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Parkgebühren-Proteste verkennen: Radfahrende sind gute Kunden

25.11.19
Kategorie: Düsseldorf, Mobilität, Verkehrspolitik, Presse

ADFC unterstützt den Kurs der Stadtverwaltung, Autoparken in der Innenstadt zu verteuern und weitere attraktive Fahrradabstellanlagen zu errichten

Lerke Tyra, stellvertretende Vorsitzende des Düsseldorfer Fahrradclubs: "Zahlreiche Untersuchungen und Umfragen zeigen, dass der Rückbau von Autoparkplätzen und Fahrstreifen die Umsätze der lokalen Wirtschaft eher steigen lassen. Wo Platz ist zum Schlendern, Radfahren, spontanen Anhalten und Schauen, zum enspannten Kaffee zwischendurch – da wird gern eingekauft. Zugestellte enge Straßen mit Zickzackparcours für Fußgänger und Radfahrer sind wenig attraktiv." 

Der ADFC betont, dass  weniger Autos zu einem spürbaren Anstieg der Aufenthaltsqualität und (wieder) belebteren Straßen führen. "Aktuelle Beispiele aus Madrid und London zeigen deutliche Umsatzzuwächse für den Einzelhandel:  Je weniger Autoverkehr, desto größer ist die Einkaufslust der Menschen – von einer „toten Stadt“ kann keine Rede sein", so Lerke Tyra.

Für den Einzelhandel zählen Kunden, nicht Autozahlen. Viele Einzelhändler orientieren sich aber vor allem an Auto fahrenden Kunden. Dabei schätzen sie, so die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommune in Bayern e.V. (AGFK Bayern), die Bedeutung des Autos für die Anfahrt ihrer Kunden deutlich zu hoch ein (58%, real 32%) und die Anzahl ihrer Kunden, die zu Fuß oder per Rad ins Geschäft kommen, deutlich zu niedrig (geschätzt zus. 30%, real 52%).

"Dass Radfahrende weniger Geld ausgeben, ist ebenfalls mehrfach widerlegt worden", erklärt Lerke Tyra. "Laut Umfrage des Deutschen Instituts für Urbanistik geben sie im Vergleich zu Autofahrenden zwar weniger Geld pro Einkauf aus, kommen aber häufiger in die Läden und geben in der Summe eher mehr Geld aus. Als potenzielle Stammkunden stärken sie den lokalen Einzelhandel."

Auch das Argument des mangelnden Transportvolumens kann die Arbeitsgemeinschaft aus Bayern widerlegen. 80% der Einkäufe in der Studie hätten bequem mit einem Fahrradkorb und weitere 14% mit einem Anhänger bzw. Lastenrad transportiert werden können; nur bei etwa bei 6 % hätte sich ein Autotransport gelohnt.

Der ADFC Düsseldorf wirbt für eine gute Fahrradinfrastruktur: "Fahrradfahrende Kunden brauchen gute Abstellplätze – und der Bedarf steigt stetig, weil der Radverkehr in Düsseldorf zunimmt. Initiativen wie „Anrainer DIE FRIEDRICHStrasse Düsseldorf“ geben mit ihrem Rad-Tag „Einkaufen mit dem Fahrrad“ positive Impulse für eine lebenswerte Stadt. Wir vom ADFC wünschen uns noch viel mehr davon."

 

Einige weiterführende Literatur / Quellen:

 


Für Rückfragen und weiteren Auskünften wenden Sie sich bitte an Frau Lerke Tyra, stellv. Vorsitzendes des ADFC Düsseldorf · 0163 - 633 4558 · lerke.tyra@adfc-duesseldorf.de.


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