Die Rechte der Radfahrer/innen - 15 Antworten auf 15 Fragen

Der Strassenverkehr verdichtet sich immer mehr, besonders auch in Düsseldorf. Dadurch erhöht sich auch das Konfliktpotential zwischen den einzelnen Verkehrsteilnehmern. Daher ist es gut, zur Prävention von und in akuten Streitsituationen die rechtliche Situation genau zu kennen. Wir haben 15 der häufig gestellten Rechtsfragen hier zusammengestellt:

  • Wie verhalte ich mich als Radfahrer im Kreisverkehr?

    Im Prinzip wie ein Kraftfahrer. Der Kreisverkehr hat Vorrang. Das Ausfahren aus dem Kreisverkehr gilt als Rechtsabbiegen und ist mit Handzeichen anzuzeigen. Querende Fußgänger haben Vorrang.


  • Wie schnell dürfen Fahrradfahrer sein?

    Der Radfahrer darf so schnell fahren, wie es der Situation angemessen ist. Er muss sein Rad ständig beherrschen können und besonders auf die Verkehrs- und Sichtverhältnisse Rücksicht nehmen. Die allgemeine Geschwindigkeitsgrenze von 50 km/h innerorts gilt für ihn nicht. Durch Verkehrszeichen angezeigte Geschwindigkeitsgrenzen hat er allerdings zu beachten.


  • Darf ein Hund im Körbchen mitfahren?

    Kleine Hunde dürfen im Körbchen mitfahren, müssen als „Ladung“ allerdings gesichert werden und dürfen den Fahrer nicht beeinträchtigen. Das Führen von Hunden vom Fahrrad aus ist erlaubt.


  • Darf ich eine 2. Person auf dem Gepäckträger mitnehmen?

    Gepäckträger und Stange können eine zweite Person transportieren – erlaubt ist das nicht. Nur Kinder bis sieben Jahre dürfen in einem zugelassenen Fahrradsitz mitgenommen werden. Der Fahrer muss dann mindestens 16 Jahre alt sein.


  • Wie ist es mit dem Nebeneinanderfahren?

    Radfahrer müssen einzeln hintereinander fahren; nebeneinander dürfen sie nur fahren, wenn dadurch der Verkehr nicht behindert wird. Wenn mehr als 15 Radfahrer einen sogenannten geschlossenen Verband bilden, dürfen sie auch nebeneinander fahren, auch wenn der Autoverkehr dadurch behindert werden könnte. In einer Fahrradstrasse dürfen Radfahrer ausdrücklich nebeneinander fahren, auch wenn dadurch anderer Verkehr behindert wird.


  • Darf ich während der Fahrt Musik hören?

    Stöpsel im Ohr sind nicht ausdrücklich verboten. Die Wahrnehmung der Umgebungsgeräusche darf von der Musik allerdings nicht beeinträchtigt werden.


  • Wann ist Telefonieren mit dem Handy erlaubt?

    Ein Handygespräch oder eine SMS sind radelnd nicht erlaubt und können teuer werden. Freisprechanlagen sind erlaubt und können auch radelnd benutzt werden.


  • Helmpflicht – ja oder nein?

    In Deutschland gibt es keine Helmpflicht, auch nicht für Kinder. Die oft geäußerte Befürchtung, dass eine Versicherung bei nicht getragenem Helm nicht zahlen müsste ist nicht zutreffend.


  • Muss man beim Abbiegen immer Handzeichen geben?

    Anzeigen mit Handzeichen vor dem Abbiegen genügt. In bestimmten Situationen kann das Handzeichen im Interesse der Sicherheit ausfallen (wenn z.B. bei Fahrbahnglätte beide Hände an Lenker und Bremse erforderlich sind).


  • Ist das Punktekonto in Flensburg für Radler relevant?

    Ab 40 Euro Bußgeld, gibt’s grundsätzlich einen Punkt in Flensburg – auch wenn der Radfahrer keinen Führerschein besitzt.


  • Muss man alle Radwege benutzen?

    Nein, nur die mit blauen Schildern gekennzeichnete Radwege sind benutzungspflichtig. Ausnahmen gelten, wenn die Nutzung des Radwegs wegen Hindernissen nicht zumutbar ist. Bodenpiktogramme alleine begründen keine Radwegbenutzungspflicht.


  • Wer darf auf Gehwegen fahren?

    Kinder unter acht Jahren müssen auf dem Gehweg radeln, Kinder von acht bis zehn dürfen. Ansonsten darf nur auf dem Gehweg gefahren werden, wenn dies ausdrücklich durch Schilder erlaubt ist.


  • Braucht man eine Dynamobeleuchtung?

    Die Dynamopflicht ist kürzlich für alle Räder entfallen. Man muss allerdings jederzeit eine funktionstüchtige Beleuchtung mitführen. Bei Batterieleuchten also vor jeder Fahrt die Akkus testen und Leuchten in die Radtasche packen.


  • Wie viele Promille am Lenker sind erlaubt?

    Radfahren im betrunkenen Zustand ist eine Straftat. Wer mit 1,6 Promille oder mehr Rad fährt, kann seinen Autoführerschein verlieren. Im Falle eines Unfalls oder einer anderen Auffälligkeit droht eine Verurteilung bereits ab 0,3 Promille. Wer keinen Führerschein hat, dem kann auch das Radfahren verboten werden.


  • Abstand halten beim Überholen

    Viele Autofahrer wissen nicht, daß sie beim Überholen von Radfahrern einen Abstand von 1,50 - 2,00 m halten müssen. Wenn der Radfahrer selbst von parkenden Autos einen
    Abstand von 0,8 - 1,0 m hält, bedeutet das in der Regel einen Fahrbahnwechsel für den Autofahrer.

 

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