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Keine Umweltspur im Norden Düsseldorfs

24.02.20
Kategorie: Kreisverbände, Düsseldorf, Verkehr, Verkehrsplanung, Verkehrspolitik

Der in die Jahre gekommener Radweg am Fürstenplatz als Beispiel für eine protected bikelane / geschützter Radweg


Radstreifen soll auf der Kaiser- & Fischerstrasse bleiben und geschützt werden

Der Düsseldorfer Fahrradclub lehnt die geplante Umwidmung des neu angelegten Radfahrstreifens vom Kennedydamm bis zur Inselstraße ab. „Das ist eine deutliche Verschlechterung für den Radverkehr“, kritisiert die stellvertretende Vorsitzende Lerke Tyra. „Auf der Kaiser- und Fischerstraße wurden erst letztes Jahr breite Radfahrstreifen markiert – für Alltagsradler*innen wichtiger Teil einer lange geforderten Nord-Süd-Verbindung. Hier eine Umweltspur einzurichten, auf der selbst Fern- und Reisebusse dauerhaft fahren sollen, macht das Radfahren deutlich ungemütlicher und auch gefährlicher.“ Der Verkehrsausschuss soll am Mittwoch über die Umwidmung entscheiden. [... zur Beschlussvorlage]

Nach Beobachtung des ADFC radeln immer mehr Menschen auf dem Radfahrstreifen – das funktioniert aber nur, wenn sie sich sicher und nicht bedrängt fühlen. 

Die neue Mobilitätsbefragung in Düsseldorf der Uni Dresden sagt aus, dass der Radverkehr in der Landeshauptstadt seit 2013 um rund ein Drittel zugenommen hat, es aber bis zu einer wirklichen Verkehrswende noch ein weiter Weg ist. 
Dem Radverkehr etwas wegzunehmen, statt ihn mit guter Infrastruktur einzuladen, ist das falsche Signal, so der ADFC in seiner Pressemitteilung. „Wir regen im Gegenteil an, vom Kennedydamm bis zur Maximilian-Weyhe-Allee – mit guter Anbindung Richtung Innenstadt - eine „protected bike lane“ einzurichten, also einen sicheren, durch Poller oder andere Elemente abgetrennten Radfahrstreifen, den auch Kinder und ältere Radler*nnen sich trauen, zu fahren. Hier wäre es einfach umzusetzen, weil nicht einmal Parkplätze betroffen sind. Auf der Klever Straße wurde die ursprünglich geplante protected bike lane bisher leider nicht verwirklicht. Wir wollen nicht, dass die neunjährige radelnde Lisa sich mit einem 18 Meter langen, 20 Tonnen schweren Reisebus die Verkehrsfläche teilen muss.“


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