Mit OB Jörg Dehm auf Radtour

Vor längerer Zeit hatte der ADFC unseren Oberbürgermeister, der selbst begeisterter Radfahrer ist, zu einer gemeinsamen Radtour eingeladen, um ihm zum einen gute Radfahrmöglichkeiten, aber ebenso Problemstellen in unserer Stadt aufzuzeigen. Am letzten Schultag vor Sommerferienbeginn war es soweit und trotz aufkommender schwarzer Wolken ging es los. Wir hatten auch die örtliche Presse und Radio Hagen eingeladen, jedoch nur Radio Hagen kam zum Interview vorbei. Bei den örtlichen Zeitungen scheint das Thema Radverkehr eher uninteressant zu sein. Schade! Unterstützung bekamen die ADFC-Radler noch von drei Radfahrern des RSC-Hagen.

Die schwarzen Wolken hatten sich zum Glück schnell verzogen und wir rollten entlang der Volme, sowie über die Fußgänger- und Radfahrbrücke hinter dem Cinestar weiter bis zur Bergstraße. Dort führt das NRW-Radverkehrsnetz am Marienhospital vorbei. Die dortigen Schranken reagierten nur nach mehrmaligem Versuch auf uns Radfahrer und gaben schließlich die Durchfahrt frei. Da die Hochstraße zur Tempo-30-Zone werden soll, sollte über eine Verlegung der Radstrecke zur Hochstraße nachgedacht werden. Weiter ging es jetzt durch die Augustastraße in Richtung Wehringhausen. Während es zunächst eher flach zuging, kam jetzt die erste Steigung hinauf zur Minervastraße. Auf dem Konrad-Adenauer-Ring erreichten wir die Fuß- und Radwegbrücke über die dortige Bahnlinie zur Hördenstraße. Bis hierhin muss man bereits viele Höhenmeter erklimmen, obwohl die Route eigentlich durch das Tal verlaufen könnte. Wir fuhren dann auch talwärts zur Hammerstraße und zeigten dem Oberbürgermeister unsere Ideen zum Radweg in Tallage entlang der Ennepe. Als Alternative schlugen wir auch einen Ausbau der stillgelegten Güterbahnstrecke von Kückelhausen bis zur neuen Bahnhofshinterfahrung als Radweg vor.


Nun ging es über die verkehrsreiche B7 zum Hauptbahnhof zurück, um dort auf einen Standort für abschließbare Fahrradboxen hinzuweisen. Besser und komfortabler wäre jedoch eine Radstation mit Fahrradparkhaus, wie es in vielen Städten in NRW bereits zum Standard gehört. Nicht sehr einladend ist der Tunnel an der Werdestraße. Hier hinter dem Hauptbahnhof wird sich in den nächsten Jahren im Zuge der Bahnhofshinterfahrung einiges ändern.






Immerhin kann man sich durch die Sedanstraße ein Stück Bundesstraße 54 ersparen. Durch eine kurze Busspur gelangt man zur „alten“ Eckeseyer Straße, die heute verkehrsberuhigt ist. Leider ist die Busspur nur für Taxen, aber nicht für Radfahrer freigegeben. Im Bereich Herdecker- / Schwerter Straße gibt es Radwege, doch vor der Bahnunterführung muss wieder auf die Fahrbahn gewechselt werden. Hinter der Geitebrücke beginnt ein Pfad der entlang der Volme bis zur Herdecker Straße (hinter der Autobahnbrücke)führt. Wenn man diesen Trampelpfad zum Radweg ausbauen würde, könnte der Bereich des Vorhaller Kreisels und der Bundesstraße 54 sehr schön umfahren werden.

Da auf Hagener Seite der Ruhr kein Radweg existiert, mussten wir über die Stadtgrenze nach Herdecke um zum Hengsteysee zu gelangen. Dort erwarteten uns der Ruhrtalradweg und das schöne Freizeitzentrum „Am Bleichstein“. Hinter dem Wehr am Hengsteysee wiesen wir auf einen Weg entlang der Ruhr hin, der leider an der Autobahnbrücke der A1 endet. Würde man dort eine Fuß- und Radfahrerbrücke über die Volme erstellen, wäre auch der Hagener Teil des Ruhrtals besser erschlossen und eine Weiterfahrt in Richtung Wasserschloss Werdringen möglich.

Nach einer Rast auf der Terrasse des Strandhauses, erklommen wir die 12%-Steigung der Niedernhofstraße. Diese Steigung ist wiederum unnötig, da es auch Wege im Tal gibt. Diese liegen allerdings in einer Kleingartenanlage, die vor einigen Jahren ihr Tor abgesperrt haben, um eine Durchfahrung per Rad zu verhindern.




Vielleicht lässt sich entlang der Bahnlinie ein öffentlicher Rad- und Fußweg anlegen, denn auch die Fußgänger müssen sich über die enge, steile Straße ohne Gehwege quälen, um das Erholungsgebiet Hengsteysee zu erreichen.

Über das NRW-Radverkehrsnetz rollten wir Richtung Innenstadt zurück. An der Altenhagener Brücke wunderten wir uns über die merkwürdig umständliche Radwegeführung zur Überquerung der Kreuzung. Wir schaffen es aber trotzdem mit einer kurzen Schiebeunterbrechung an der Treppe Elbersufer unseren Ausgangspunkt Rathaus an der Volme zu erreichen. Trotz einiger Widrigkeiten hat die Tour viel Spaß gemacht und wir glauben, dass unsere Ideen zur Verbesserung des Hagener Radverkehrsnetzes beim Oberbürgermeister angekommen sind.




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