Auch im Ennepe-Ruhr-Kreis gibt es eine Fortentwicklung. Einst: Am Anfang (frühe 90er Jahre) standen die 14 EN-Rund-Radwege:

EN 1 Bommern - Wengern - Haßlinghausen - Gevelsberg 35 km
EN 2 Hattingen - Kemnader See - Blankenstein - Dahlhausen 30 km
EN 3 Hohenstein - Wengern - Wetter - Herdecke - Hohensyburg 40 km
EN 4 Harkort- und Hengsteysee - Ruhrhöhen 36 km
EN 5 Hattingen - Sprockhövel - Elfringhauser Schweiz - Niederwenigern 35 km
EN 6 Witten - Ruhrtal - Hohenstein - Herrenholz 38 km
EN 7 Breckerfeld - Glörtalsperre - Ennepetalsperrre 32 km
EN 8 Zurstraße - Breckerfeld - Hasper Talsperre 40 km
EN 9 Niedersprockhövel - Elfringhauser Schweiz - Langenberg 40 km
EN 10 Light-Version des EN 9 30 km
EN 11 Muttental - Wengern - Albringhausen - Buchholz 30 km
EN 12 Berninghausen - Ennepe-Talsperre - Heilenbecke 32 km
EN 13 Schwelm - Ennepetal - Beyenburg 23 km
EN 14 Vörde - Oberbauer - Altenvörde 30 km

Die Routenführung scheut keine Höhenmeter, die Pisten sind manchmal von rustikal bis ruppig, die Beschilderung ist mittlerweile lückenhaft. Die Freizeitkarte Ennepe-Ruhr ist ein Auslauf-Modell, die Restkarten wurden kostenlos abgegeben. In der neuen landesweiten Beschilderung sind die EN-Routen zwar durch Einschübe gekennzeichnet, ohne Karte geht es aber nicht, weil dazwischen zu viel fehlt. Man kann sich glücklich schätzen, wenn man alle alten Fahrrad-Karten aufbewahrt hat, und damit auf die vielen, auch bereits guten Überlegungen von vor 20 Jahren noch zurückgreifen kann. Unser Tourenleiter Stefan Hahn bietet viele ADFC-Touren auf EN-Routen an.

Lokal wurden in Zusammenarbeit zwischen Verkehrsverein (heute Stadtmarketing) Witten und ADFC EN 1994 fünf Rund-Touren „Radfahren in Witten" entwickelt und ausgeschildert: Familientour (25 km), Wittener Landschaft (26,5 km), Die Sportliche (42 km), Auf den Spuren der Kohle (25,5 km) und Rund um Witten (54 km). Das Kartenwerk wurde zuletzt auch kostenlos abgegeben. In der neuen landesweiten Beschilderung werden die Routen durch Einschübe gekennzeichnet. Die Routen werden derzeit von ADFC-Mitgliedern aus Witten zu Verlauf und Beschilderung überprüft. Die Ergebnisse sollen in die für 2010 geplante Freizeitkarte Witten einfließen.

Seit einigen Jahren wird der Drei-Städte-Radweg Ennepetal - Gevelsberg - Haspe unter Beteiligung von hohen politischen Mandatsträgern (Bürgermeister, Bundestags-Abgeordnete) unter Leitung unseres Mitglieds Georg Schäfer und der lokalen Agendas der beteiligten Städte befahren, um die jährlichen Fortschritte auf diesem Radweg zu registrieren und zu dokumentieren.

Jetzt: Die aktuellen Planungen richten sich auf zwei große touristische Rundwege im Ennepe-Ruhr-Kreis als Nachfolge-Modell der EN-Rundwege. Im Nordkreis liefen die ersten Planungen zu einem Bahntrassen-Radweg unter dem Thema: „Auf sanften Schienen". Nun heißt der Weg „Von der Ruhr zur Ruhr" und verläuft über Hattingen - Sprockhövel - Wuppertal-Schee - Haßlinghausen - Silschede - Wengern - Witten zurück nach Hattingen (55 km). Der RVR hat vergangenes Jahr eine preiswerte Karte zum Rundkurs herausgegeben.

Eröffnung des Schulenberg-TunnelsDie kürzlich erfolgten Lückenschlüsse Silschede - Rennebaum und die Öffnung des Schulenberg-Tunnels in Hattingen wurden unter großer Beteiligung der Bevölkerung gefeiert. Der letzte noch fehlende Lückenschluss zwischen Silschede über die spektakuläre Brücke über das Elbsche-Tal zum Ruhrtal-Radweg in Wengern ist für 2012 geplant.

Die zweite große Runde unter dem Namen „Ennepe-Runde" verläuft im Südkreis und nutzt die Route der Drei-Städte-Tour, die ehemalige Kleinbahntrasse von Haspe nach Breckerfeld und einige EN-Radwege. Die Route startet in der Nähe des Gevelsberger Hauptbahnhofs und führt im Tal der Ennepe bis Haspe. Dort geht es auf der Kleinbahntrasse dann stetig bergauf über Voerde und Oberbauer bis Breckerfeld. Über die L699 geht es dann hinunter zur Ennepetalsperre und im Tal der Ennepe sanft abfallend weiter über Milspe zurück nach Gevelsberg. Da diese Runde relativ viele Höhenmeter aufzuweisen hat, sind drei Abkürzungsstrecken von der Kleinbahntrasse ins Tal der Ennepe geplant: (1) Breckerfeld - Burg durch das Steinbachtal; (2) Oberbauer - Behlingen - L699 unterhalb Peddenöde; (3) Voerde - Altenvoerde. Da die Route weitgehend auf den - durch die neuen rot-weißen Schilder gekennzeichneten - Wegen des Radnetzes NRW verläuft, ist die Ausschilderung durch Ein schübe relativ schnell und preiswert machbar. Sie kann bereits 2009 beginnen.

In Witten wird der Ausbau der Verlängerung des „Rheinischen Esels" von der Dortmunder Str. in Richtung Norden bis zum Bahnhof Langendreer im Rahmen des Alleen-Radweg- Programms der Landesregierung geplant. Baubeginn soll 2009 sein.

Radwege in den angrenzenden Gebieten

Spektakulärstes Projekt ist zweifellos die „Nordbahn-Trasse" in Wuppertal. Der Bürger-Initiative WuppertalBewegung ist es gelungen, durch Geld- und Sachspenden sowie Eigenleistung die - unvorstellbare - Eigenmittelsumme von 3,3 Mio Euro aufzubringen. Das Land hat daraufhin Mittel in Höhe 15,9 Mio Euro für den Bau der Nordbahntrasse bewilligt. Die Trasse verläuft nördlich der Wupper auf knapp 20 km Länge von Vohwinkel bis Schee und bekommt dort Anschluss an den Rundkurs „Von der Ruhr zur Ruhr". Sie wird sechs Meter breit sein, vier Meter asphaltiert für Radfahrer und Inliner, 2 Meter gepflastert für Fußgänger. Der ausgesprochen ehrgeizige Plan rechnet mit einem Baubeginn Mitte 2009 und mit der Eröffnung der Trasse im Juni 2010. Wenn man etwas großräumiger denkt, kann man die Nordbahntrasse in Verlängerung der Korkenzieher-Trasse von Solingen her auch als Lückenschluss betrachten.

Das neue nationale D-Netz lässt das Ruhrgebiet leider rechts liegen und streift es nur im Westen über die Rhein-Route (D 8) und im Norden über die Pilger-Route (D 7). In einer Art Sub-Netz ist nun die fahrradtouristische Verknüpfung von den rheinischen Städten Köln und Düsseldorf über die Metropol-Region Ruhr direkt mit dem westfälischen Münster möglich. Interessant ist dabei für den Ennepe-Ruhr-Kreis, dass dabei zwei mögliche Varianten über unser Gebiet führen: Von der Nordbahn-Trasse ausgehend einmal über „Von der Ruhr zur Ruhr" über Hattingen und weiter zur Erzbahn-Trasse. Die zweite Variante würde über „Von der Ruhr zur Ruhr" in östlicher Richtung nach Witten führen, von dort weiter über den Rheinischen Esel und den R 31 in nördlicher Richtung, beides touristisch nicht uninteressant! Zu dieser zweiten Variante hat mir Georg Schäfer eine weitere Alternative mitgeteilt: „Die eigentliche Verlängerung der Wuppertaler Nordbahn ist nicht die Strecke zum Bahnhof Schee und weiter nach Hattingen, sondern führt über Schwelm Loh nach Gevelsberg West. Hier zweigt die Strecke über Asbeck-Albringhausen nach Wengern ab. Meines Wissens überprüft Straßen-NRW als Träger des Alleeprogramms bereits die Bauwerke zwischen Schwelm Loh und Silschede, immerhin zwei Tunnel und das Viadukt in Gevelsberg. Lediglich der große Asbecker Tunnel (unter Silschede) soll ausgespart werden. Im ganzen Bereich wird es möglicherweise zu Konflikten mit Artenschutz kommen. Für den eigentlichen Anschluss an die Nordbahn fehlt dann allerdings noch eine Brücke über die A1."

Weitere kleinere Projekte in der Nachbarschaft sind die kürzliche Fertigstellung der Erzbahn-Trasse mit der Grimberg-Brücke über den Rhein-Herne-Kanal, und des Lothringen-Radwegs von Altenbochum nach Gerthe.

Drei persönliche Vorschläge für die Weiterentwicklung:

  1. an RVR, EN-Kreis und die Stadt Hattingen: neuer Fahrradweg zwischen Wasserschloss Kemnade und der Koster Brücke neben der Museumsbahn. Die derzeitigen Alternativen sind unzureichend. Die L 924 zwischen Blankenstein und Steinenhaus ist brandgefährlich, sehr stark befahren und vergleichsweise eng, dazu kommen die Höhenmeter. Der Ruhrtal-Radweg ist am Kemnader See völlig übernutzt und insgesamt in einigen Passagen bis zur Koster Brücke sehr eng. Das führt zu häufigen Konflikten zwischen Joggern, Radfahrern, Spaziergängern, Inlinern und Hundehaltern.

  2. an die Stadt Witten: eine gute Verknüpfung von Ruhrtal-Radweg und Rheinischem Esel. Zugegeben schwierig, da die Edelstahlwerke wie ein riesiger Klotz zwischen Stadt und Ruhr liegen, die Verbindung über die Ruhrstraße sehr eng und gefährlich ist, und auch die Verbindung über die Herbeder Straße ihre Tücken hat (Pflasterung, Kreisel am Ruhrdeich, Querung von zwei Bundesstraßen). Die Verknüpfung ist nicht nur für Wittener wichtig, sondern ermöglicht auch Radlern z.B. aus Dortmund oder Castrop, an die Ruhr zu gelangen bzw. Ruhrtal-Radlern, einen gefahrlosen Anschluss vom oder zum Wittener Hauptbahnhof zu bekommen. Mit etwas Phantasie kann man sich eine Durchfahrung des Geländes der Edelstahlwerke vom Bahnhof zur Ruhr mit Korridoren und Brückenlösungen vorstellen, natürlich vom Goodwill der Firmenleitung abhängig, und leider auch nicht ganz billig.

  3. an RVR, die EN-Städte und den Kreis: Nach Fertigstellung der neuen großen Rund- Radwege im EN-Kreis wäre eine Verknüpfung von „Von der Ruhr zur Ruhr" und Ennepe-Runde sinnvoll. Das ist im Osten bereits mit dem Ausbau der alten Kohlenbahn-Trasse von Silschede nach Haspe angedacht. Im Westen wäre eine Rad- Verbindung von Gevelsberg über Landringhausen nach Haßlinghausen, oder eine Verbindung von Ennepetal über Schwelm nach Wuppertal-Schee denkbar. Damit gäbe es über einen großen Rundkurs bzw. eine große Acht ein mehrtägiges attraktives touristisches Fahrrad-Angebot im Ennepe-Ruhr-Kreis.

Helli Lebert

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