Politische Radtour durch die Innenstadt

Am Samstag, den 10 April hatte der ADFC zu einem Ortstermin die Fraktionen des Hagener Stadtrates eingeladen. Es sollte auf Probleme der Fahrradfahrer im Bereich der Innenstadt aufmerksam gemacht werden und gemeinsam mit den Politikern über Lösungen diskutiert werden.

Mit dabei waren Jürgen Klippert vom Bündnis 90 / Grüne (Landtagskandidat), von der SPD kamen Gerd Homm und  der Landtagskandidat Wolfgang Jörg, sowie Ulrich Lünse von Hagen Aktiv. Von den ebenfalls eingeladenen Fraktionen von CDU und FDP erschienen weder Teilnehmer, noch kam eine Absage.

Die große Hagener Fußgängerzone wirkt für Fahrradfahrer wie eine Barriere. Auch polizeiliche Kontrollen wirken sich negativ auf die Radnutzung aus, schließlich mussten viele Radfahrer in letzter Zeit ein Knöllchen zahlen. Rein rechtlich gesehen ist das Rad fahren in der Fußgängerzone verboten, aber wir wollen nachfragen, ob das Verbot in allen Teilen tatsächlich gerechtfertigt ist. Schließlich sollte auch die Innenstadt für das umweltfreundliche Verkehrsmittel Fahrrad erschlossen werden.

Fußgängerzone Bahnhofstraße - Bald Radfahrer frei?

Zunächst wurde die knappe Zahl der Radstellplätze auf dem Berliner Platz hingewiesen. Auch wurde über die Möglichkeit abschließbarer Stellplätze bzw. über Aufstellung von Fahrradboxen diskutiert, denn teure Fahrräder vor dem Bahnhof über Nacht oder am Wochenende stehen zu lassen ist nicht jedermanns Sache. Ein interessanter Vorschlag kam von Gerd Homm: "Man könnte einen kleinen Teil der Tiefgarage als abschließbare Sammelgarage für Fahrräder kostenpflichtig nutzen." Hierzu will man mit dem Pächter Kontakt aufnehmen.

Die ausgeschilderte NRW-Radroute führt durch die Fußgängerzone Bahnhofstraße. Auch die Politiker waren sich einig, dass hier „Radfahrer frei“-Schilder hingehören.

Ebenso waren sich alle Teilnehmer einig, dass im Abschnitt der Elberfelder Straße zwischen Konkordia- und Karl-Marx-Straße, sowie im weiteren Verlauf der Karl-Marx-Straße das Radfahren zu erlauben sei, da diese eine breite Fahrtrasse haben. Man würde dadurch eine durchgängige Route vom Theater zur Springmannstraße und weiter zum Volme-Radweg realisieren.

Der Rundgang führte weiter zur Körnerstraße Hier ist ab dem Parkhaus das Radfahren verboten. Auch hier sprach man sich für ein „Radfahrer frei“ bis zur Badstraße und im weiteren Verlauf bis zum Kreisel aus. Die problematische Führung des Radverkehrs vom Kreisel auf den linksseitigen Radweg an der Badstraße wurde ebenso diskutiert. Eine Verbesserung sollte allerdings von der Fachverwaltung ausgearbeitet werden.

Fahrradständer wurden in Motorradstellplätze umgewandelt

Der Rundgang führte nun zur Rathausstraße Hier wurde die ersatzlose Umwidmung der Radständer in Motorradstellplätze von Seiten des ADFC bemängelt. Der ADFC fordert hier, die vorhandenen Fahrradbügel wieder für Fahrräder freizugeben und den Stellplatz entsprechend zu beschildern. Es wurden neue Motorradstellplätze auf der Ecke Rathausstr./Potthofstr. vorgeschlagen.
Herr Homm berichtete, dass es geplant sei, die Rathausstr. in eine Fußgängerzone umzuwandeln. Die ADFC Mitglieder regen für diesen Fall ein „Radfahrer frei“ an, damit sich die Situation hier nicht noch weiter verschlechtert.

Der ADFC bemängelt, dass es auf, bzw. in der Nähe des Friedrich-Ebert-Platz keine Stellplätze gibt. Die Fahrräder werden hier überwiegend an den scharfkantigen Baumschutzgittern angeschlossen. Ein Vorschlag war auch, in der Dahlenkampstraße Fahrradständer einzurichten.

wird bald das Radfahren zwischen Elberfelderstraße und Hochstraße wieder erlaubt?

Ein weiterer Wunsch des ADFC war die Freigabe der kleinen Kampstraße zwischen Elberfelder- und Hochstraße; ebenso sollte eine Freigabe der Seitenstraßen Marien-, Goldbergstraße und Spinngasse geprüft werden.

Die Situation an der Frankfurter Straße und an der Kreuzung Märkischer Ring/Mittelstraße wurde diskutiert. Herr Jörg sprach sich für eine Freigabe der Busspur und für die Errichtung einer Fahrradampel über die Kreuzung aus, da jetzt die Fahrradfahrer durch die Böhmerstraße fahren müssen und so auf der Hochstraße landen. Im weiteren Verlauf wurde auch eine Freigabe der Mittelstraße bis zur Dahlenkampstraße vorgeschlagen. Damit könnte man eine durchgängige Radroute von der Frankfurter Str. bis zur Potthofstraße verwirklichen.

Insgesamt war man sich einig über notwendige Verbesserungen für ein fahrradfreundlicheres Hagen. Da jedoch bei der Umsetzung mit erheblichen Widerstand und Bedenken zu rechnen ist, wurde ein zweiter Termin im Juni vereinbart. Dazu, sollen auch Vertreter des Stadtplanungsamtes (Verkehrsplanung) und des Straßenverkehrsamtes teilnehmen.

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