10.18

ADFC-Mitglied Claudia Harfst übergibt Minister Hendrik Wüst die Einladung zum 2. RS1-Trassenfrühstück am 3. November


Im Rahmen seiner Mobilitätstour radelte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst in der zweiten Herbstferienwoche auf dem bislang fertig gestellten Radschnellweg RS1 von Mülheim nach Essen, im weiteren Verlauf dann auch auf dem Essener Teilstück bis zum Niederfeldsee, welches vielleicht irgendwann doch noch einmal zum Radschnell­weg ausgebaut werden soll. Mit dabei waren u.a. der Landesvorsitzende des ADFC-NRW, Thomas Semmelmann, sowie die Pressereferentin des ADFC-NRW, Christina Wolff. Schade war übrigens, dass kein Vertreter der Essener Medien anwesend war.

Beim Stopp in der “Radmosphäre” am Niederfeldsee äußerte sich Essens Stadtdirektor Hans-Jürgen Best sowohl zum attraktiven Umfeld des Sees als auch zur Entwicklung und Entstehung des zukünftigen RS1. Erst auf Fragen der anwesenden ADFCler sowie vom Grünen Landtagsabgeordneten Mehrdad Mostofizadeh sowie dem Grünen Rats­mitglied Walter Wandtke äußerte sich Best auch zur stockenden Weiterführung des RS1 im Eltingviertel. Nach wie vor beharrt er dabei auf der von ihm favorisierten Varian­te 3 der Planungsstudie (Radweg ohne Bahndamm mit Überbauung durch Wohn- und Geschäftshäuser), wozu er angeblich auch “einige Anfragen” von Investoren habe. Kein Wort dazu, dass in der Öffentlichkeit diesbezüglich bislang nur Absagen bekannt seien. Kein Wort auch zu der Anfang September im Rat präsentierten Machbarkeitsstudie der Bahnflächen-Entwicklungs-Gesellschaft (BEG), die zu einem durchweg positiven Ergebnis bezüglich der weiteren Realisierung gekommen war. Im Übrigen parierte Best auf kritische Nachfragen in seiner üblichen Art.

Bests Prognose zum Zeitrahmen für die Fertigstellung von „drei bis sechs Jahren, wahr­scheinlich fünf“ wurde von Minister Wüst Hinsichtlich seiner bislang gemachten Erfah­rungen bestätigt. "Überall, wo die Bahn involviert ist, dauert es halt.“ Doch ebenso wie der ADFC teilte Minister Wüst durchaus die von Grünen-MdL Mehrdad Mostofizadeh geäußerte Meinung, dass man bis dahin (und zwar möglichst bald!) ein Provisorium bräuchte, auch um verschiedene Fördergelder von Land und Bund in Anspruch nehmen zu können. „Radmosphäre“-Betreiber Holger Kesting betonte zudem, wie wichtig eine durchgehende Trasse ist, um die Pendler zwischen Duisburg, Mülheim, Essen, Bochum und Dortmund vom Auto aufs Rad zu locken. Dies diene vor allem zur Entlastung der A40 und der Luftverbesserung in Essen.

Zum Schluss überreichte ADFC-Mitglied Claudia Harfst Minister Wüst noch eine Einla­dung zum vom AK BürgerRadweg geplanten 2. Trassen-Frühstück am 3. November im Eltingviertel. Mit dieser Aktion wollen die Aktiven von Radfahrer- und Verkehrs-Verbän­den erneut auf die Dringlichkeit des RS1-Weiterbaus hinweisen. Minister Wüst nahm die Karte wohlwollend an, wollte allerdings noch keine konkrete Zusage geben, da er seine Terminplanung nicht präsent habe. Die Mitglieder des AK BürgerRadwegs sind aber bezüglich seiner Unterstützung durchaus positiv gestimmt, strahlt er doch eine durchaus radfahrfreundliche Einstellung aus.

Das unterstreicht auch eine kleine Anekdote am Rande der Veranstaltung. Minister Wüst sprach ADFC-Mitglied Claudia Harfst auf den von ihr getragenen 25%-Button an. Sie berichtete ihm von der Essener 25%-Kampagne, mit der die Stadt beständig an das anlässlich der Bewerbung zur „Grünen Hauptstadt Europas“ gegebene Versprechen erinnert werden soll, beim Modal Split* den Anteil aller vier Verkehrsträger auf 25% zu bringen – auch beim Radverkehr. Worauf er lachte und meinte: „Ich komme aus Mün­ster, da haben wir 40% Radverkehr, da wäre das ja wohl ein Rückschritt!“
*(25% Öffis, 25% Auto-, 25% Rad- und 25% Fußgänger-Verkehr)

Text: Jörg Brinkmann
Foto: Claudia Harfst


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