Für Fahrbahnradweg auf der Oberkasseler Brücke

„Oberkasseler Brücke Blick von unten“ von Image by EveryPicture / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons). Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons -

ADFC Düsseldorf begrüßt Pläne für Fahrbahnradweg auf der Oberkasseler Brücke

Seit Jahren nimmt in Düsseldorf der Motorisierungsgrad ab und gleichzeitig steigt der Radverkehrsanteil kontinuierlich. Die neue Koalition im Stadtrat möchte erfreulicherweise diese Entwicklung fördern und strebt mittelfristig einen Radverkehrsanteil von 25% an. Für die Anpassung der bestehenden Verkehrsinfrastruktur an den neuen Realitäten sind verschiedene Maßnahmen nötig.

Die neue Radverkehrsinfrastruktur sollte nicht nur den Düsseldorfern mit ihren 0,5 Mio. Fahrrädern eine zügige Fahrt ermöglichen, sondern auch die objektive Sicherheit und das subjektive Sicherheitsempfinden der Radfahrenden erhöhen.Dazu plant die Stadt u.a. einen Radweg auf der Fahrbahn der Oberkasseler Brücke. Diese Pläne wurden nicht überall positiv aufgenommen. U.a. wurde an einen tödlichen Fahrradunfall in den 1970er erinnert. 1970 war jedoch mit etwa 20.000 Verkehrstoten das schlimmste Jahr in der bundesdeutschen Geschichte. Im wiedervereinigten Deutschland konnte trotz hoher Verkehrsdichte die Zahl der Verkehrstoten pro Jahr auf zuletzt 3.368 drastisch reduziert. Der aktuelle Fahrrad-Klimatest zeigt jedoch, dass sich besonders in Düsseldorf viele Radler unsicher auf der Fahrbahn fühlen und lieber den vermeintlich sicheren Bürgersteig benutzen.Das Radfahren auf der Fahrbahn ist gemäß StVO der Normalfall und laut Unfallstatistik sicherer als allgemein angenommen. Hingegen sind die in früheren Jahrzehnten favorisierten Radwege auf dem Bürgersteig weniger sicher als erhofft. Aufgrund der häufig fehlenden Sichtbeziehung (z.B. durch geparkte Autos) kommt es regelmäßig im Kreuzungsbereich zu schweren Unfällen. Bei fahrbahngebundenen Radwegen oder dem gemeinsamen Fahren auf der Fahrbahn z.B. in Tempo-30-Zonen werden Radfahrende hingegen selten übersehen.

Der ADFC begrüßt daher grundsätzlich die Idee eines fahrbahngebundenen Radwegs auf der Oberkasseler Brücke. Auch die geplante Reduzierung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit halten wir zur Erhöhung der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer und natürlich insbesondere der Radfahrenden für richtig. Gegebenenfalls ist zu prüfen, ob dauerhafte Tempokontrollen und/oder eine weitere Reduzierung des Tempolimits notwendig sind. Überhöhte Geschwindigkeit ist nämlich neben Alkohol am Steuer noch immer die Hauptursache für schwere Unfälle.Da es mit 0,9 Mio. Radfahrern pro Jahr einen intensiven Radverkehr auf der Oberkasseler Brücke gibt, muss der geplante Radweg den ERA-Empfehlungen (2m Radweg plus 0,75m breiter Sicherheitstrennstreifen zur Fahrbahn) entsprechen. Aufgrund des Gefälles und der Seitenwinde ist häufig mit Pendelbewegungen zu rechnen, was ebenfalls für die Einhaltung des Regelmaßes spricht. Der auf der Brücke geplante Radweg darf auch keine Insellösung sein, sondern muss auf beiden Rheinseiten fortgeführt werden.

Der ADFC Düsseldorf e.V. fordert weiterhin die Stadt Düsseldorf zu einer Werbe- und Informationskampagne auf, die für das Radfahren wirbt und auch auf folgende Fakten aufmerksam macht:

 

  1. Fahrräder müssen gemäß StVO wie alle anderen Fahrzeuge auf der Fahrbahn fahren.
  2. Wenn Kfz einen Fahrradfahrer überholen, müssen sie auch innerorts den seitlichen Mindestabstand von 1,5m einhalten. Wenn dies nicht möglich ist, darf nicht überholt werden.
  3. Vorhandene Radwege ohne entsprechende Beschilderung dürfen benutzt werden. Nur Radwege mit entsprechender Beschilderung müssen benutzt werden.
  4. Das Fahren auf dem Fußweg ist nur für Radfahrer unter 10 Jahren erlaubt.
  5. Auf Fußwegen, die für Radfahrer freigegeben sind, dürfen Radfahrer nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren. Wer schneller fahren möchte, muss die Fahrbahn benutzen.

Bei Rückfragen und weiteren Auskünften wenden Sie sich bitte an Matías Steinigk, 0176-61982284, radfahren-in-bilk@ist-einmalig.de

 

 

Benderstraße

Im Hinterzimmer beschlossen am 20.4. OB Elbers und die Spitzen von FDP und CDU, dass die Benderstraße gegen den Willen der Mehrheit der Bezirksvertretung und der Gerresheimer Bürgerinnen und Bürger nur bis zur von-Gahlen-Straße umgebaut werden soll. Damit bleibt die illegale Möglichkeit in zweiter Reihe zu Parken erhalten, mit der Folge, dass Fußgänger weiterhin auf dem Bürgersteig zusammengepfercht werden.

Der bisher geplante Umbau

Meldung der RP

 

Rauf auf die Fahrbahn?

Eine Straße mit Radfahrstreifen

„Die aktuelle Planung in Düsseldorf versteht Radverkehr als Fließverkehr, der heute vorrangig [sic!] auf der Fahrbahn fährt. Die am meisten verwandten Planungselemente sind daher Radfahrstreifen, Schutzstreifen und Routen über ruhige Nebenstraßen (...)” antwortete der Düsseldorfer Verkehrsdezernent Dr. Keller auf eine Anfrage (Pdf) der SPD im Ordnung- und Verkehrsausschuss des Düsseldorfer Rates (Drucksache 66/16/2012).

„Leider ist es noch nicht so, dass alle Fahrradnutzer die Vorteile und die Sicherheit des Fahrens auf der Fahrbahn schätzen”, führt Dr. Keller, Düsseldorfer Dezernent in seiner Antwort weiter aus. „Häufig werden Anlagen im Seitenraum gefordert oder es wird im Bestand auf Gehwegen gefahren, weil Radfahrer sich auf der Fahrbahn subjektiv unsicher fühlen. Sowohl die Erfahrungen der Verwaltung wie auch der Polizei zeigen, dass diese Annahme nur subjektiv ist [sic!]. Eine wichtige Aufgabe ist daher die Öffentlichkeitsarbeit, die die Verwaltung seit Jahren intensiv betreibt.”

Wir begrüßen diese Aussagen sehr und hoffen, dass auch Radspuren entlang von stark befahrenen Hauptstraßen wie der Luegallee oder der Benrather Schlossallee wieder denkbar werden.

Herr Leyendecker vom Bundesverkehrsministerium sagte bei der Fahrradakademie zur kommenden neuen StVO: „Die Verkehrssicherheit wird klaren Vorrang vor dem Verkehrsfluß bekommen.” Wir müssen die genaue Formulierung im verabschiedeten Gesetz abwarten, aber Radfahrspuren oder Tempo 30 mit der Begründung abzulehnen, darunter würde die kraftverkehrliche Leistungsfähigkeit leiden, dürfte schwer werden.

Wer die Radwegbenutzungspflicht entlang einer Hauptstraße mit einer besonderen Gefahrenlage begründet, kann in Zukunft eine Radspur an Hauptstraßen nicht mehr verweigern, wenn kein Platz für einen Radweg im Seitenraum ist.

Vorteile und Sicherheit des Radfahrens auf der Fahrbahn - hier ist intensive und offensive Aufklärungsarbeit von Nöten. Jahrzentelang ist den Menschen eingetrichtert worden wie gefährlich das Radeln auf der Fahrbahn ist um freie (Fahr)bahn zu haben. Dies aus den Köpfen zu bekommen und neue Verhaltensweisen (siehe hier, Pdf 2 MB) einzuüben wird Jahre dauern. Hier wird der ADFC gerne mit der Stadtverwaltung, der Polizei, Senioren- und Elternverbänden zusammenarbeiten.

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