Es ist schön auch einmal einen kleinen Erfolg zu haben. Das Rad fahren ist jetzt dauerhaft von 19.00 Uhr abends bis 9.30 Uhr, sowie an Sonn- und Feiertagen –in Schrittgeschwindigkeit- zugelassen.

Am Dienstag, 30. April 2013 tagte die Bezirksvertretung-Mitte. Auf der Tagesordnung stand auch das Thema Rad fahren in der Innenstadt. In der Vorlage wurde empfohlen, die Öffnung der Fußgängerzone auf Dauer zu den oben genannten Zeiten zuzulassen. Die Ergebnisse der einjährigen Probephase waren, entgegen der Einschätzung der Polizei im Vorfeld (erwartet wurde eine hohe Zahl von Unfällen), durchweg positiv. Das Thema Unfälle wurde gar nicht erwähnt, was wohl bedeutet, dass keine Unfälle passiert sind. So stimmten auch die Bezirksvertreter dieser dauerhaften Regelung zu.

Die Polizei wünschte noch den Zusatztext „Schrittgeschwindigkeit“ auf den Schildern. Dieses würde auch der ADFC begrüßen, wenn sich diese Aufforderung an alle Fahrzeugführer richtet und nicht nur an Radfahrer. Hierdurch würde verdeutlicht, dass man sich rücksichtsvoll gegenüber den Fußgängern zu verhalten hat.

Nach Abstimmungen des ADFC und der Verwaltung sollte allerdings diese Maßnahme erst der Anfang von weiteren fahrradfreundlichen Maßnahmen sein. Verbesserungen zur Erreichbarkeit der Innenstadt durch Teilfreigaben sollten folgen. Auch wurde am 21.09.2011 in der BV-Mitte folgendes beschlossen: „Nach Ablauf der Erprobungsphase soll über eine dauerhafte Freigabe in diesem Zeitfenster sowie eine uneingeschränkte Freigabe einzelner Abschnitte beraten und entschieden werden.“

Umso erstaunter waren wir, dass in der Vorlage für die BV-Mitte weitere Maßnahmen, wie z.B. Öffnung der Bus-Trassen ganztägig plötzlich abgelehnt wurden und nicht neutral zur Diskussion gestellt wurden. Im September 2011 hörte es sich noch ganz anders an. In der damaligen Ratsvorlage wurden noch die radverkehrlichen Aspekte genannt. Dort hieß es, dass die Innenstadt lediglich über Stichverbindungen in den Randlagen erreichbar sei und es wurde der Wunsch vieler Radfahrer und Radfahrerinnen genannt, die Innenstadt gut zu erreichen und durchqueren zu können.

Von all dem steht in der aktuellen Vorlage nichts mehr. Hier geht es nur noch um das Thema „Regeltreue der Radfahrer“. Zum Glück ließen sich die Bezirksvertreter davon nicht beirren und die SPD stellte einen Antrag zur ganztägigen Öffnung der Bus-Trassen zum Rad fahren.Dieser wurde allerdings in einen Prüfauftrag umgewandelt. Wir sind gespannt, wie diese Prüfung ausgehen wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass schon heute eine legale Befahrung der Bus-Trassen zu den eingeschränkten Zeiten möglich ist und genutzt wird, ohne dass es dabei zu Konflikten gekommen wäre. Ebenso dürfen Kinder bis zum vollendeten 10. Lebensjahr hier fahren, ältere und Erwachsene müssen außerhalb der Freigabezeiten schieben.Es muss endlich auch in Hagen erkannt werden, dass sich, wie in ganz Deutschland, mehr Menschen für umweltfreundliche und gesunde Mobilität entscheiden und daher vermehrt das Fahrrad auch im Alltag nutzen möchten. Auch das Fahren mit Elektrounterstützung (Pedelec) wird immer beliebter und kommt unserer Topografie entgegen. Hagen darf diesen Trend nicht verschlafen! Der aktuelle deutschlandweite Fahrradklimatest hat gezeigt, dass Hagen im Städtevergleich ganz hinten steht und sehr großen Nachholbedarf hat.

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