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ADFC: mehr Fahrradspuren+Tempo 30+Fuß- und Radverkehr freundliche Ampelschaltung+kostenfreie Leihräder als ÖPNV-Alternative

08.04.20
Kategorie: Düsseldorf, Verkehr, Sicherheit, Verkehrspolitik

Für den Autoverkehr provisorisch gesperrte Straße in Denver, USA - Quelle: Twitter


ADFC Düsseldorf schreibt offenen Brief an Oberbürgermeister Geisel & Verkehrsdezernentin Zuschke

Der ADFC ist besorgt, dass der Andrang an den Osterfeiertagen draußen noch weiter zunehmen wird und fordert die Stadtverwaltung auf, mehr Platz für Zufußgehende und Radfahrende zu schaffen.

Der ADFC hat großes Verständnis, dass gerade in den Osterferien und besonders zu den Feiertagen viele Menschen raus wollen und raus müssen an die Luft und zu den Grün- und Erholungsflächen, die ihnen ihre Heimatstadt bietet. "Abstand halten wird allerdings oft zum Problem, besonders an beliebten und stark frequentierten Stellen wie z.B. dem Rheinufer", befürchtet der ADFC. 

"Alle Straßen im Stadtgebiet sollten überprüft werden, ob eine temporäre Sperrung oder Teilsperrung für den Autoverkehr möglich und sinnvoll ist", fordert Lerke Tyra, stellvertretende Vorsitzende des Düsseldorfer ADFC. „Wir brauchen für die Einhaltung der Abstandsregeln und für den Erhalt unserer Gesundheit genügend Platz für Bewegung im öffentlichen Raum. Neben provisorischen Radspuren brauchen wir auch autofreie Nebenstraßen, die ausschließlich für Fuß- und Radverkehr genutzt werden dürfen. Wer die Abstandsregelung ernst nimmt, muss dem Fuß- und Radverkehr mehr Platz geben." Unter anderem schlägt der ADFC vor, die rechtsrheinische vierspurige Straße vom  bzw. bis Rheinufertunnel und Fortuna-Stadion (Josef-Beuys-Ufer, Cäcilien-Allee, Rotterdamer Straße, Am Staad) jeweils eine Fahrspur für den Autoverkehr zu sperren und für den Radverkehr freizugeben.

Desweiteren forder der ADFC die Anordnung von Tempo 30 in der ganzen Stadt. "Die Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit wird die Zahl der Unfälle unmittelbar und effektiv senken", so Lerke Tyra. "Personal in Polizei und Behörden, aber auch die Rettungsdienste und Krankenhäuser werden so entlastet."

Ampeln auf die Bedürfnisse des Rad- und Fußverkehr einzustellen ist eine weitere Forderung des Fahrradclubs. "Sogenannte Bettelampeln per Knopfdruck sollten schon aus hygienischen Gründen umgestellt werden", wünscht sich Lerke Tyra. Als ein Beispiel von vielen nennt der ADFC die Ampel an der Fritz Roeber-Straße Richtung Innenstadt.

Der ADFC fragt darüber hinaus, warum in der Landeshauptstadt die in der Innenstadt vorhanden Leihräder nicht vorübergehend kostenlos genutzt werden können. "Im Ruhrgebiet und vielen anderen Städten werden jetzt während der Corona-Krise jeweils 30 Minuten pro Fahrt kostenfrei angeboten", weiß Lerke Tyra. "Damit hätten Düsseldorferinnen und Düsseldorfer eine Alternative zu Bus oder Bahn. Das unterstützt das Einhalten der Abstandsregeln, eine klimafreundliche Mobilität und die Verkehrssicherheit."

"Wir appellieren an Sie, die Zeit gerade jetzt zu nutzen, um neue Maßnahmen aus­zuprobieren, die das Radfahren als bestes und gesündestes Verkehrsmittel unterstützt, sicherer und attraktiver macht. Das kommt allen in der Stadt zugute – vor allem auch den zu Fuß Gehenden", so schreibt der ADFC an Oberbürgermeister Geisel und Verkehrsdezernentin Zuschke.

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