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Über 6.000 Radbegeisterte fordern in Düsseldorf ein Fahrradgesetz NRW

03.06.19
Kategorie: Kreisverbände, Aktionen, Verkehr, Düsseldorf

Bisher größte ADFC-Fahrradsternfahrt NRW – 206.687 Unterschriften an Umweltministerin Heinen-Esser übergeben – starkes Signal für AUFBRUCH FAHRRAD

Radbegeisterte von über 60 Startpunkten aus dem Münsterland, dem Ruhrgebiet, dem Bergischen, vom Niederrhein und der Rheinschiene bis Bonn machten Düsseldorf am Sonntag erneut zur Radhauptstadt NRWs.

Bei strahlendem Wetter nahm NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser zusammen mit MdL Arndt Klocke die innerhalb eines Jahres von hunderten Aktiven gesammelten Unterschriften für den Aufbruch in ein fahrradfreundliches NRW symbolisch entgegen –verpackt in 15 schwere Kartons, die auf Lastenrädern von Köln aus bis zur Landtagswiese gefahren worden waren. Auf rotem Teppich rollten die Räder bis vor die Bühne; zahlreiche Aktive türmten die Kartons auf der Bühne zu einem starken Bild. Ute Symanski, Radkomm Köln und Thomas Semmelmann, ADFC NRW, entrollten weithin sichtbar ein Transparent mit der eindrucksvollen Zahl 206.687 – der über dreifachen Menge der benötigten Unterschriften, am Tag zuvor auf der Radkomm in Köln offiziell verkündet. „Ich bin völlig beeindruckt davon, wie viele Menschen da mitgemacht haben“, so die Ministerin. „Ich glaube, dass über 200.000 Unterschriften für jeden Landtagspolitiker, für jeden Landtagskollegen schon ein deutliches Signal sind, dass hier etwas passieren muss“.

Sie sagte zu, dass sich die Politik sehr ernsthaft mit den neun konkreten Forderungen der Volksinitiative Aufbruch Fahrrad – wie dem Bau von 300 km überregionaler Radwegen pro Jahr, von mehr Verkehrssicherheit und mehr Expertise in Ministerien und Behörden –beschäftigen werde. „Wir brauchen mehr Sicherheit. Wir brauchen mehr Radwege“. Landtag und Landesregierung würden sich auch mit der Option eines Fahrradgesetzes auseinandersetzen.

Bis Ende November muss der Landtag laut gesetzlicher Regelung, so die Ministerin, nach dreimonatiger Prüf-und dreimonatiger Diskussionsphase zu einem Ergebnis kommen, wie er mit den Forderungen des Volksinitiative umgeht.

Auch Oberbürgermeister Geisel, der mit dem Demozug schon ein Stück mitgeradelt war, hatte zuvor in seinem Grußwort an die Sternfahrt-RadlerInnen die Bedeutung des Fahrrades für die Lebensqualität in den Städten hervorgehoben. Das gab Beifall. Für den ADFC und die 217 im Aktionsbündnis Aufbruch Fahrrad zusammengeschlossenen Verbände und Initiativen wurde aber auch erneut deutlich, wie hartnäckig an der konkreten Umsetzung der Forderungen weitergearbeitet werden muss.

Beifall gab es auch für das engagierte Grußwort des Fridays for Future-Aktivisten Lukas Mielczarek und zwei junge Sternfahrerinnen. Sie überreichten „Sternchen-Ehrenurkunden“an Ursula Heinen-Esser, Ute Symanski, Thomas Semmelmann und Lerke Tyra, ADFC Düsseldorf, für ihren großen Einsatz für das Radfahren in NRW.

Begeisterung und Spaß gab es aber nicht nur auf dem Kundgebungsplatz, der dichtbevölkerten Landtags-Wiese, und bei der SternCHENfahrt für Kinder mit Urkunde und Luftballon, sondern auch auf der gemeinsamen 18 km Abschlussrunde durch die Düsseldorfer Innenstadt. Der kilometerlange Zug der Radfahrenden zeigte eindrucksvoll:Immer mehr Menschen fordern Politik und Verwaltung lautstark auf, endlich wirkungsvolle Schritte für lebenswerte Innenstädte und für Klimaschutz zu ergreifen und gute Pläne dazu ohne Verzug umzusetzen.


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