ADFC-Fahrradklima-Test 2016 - Nur Note 4,2 für Düsseldorf

Landeshauptstadt landet nur auf Platz 28 von 39 möglichen Plätzen

Kaum Verbesserung gegenüber 2014

Ergebnis:
Nachholbedarf bei Falschparker-Kontrollen und Führung an Baustellen

Düsseldorf konnte sich beim bundesweiten ADFC-Fahrradklima-Test 2016 - der welweit größten Befragung zur Zufriedenheit fahrradfahrender Menschen - zwar im Ranking der 39 teilnehmenden Großstädte leicht verbessern, landete mit Platz 28 aber erneut nur im unteren Drittel. „Das ist leider wenig überraschend“ kommentiert Lerke Tyra, stellvertretende Vorsitzende des ADFC Düsseldorf. „Die größten Schwächen hat Düsseldorf im Vergleich zu ähnlichen Städten bei Konflikten mit Fußgängern, der Erreichbarkeit des Stadtzentrums, beim zügigen Radfahren und insgesamt bei der Akzeptanz von radfahrenden Menschen als Verkehrsteilnehmer“.

Deutliche Kritik äußerten die 1.032 Düsseldorfer Klimatest-Teilnehmenden an der schlechten Führung an Baustellen, an seltenen Falschparker-Kontrollen auf Radwegen und fahrradunfreundlichen Ampelschaltungen.

Positiv bewertet wurden ein gutes Angebot öffentlicher Leihfahräder, viele für Fahrräder geöffnete Einbahnstraßen und die Fahrradförderung in jüngster Zeit. Auch die Werbung für das Radfahren schnitt im Vergleich zu anderen Städten besser ab.

„Fahrradfreundlichkeit ist ein wichtiger Standortfaktor für moderne Städte – deshalb macht es uns Sorgen, dass Radfahren hier noch deutlich mehr Stress als Spaß bedeutet und sich die DüsseldorferInnen auf dem Rad immer noch ziemlich unwohl fühlen“, so Lerke Tyra. „Auch angesichts der Lärm- und Luftproblematik ist es allerhöchste Zeit, dass das Fahrrad als umweltfreundlichstes Verkehrsmittel endlich den Platz bekommt, den es braucht - wie sonst will Düsseldorf den angepeilten Radverkehrsanteil von 25% erreichen? Nur wenn Menschen zügig, sicher und komfortabel fahren können, steigen sie aufs Rad um. Geschützte Radfahrstreifen ermöglichen sicheres Fahren, dazu brauchen wir ein Pilotprojekt.“

Der ADFC Düsseldorf verkennt nicht, dass sich in den vergangenen zwei Jahren einiges in der Landeshauptstadt getan hat. Vor allem die Arbeit an einem durchgängigen Radhauptnetz zeigt, dass Verwaltungsspitze und Stadtregierung das Thema mittlerweile systematisch angehen. Das wurde auch von den Befragten honoriert, so z.B. die neuen Radfahrstreifen an der Friedrichstraße/Elisabethstraße und Breitestraße/Kasernenstraße - noch ist davon aber zu wenig zu erkennen, als dass das Ergebnis positiver ausfallen könnte. Der ADFC ist in den Prozess zur Erstellung des Radhauptnetzes eingebunden und setzt auf einen konstruktiven Dialog mit Politik und Verwaltung.

„Gemeinsam müssen die Ergebnisse des Fahrrad-Klimatests als Zufriedenheitsindex für unsere Stadt analysiert und Konsequenzen daraus gezogen werden“, sagt Lerke Tyra. „Entscheidend bleiben das Sicherheitsgefühl und ein zügiges Vorwärtskommen. Die Falschparker-Problematik muss konsequent angepackt werden. Wir wollen beim Fahrrad-Klimatest 2018 deutlich besser abschneiden!“

Leider wird entgegen Zusagen der Stadtverwaltung häufig noch immer keine akzeptable Wegweisung für RadfahrerInnen an Baustellen oder bei Absperrungen für öffentliche Veranstaltungen umgesetzt. Zweite-Reihe-Parker und zugeparkte oder -gestellte Radwege machen Radfahren gefährlich, da immer wieder Ausweichmanöver in den fließenden Verkehr nötig sind. Für beides geben die DüsseldorferInnen Ihrer Stadt eine glatte 5 - dass hier Handlungsbedarf besteht, wurde noch einmal eindrucksvoll bestätigt.

Der Test zeigt bei anderen Städten, dass kontinuierliche Radverkehrsförderung auch honoriert wird und sich in einem guten Verkehrsklima niederschlägt. Schon mit vergleichsweise kleinen Maßnahmen ließe sich die Situation deutlich verbessern, beispielsweise durch mehr Tempo-30-Zonen, deutlich ausgewiesene Fahrradstraßen, radfahrerfreundliche Lösungen an Baustellen und auch bessere Fahrradabstellanlagen. Düsseldorf liegt bundesweit auf Platz 28 in der Kategorie der Städte über 200.000, im Landesvergleich auf Platz 10 von 15. Gegenüber dem letzten Test im Jahr 2014 hat sich Düsseldorf nur geringfügig verbessert. Im Durchschnitt geben die DüsseldorferInnen die Note „knapp ausreichend“ für die Fahrradfreundlichkeit.

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und wurde im Herbst 2016 zum siebten Mal durchgeführt. Er wird durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020 mit rund 150.000 Euro gefördert. Über 120.000 Menschen stimmten bundesweit ab – eine Steigerung von 15 Prozent gegenüber dem letzten Test im Jahr 2014. Die Zunahme führt der ADFC-Bundesverband auf das wachsende Interesse am Thema Fahrrad und Radverkehr zurück.

Die detaillierten Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2016 gibt es auf www.fahrradklima-test.de, die Düsseldorfer Ergebnisse hier.

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Düsseldorf bekommt nur Note 4,3

Landeshauptstadt landet nur auf Platz 34 von 39 möglichen Plätzen

keine Verbesserung gegenüber 2012

Ergebnis ADFC-Fahrradklima-Test 2014:
Düsseldorf muss deutlich mehr für den Radverkehr tun

[Düsseldorf | 19.2.2015] Beim heute in Berlin vorgestellten Fahrradklima-Test des ADFC landete Düsseldorf mit Platz 34 erneut nur unter die letzten fünf der fahrradfreundlichsten Städte ihrer Größe. 39 Großstädte mit mehr als 200.000 Einwohner hatten an der bundesweiten Befragung teilgenommen.

"Die größten Schwächen hat Düsseldorf beim Sicherheitsgefühl, der Erreichbarkeit des Stadtzentrums und beim zügigen Radfahren", erläutert Dominik Kegel, Vorstandsmitglied des ADFC Düsseldorf die Ergebnisse der Befragung. "Deutlich wurde von den 1.571 Düsseldorfer Teilnehmern an der Befragung die Breite der Radwege, die Falschparkerkontrolle auf den Radwegen und die Führung an Baustellen kritisiert." 

Dominik Kegel, Düsseldorfer ADFC Vorstandsmitglied sagt: "Fahrradfreundlichkeit ist ein guter Gradmesser für die Lebensqualität in einer Stadt - deshalb macht es uns Sorgen, dass sich die Düsseldorfer auf dem Rad weiterhin ziemlich unwohl fühlen."Der ADFC Düsseldorf verkennt nicht, dass sich in letzter Zeit einiges in der Landeshauptstadt getan hat. "Wir freuen uns über zahlreiche Öffnungen von Einbahnstraßen für den Radverkehr oder die neuen großen Radwege wie beispielsweise auf der Kölner Straße", so der ADFC in einer Pressemitteilung. "Dies wird auch in der Befragung deutlich", weiß Dominik Kegel. "Öffentliche Fahrräder, geöffnete Einbahnstraßen und "alle fahren Fahrrad" sind die wenigen Stärken der Landeshauptstadt."Der ADFC Düsseldorf hofft und setzt auf die neue Ampelkoalition aus SPD, GRÜNE und FDP im Stadtrat. "Inzwischen wird der ADFC mehr gefragt und eingebunden", freut sich Dominik Kegel. "Der Etat für Radverkehr hat sich 2015 verdoppelt, Radfahren ist bei Verwaltungsspitze und den regierenden Politikerinnen und Politikern angekommen. Wir bauen auf einen konstruktiven Dialog mit Politik und Verwaltung im Rathaus. Gemeinsam müssen die Ergebnisse der Befragung analysiert und Konsequenzen daraus gezogen werden. Wir wollen und müssen bei Fahrradklima-Test 2016 deutlich besser abschneiden!" Der Fahrradklima-Test zeigt für andere Städte, dass kontinuierliche Radverkehrsförderung auch honoriert wird und sich in einem guten Verkehrsklima niederschlägt. Schon mit kleineren Maßnahmen ließe sich die Situation deutlich verbessern, z. B. mehr Tempo-30-Zonen, radfahrerfreundliche Lösungen an Baustellen oder bessere Fahrradabstellanlagen. 

Über 100.000 Teilnehmer bundesweitDer ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und wurde im Herbst 2014 zum sechsten Mal durchgeführt. Er wird gefördert vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans. Über 100.000 Menschen stimmten bundesweit ab - eine Steigerung von 25 Prozent gegenüber dem letzten Test im Jahr 2012. Die Zunahme führt der ADFC auf das wachsende Interesse am Thema Fahrrad und Radverkehr zurück. Die bundesweiten Ergebnisse wurden heute in Berlin vorgestellt.

Die detaillierten Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2014 und bundesweite Trends finden Sie hier - und die Ergebnisse für Düsseldorf hier.

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