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Innenstadtboulevard ohne Radfahrer?

27.11.17
Kategorie: Aktuelles, Verkehr, Duisburg

Umbau der Friedrich-Wilhelm-Straße

Die geplante Umgestaltung der Friedrich–Wilhelm–Straße sieht der ADFC Duisburg kritisch. Insbesondere die geplante Umweltspur für Fahrräder und Busse wird den Anforderungen für eine sichere Verkehrsführung nicht gerecht. Die Aufteilung der Straße mit ausreichendem Platz für Nah- und Radverkehr ist bei den vorhandenen Flächen leicht möglich. Geplant ist eine reine Busspur die von Rad fahrenden mitgenutzt werden soll. Bei der Menge an Buslinien und Haltestellen sind hier Konflikte unausweichlich. Sicheres Überholen von langsamen Fahrrädern oder stehenden Bussen durch Rad fahrende ist auf der schmalen Spur unmöglich. Dies provoziert gefährliche Ausweichmanöver in den fließenden Autoverkehr.

„Viele Rad fahrende werden diese Regelung auch nicht als angenehm empfinden und diesen Bereich meiden. Als Folge werden verunsicherte Radfahrer*innen verbotener- aber verständlicherweise auch auf den Gehweg ausweichen und damit den angestrebten Boulevard-Charakter konterkarieren“ meint ADFC-Sprecher Herbert Fürmann. Eine moderne Verkehrsplanung auch unter Umweltgesichtspunkten sollte aber gerade in diesem zentralen Innenstadtbereich auch einladende Möglichkeiten für den Radverkehr vorsehen. Daher fordert der ADFC Duisburg eine breitere Umweltspur um die politisch gewollte Förderung des Radverkehrs auch bei dieser Neubaumaßnahme umzusetzen.

Das Klimaschutzkonzept der Stadt Duisburg und die strategischen Ziele der Stadtentwicklung Duisburg2027 sehen eine Stärkung des Radverkehrs als Notwendigkeit. Auch bei den Bürgerforen wurden gute Bedingungen für den Radverkehr gefordert. Bei dieser Neubaumaßnahme kann die Politik diese Ziele mit einer geänderten Planung umsetzen. Die vorgelegten Planungen werden den Zielen und Ansprüchen der Duisburger*innen nicht gerecht.


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