Das erste Düsseldorfer Fahrradhäuschen

(viele wichtige Dokumente, die aufzeigen, wie Sie auch ein Fahrradhäuschen errichten können finden Sie hier)

Radfahren gehört zu den umweltfreundlichsten, gesündesten und gleichzeitig für die Nutzer und den Steuerzahler kostengünstigsten Fortbewegungsarten. Der ADFC setzt sich deshalb für eine konsequente Förderung des Fahrrads als Verkehrsmittel ein. Dazu gehört auch eine entsprechende Infrastruktur inkl. komfortablen und ausreichend sicheren Abstellmöglichkeit. Sowohl am Start- als auch am Zielort.

Viele alltägliche Wege könnte man sehr gut mit dem Fahrrad erledigen, wenn nicht das eigene Fahrrad im schlecht zugänglichen Keller untergebracht wäre. Gerade für kurze Strecken scheuen viele Besitzer die Buckelei durch die enge und verwinkelte Kellertreppe. Insbesondere in innerstädtischen Altbaugebieten haben deshalb viele Menschen, die regelmäßig Rad fahren, ein billiges Straßenfahrrad. Dieses Straßenfahrrad ist relativ schutzlos Witterung, Vandalismus und Diebstahl ausgesetzt. Um die Benutzung des Fahrrads in der Innenstadt zu fördern und die Anzahl von Schrotträdern im öffentlichen Raum zu reduzieren, gibt es seit Anfang der 1990er in Hamburg abschließbare Fahrradparkhäuschen für Anwohner. Diese bieten Platz für 12 Fahrräder und stehen wohnortnah auf dem Bürgersteig oder auf einem umgewandelten PKW-Stellplatz. Nur die Nutzer haben eine Schlüssel zum Häuschen. Mittlerweile stehen über 400 solcher Häuschen in den verschiedenen Hamburger Stadtteilen. Auch in Dortmund gibt es schon ein gutes Dutzend. Das erste Düsseldorfer Fahrradhäuschen wurde im September 2014 aufgestellt.

Was ist zu tun?

Was muss ich machen, damit meine Nachbarn und ich auch so eine sichere und zugleich bequeme Abstellmöglichkeit bekommen? Zuerst sollte man nach einem geeigneten Stellplatz suchen. Dieser sollte möglichst wohnortnah sein, damit die spätere Nutzung möglichst einfach ist. In den meist zwölfeckigen Häuschen werden die Fahrräder senkrecht am Vorderrad aufgehängt. Deshalb hat das Häuschen einen Durchmesser von nur 3 Meter. Der Standort sollte den anderen Verkehr möglichst wenig einschränken.

Außerdem benötigt man weitere Interessenten. Hierbei ist es wichtig, dass die Stellplätze nicht kostenlos sind. Die späteren Nutzer erwerben gemeinschaftlich das Häuschen. Die Stadtverwaltung überprüft lediglich den Standortvorschlag. Eventuell bekommt man einen einmaligen Baukostenzuschuss von der Stadt. Für die ersten zwei Düsseldorfer Fahrradhäuschen wurden etwa 2 Drittel der Gesamtkosten von rund 8.000€ bezuschusst. D.h. jeder Stellplatz kostet einmalig etwa 250€. Hinzu kommen jährliche Kosten für die Gebäudeversicherung und die Instandhaltung von etwa 30€ pro Stellplatz. Da man den Stellplatz später wieder verkaufen kann, relativieren sich die anfänglichen Kosten. Am besten sucht man mittels Flugblatt und Aushang in der unmittelbaren Nachbarschaft nach weiteren Interessenten.

Wenn sich der gewünschte Standort auf öffentlichem Grund befindet, benötigt man eine Sondernutzungserlaubnis vom Amt für Verkehrsmanagement. Diese wird in der Regel gebührenfrei erteilt, falls das Standort aus Sicht der Verwaltung geeignet ist. Wenn man bereits bei Antragstellung einen Alternativstandort benennt, erhöht dies natürlich die Chancen für eine Erlaubnis. Eine Baugenehmigung ist nicht erforderlich. Wer also das Häuschen auf privaten Grund aufstellen möchte, braucht keine behördlichen Genehmigungen.

Die späteren Nutzer bzw. Besitzer sollten für die gemeinschaftliche Nutzung des Fahrradhäuschen eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gründen. Dies ist mittels der Mustersatzung nicht sonderlich schwer. Es ist jedoch sehr hilfreich die Rechte und Pflichten aller Stellplatzbesitzer schriftlich festzuhalten. Außerdem ist in der Mustersatzung der Kauf und Verkauf eines Stellplatzes geregelt. Ein Verein ist weniger geeignet, da man u.a. mindestens sieben erwachsene Gründungsmitglieder benötigt.

Es gibt mehrere Hersteller für Fahrradhäuschen nach Hamburger Vorbild. Es werden sowohl sechs- als auch zwölfeckige Häuschen angeboten. Das Grundgerüst und das Karussell, an dem die zwölf Fahrräder aufgehängt werden, ist immer aus Metall. Die großen Wandfüllungen können aus Holz, Kunststoff oder Alu-Blech sein. Selbstverständlich sind auch verschiedene Farben möglich. Besitzer eines schweren Pedelecs sollten auf jeden Fall statt der Aufhängung an einem Haken die Anschaffung eines Gasdruckfederliftes einplanen. Dieser kostet von der niederländischen Firma Wheelylift 160€. Allerdings sind nicht alle Hersteller gleichermaßen mit dem Einbau eines Fahrradliftes vertraut. Das erste Düsseldorfer Fahrradhäuschen inkl. drei Fahrradliften wurde von SCI (Moers) gebaut und aufgestellt.

Wer möchte kann nach Erhalt der Sondernutzungserlaubnis für die Errichtung auf öffentlichen Grund auch einen einmaligen Baukostenzuschuss z.B. bei der Bezirksvertretung beantragen. Da Fahrradhäuschen in Düsseldorf noch wenig Tradition haben, ist ein Antrag auf einen kommunalen Baukostenzuschuss noch kein Selbstläufer. Vermieter, die ein Fahrradhäuschen für Ihre Mieter errichten wollen, können wahrscheinlich genau wie in Hamburg keinen Zuschuss erwarten.

Weiterhin benötigt man noch eine Geschäftskonto und eine Versicherung. Bei den meisten Banken und Sparkassen sind recht hohe Kontoführungsgebühren für Geschäftskonten zu zahlen. Da man aber nach der Errichtung nur Umsätze von einigen hundert Euro pro Jahr hat, erscheint dies wenig attraktiv. Ein Privatkonto kommt als GbR nicht in Frage. z.B. bei der Fortis-Bank kann jedoch ein kostenloses Online-Geschäftskonto eröffnen. Dazu müssen sich u.a. alle Gesellschafter mittels PostIdent bei einer Postfiliale registrieren. Weiterhin sollte man eine Gebäudeversicherung abschließen. Noch wichtiger ist jedoch die Gebäudehaftpflichtversicherung. Falls sich bspw. ein Brett vom Dach löst und jemandem auf den Kopf fällt, können schnell sechs- oder gar siebenstellige Beträge für die Dauerschäden fällig werden. Ohne Versicherungsschutz kaum finanzierbar. Leider lehnen einige Versicherungen den Antrag auf eine solche Police ab. Die Versicherungsmakler Paas & Paas können hier sicherlich weiterhelfen.

Weitere Fragen können gerne an den ADFC Düsseldorf gerichtet werden. Aktueller Ansprechpartner ist Matías Steinigk verkehr(..at..)adfc-duesseldorf.de

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Es gibt mehrere Hersteller für Fahrradhäuschen nach Hamburger Vorbild. Es werden sowohl sechs- als auch zwölfeckige Häuschen angeboten. Das Grundgerüst und das Karussell, an dem die zwölf Fahrräder aufgehängt werden, ist immer aus Metall. Die großen Wandfüllungen können aus Holz, Kunststoff oder Alu-Blech sein. Selbstverständlich sind auch verschiedene Farben möglich. Besitzer eines schweren Pedelecs sollten auf jeden Fall statt der Aufhängung an einem Haken die Anschaffung eines Gasdruckfederliftes einplanen. Dieser kostet von der niederländischen Firma Wheelylift 160€. Allerdings sind nicht alle Hersteller gleichermaßen mit dem Einbau eines Fahrradliftes vertraut. Das erste Düsseldorfer Fahrradhäuschen inkl. drei Fahrradliften wurde von SCI (Moers) gebaut und aufgestellt.

Wer möchte kann nach Erhalt der Sondernutzungserlaubnis für die Errichtung auf öffentlichem Grund auch einen einmaligen Baukostenzuschuss z.B. bei der Bezirksvertretung beantragen. Da Fahrradhäuschen in Düsseldorf noch wenig Tradition haben, ist ein Antrag auf einen kommunalen Baukostenzuschuss noch kein Selbstläufer. Vermieter, die ein Fahrradhäuschen für Ihre Mieter errichten wollen, können wahrscheinlich genau wie in Hamburg keinen Zuschuss erwarten.

Weiterhin benötigt man noch eine Geschäftskonto und eine Versicherung. Bei den meisten Banken und Sparkassen sind recht hohe Kontoführungsgebühren für Geschäftskonten zu zahlen. Da man aber nach der Errichtung nur Umsätze von einigen hundert Euro pro Jahr hat, erscheint dies wenig attraktiv. Ein Privatkonto kommt als GbR nicht in Frage. Z.B. bei der Fortis-Bank kann jedoch ein kostenloses Online-Geschäftskonto eröffnet werden. Dazu müssen sich u.a. alle Gesellschafter mittels PostIdent bei einer Postfiliale registrieren. Weiterhin sollte man eine Gebäudeversicherung abschließen. Noch wichtiger ist jedoch die Gebäudehaftpflichtversicherung. Falls sich bspw. ein Brett vom Dach löst und jemandem auf den Kopf fällt, können schnell sechs- oder gar siebenstellige Beträge für die Dauerschäden fällig werden. Ohne Versicherungsschutz kaum finanzierbar. Leider lehnen einige Versicherungen den Antrag auf eine solche Police ab. Die Versicherungsmakler Paas & Paas können hier sicherlich weiterhelfen.

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