Mit dem ADFC-Dortmund von Madgeburg nach Berlin-Spandau

 

7-tägige Tour von der Elbe - durch das Fläming zur Havel

Die Tour ging entlang des schönen Elberadweges von Magdeburg über Schönebeck, Dessau nach der Lutherstadt Wittenberg, mit Abstecher über den Deutschlandradweg (D3) oder den Europaradweg(R1). Ab Wittenberg radelten wir auf den D3 durch das Fläming über Bad Belzig, und Brück nach Potsdam und zuletzt nach Berlin-Spandau. Auf dem Wege liegen unter anderem die berühmten Seen, wie der Templiner- und Wannsee und vier UNESCO Welterbestätte sowie viele andere Sehenswürdigkeiten. Die Strecke ist, bis auf eine Tagesstrecke durch den Fläming, nur flach. Die Anreise erfolgte mit der Deutschen Bahn von Dortmund nach Magdeburg und zurück ab Berlin-Spandau.

1. Tag, 25.06.12 Magdeburg – Schönebeck, 21 km

Wir trafen uns mit acht Radlern am Montag um 9:50 Uhr am Hauptbahnhof Dortmund. Nach der Bitte, an der Bahninformation, unsere Fahrräder mit dem Lastenaufzug auf dem Bahnsteig zu transportieren, kam ein DB-Angestellter und führte uns zu diesem Aufzug. Gemeinsam schafften wir unser Gepäck und die Räder in den IC. Pünktlich um 10:28 Uhr fuhr der Zug in Richtung Bild1 Magdeburg ab. Im Zug blickten wir mehrmals sorgenvoll aus dem Fenster. Dunkel und grau der Himmel. Zwischendurch immer mal wieder ein Regenschauer. Wie wird das Wetter, haben wir Regen? Kurz vor 14:00 Uhr kamen wir in Magdeburg an. Am Bahnsteig erwartete uns Peter, der 9. Teilnehmer. Erleichterung: Der Himmel grau und wir haben keine Regen! Nun die Gepäcktaschen an die Räder gehängt und los geht’s. Mit einer Bockwurst gestärkt radelten wir durch Magdeburg. Vorbei am Magdeburger Dom. Beide Türme waren mit einem Baugerüst versehen. Dann kam die Grüne Zitadelle, das Hundertwasserhaus. Ab März 2004 begannen die Bauarbeiten nach den Plänen von Bild2 Friedensreich Hundertwasser (1928-2000). Feierlich eingeweiht wurde das Haus mit den barocken Fassaden und dem modernen Design im Oktober 2005. Genau gegenüber der Zitadelle hat der ADFC Sachsen-Anhalt seine Geschäftsstelle. Einmal kurz „Guten Tag“ sagen und weiter fahren wir an dem Kloster Unser Lieben Frauen vorbei. Auf der alternativ Strecke des Elberadweges radeln wir nun linkselbisch der Elbe entlang. Nach kurzen Zeit erreichen wir eine steile, schlecht passierbare Stahlbrücke. Die Fahrradtaschen abhängen, nur so kommen wir über diese Brücke. Auf der anderen Seite der Elbe sehen wir den Jahrtausendturm im Elbauenpark. Um diesen zu erreichen überqueren wir eine Fußgängerbrücke. Leider ist der Park eingezäunt, so fahren wir nur daran vorbei. Hier war die 25. Bundesgartenschau im Jahre 1999. Um nach Schönebeck zukommen sagte Peter, der jetzt in Brandenburg wohnt: „Auf der gegenüberliegenden Seite ist ein neuer asphaltierten Radweg“. So weichen wir von der geplanten Route ab und überqueren wieder die Elbe. Von dieser Brücke hat man einen wunderschönen Ausblick auf den Dom. Unterwegs hat Jürgen Probleme mit seiner Schaltung. Kurz vor der Fahrt hat er eine neue Ketten montiert. Sind die Zahnkränze verschließen? Im Hotel fragte er nach eine Fahrradwerkstatt und vereinbarte ein Termin am nächsten Morgen um 9:00 Uhr. Das Hotel liegt am Stadtrand von Schönebeck, so gehen wir zum Abendessen in Richtung Stadtzentrum. Entlang einer 3,5 km langen, nicht ausgebauter Straße zu einer gemütlichen Gaststätte.

2. Tag, 26.06.12, Schönebeck – Dessau, 87 km

Jürgen und Manfred fahren zur Fahrradwerkstatt „ Radwelt“ vor, um das Rad reparieren zulassen. Unkenrufe werden laut:“ Jürgen kauf dir ein neues Fahrrad!“ Wir radeln nach ca. einer 1/2h auch zu der Werkstatt. Das Rad ist in Arbeit und gleich fertig. Super Service! Mit einem neuen Kranz am Hinterrad starten wir in Richtung der Elbbrücke. An der Promenade in Schönebeck steht die Skulptur „Die Salzblume“. Das Tragwerk soll Bild3 einen alten Salzspeicher darstellen und der Edelstahlwürfel ist die Nachbildung von Steinsalzkristallen. Entlang der Elbe erreichen wir das alte Pretziener Wehr, erbaut 1875.

Dann lassen wir das Schloss Dornburg und Walternienburg hinter uns. In Aken überqueren wir mit einer Gierfähre, die eine Drehbewegung um die eigene Achse vollzog, die Elbe. Hier machen wir bei einem Bäcker Rast und fragten die Teilnehmer: „Sollen wir noch zum Sachsenspiegel in Reppichau fahren. Dieses sind ca. 20 km zusätzlich oder direkt nach Dessau?“.Trotz des dunklen Himmels fuhren wir zum Sachsenspiegel. Der Bild4 Sachsenspiegel ist das bedeutendste Rechtsbuch aus dem Mittelalter. Es wurde u.a. verfasst. So heißt es z. B.: „Wenn man das Alter eines Mannes nicht erkennt und er Haare am Bart, an den unteren Körperteilen und unter den Achseln, so soll man daran erkennen, dass er volljährig ist“. Wir konnten uns erst nicht genau Vorstellen, was uns hier erwartet. Aber dieser Abstecher war interessant und wir hatten viel Spaß. In Dessau ankommen, haben wir die Freifläche des Technik-Museums von Junkers besichtigt. Ein km weiter ist die erste UNESO Welterbstätte, die Meisterhäuser, Baukunst aus dem den Jahren 1919-1933. Danach in der Pension kurz geduscht, und dann zu dem Brauhaus in Dessau. Das Essen und das selbst gebraute Bier waren sehr lecker. So kann es weitergehen!

3. Tag, 27.06.12, Dessau-Wittenberg, 71 km

Nicht weit von Dessau entfernt erreichten wir das Gartenreich Dessau-Wörlitz. Diese Landschaft ist die zweite UNESCO Welterbestätte. Durch den wunderschönen Park mit den Bauwerken und einem Kanal spazierten wir ca. 1 h Stunde. Dabei setzten Bild5 wir mehrmals mit einer kleinen Fähre über. Zum Schluß haben wir erfahren, dass man mit einem gesteuerten Ruderboot den Park in einer ¾ h mit Erklärung kennen lernen kann. Bald radelten wir durch Oranienburg. In der Oranienburg kann man den hier eine Spezialität, nämlich gebrannter Orangenlikör kaufen. Auch die barocke Rundkirche im Ort ist ein Abstecher wert. Die letzte heutige Besichtigung war das Technikmuseum Ferropolis. Riesige Schaufelrad- und Eimerkettenbagger sowie Absetzer mit einer Länge von 130 m und einer Höhe bis 30 m stehen hier im ehemalige Braunkohletagesabbau. In Wittenberg angekommen, hatten wir wieder einen schönen Tag hinter uns gelassen und ein leckeres Abendessen im Hotel vor uns.

4. Tag, 28.06.12, Wittenberg-Bad Brück, 57 km

Pünktlich um 9:00 Uhr stand unsere Stadtführerin vor unserem Hotel und holte uns ab. Ca. 2 Stunden führte sie uns durch die Bild6 Lutherstadt Wittenberg. Zeigte uns wo Martin Luther gelebt und gelehrt hat, die Schlosskirche und vieles mehr. Damit haben wir die dritte UNESCO Welterbstätte besichtigt. Nun radelt wir entlang des Europaradweg R1 durch das Fläming nach Brück. Am Naturparkhaus Fläming in Rabenstein machten wir Rast. Kurz vor der Weiterfahrt sahen wir das Schild „Knacker zum Essen“. Was sind hier Knacker? Bockwurst oder Mettwurst? In Bad Belzig besichtigten wir die Burg Eisenhardt. Vom Turm hat man einen herrlichen Blick auf die Ortschaft und das Fläming. Einige Steigungen mussten wir bewältigen. Dafür fuhren wir auch wieder lange Strecken bergab. Dies war der anstrengendste Tag. Frisch geduscht und durch ein Abendessen gestärkt, schauten wir uns abends gemeinsam das enttäuschende EM-Spiel Deutschland gegen Italien an.

5. Tag, 29.06.12, Brück-Potsdam 49 km

Morgens beim Frühstück eine schlechte Nachricht. Den Teilnehmer Jürgen hatten sie nachts mit dem Notarztwagen und Verdacht auf Nierenkolik nach Bad Belzig ins Krankenhaus gebracht.. Betroffen und ein wenig in Sorge kauften wir Proviant bzw. Getränke ein, denn wir hatten den heißesten Tag mit ca. 33° C, aber auch einen der schönsten Streckenabschnitte vor uns.

Kurz vor Werden verabschiedete sich Peter. Eine Erkältung veranlasste ihn zur vorzeitigen Beendigung der Tour und der Heimfahrt nach Brandenburg. Wir besuchten die Halbinsel in Werden und speisten hier auf einer Seeterrasse zu Mittag. Anschließend wollten wir uns ein Zweiradmuseum anschauen. Als wir ankamen stand auf dem Schild „Heute geschlossen“. So fuhren wir weiter zu unserem Hotel nach Golm/Potsdam. Neben einer Eisenbahntrasse überquerten wir den „Großen Zernsee“. Die Brücke hat jeweils einen steilen Auf- bzw. Abstieg. In der Laufrinne Bild 7 mußten wir unsere Räder jeweils schieben. Noch 3,36 km zum Ziel. Der Tourleiter Reinhold stellte fest: „Stopp, mein Rad schwimmt“ Platten?“ Zunächst war nichts zu erkennen. Also wieder aufgestiegen. Sofort kam es von hinten: Dein Hinterrad ist platt! „Nein, das kann doch nicht sein! Ich habe doch den unplattbaren Mantel aufgezogen“ war die Antwort vom Reinhold. Angehalten und dann ein Knall. Dem zweiten Teilnehmer Herbert, ist der Schlauch geplatzt. So flickten alle Teilnehmer die zwei Räder. Abends machten wir noch einen Abstecher nach Potsdam zum Essen im Krongut Borgstedt.

6. Tag, 30.06.12, Rundfahrt Potsdam

Heute morgen führte uns Ulf, ein Tourenleiter vom ADFC aus Potsdam, mit dem Rad durch Potsdam. Vorbei am Neues Palais, durch den Park von Sanssouci mit dem „Chinesischen Teehaus“, dem Schloss Sanssouci und der russischen Siedlung Alexandrowka. Hinaus zum Jungfernsee und dem Ufer entlang zur Glienicker Brücke. Dabei hatten wir einen schönen Blick auf das Schloß Cecilienhof und dem Marmor Palais. Nach dem Überqueren der Brücke erreichten wir den Park Babelsberg mit dem Bild 8 Schloß. Dann radelten wir zurück zum „Holländisches Viertel“ im Zentrum von Potsdam. Hier hat der ADFC seine Geschäftsstelle und dort verabschiedeten wir unseren Tourenleiter. Ulf hat uns eindrucksvoll seine (neue) Heimat dargestellt. Nochmals Danke Ulf! Am Nachmittag besuchten wir noch viele Sehenswürdigkeiten, sowie das Belvedere auf dem Pfingstberg. Hier kann man auf die Aussichtstürmen steigen und hat einen wunderbaren Blick auf die Umgebung. Nochmals einen Ausflug zum Cecilienhof, wo nach dem 2. Weltkrieg Europa aufgeteilt wurde. Natürlich waren wir auch bei der 4 UNSCO Welterbstätte, Bild 9 dem Schloß Sanssouci mit seinem terrassenförmigen Anstieg. Mit vielen schönen Eindrücken beendeten wir den heutigen Tag.

7. Tag, 1.07.12, Potsdam-Spandau, 41 km

Gemütlich starteten wir die Fahrt zum Bahnhof nach Spandau. Durch die herrliche Seenlandschaft radelten wir teilweise entlang des Havelradweges oder des Mauerradweges. Unsere Mittagspause machten wir in einer Gartenwirtschaft direkt am Wannsee in Kladow. Von hier aus telefonierten wir mit unserem „steinreichen“Jürgen. Samstag Abend hat er einen Nierenstein verloren und war schmerzfrei. Er saß gerade in dem Zug nach Wannsee. Wir sagten ihm:“ Du kannst in Wannsee die Fähre nach Kladow nehmen. Wir sitzen genau Bild 10 gegenüber der Anlagestelle“. So kam es auch. Freunde strahlend schob er sein Fahrrad auf uns zu. So fuhren wir die letzten 12 km nach Spandau. Besuchten noch dort die Zitadelle. Kurz vor dem Bahnhof kehrten wir zum Schluss nochmal in einen Biergarten ein und stärkten uns für die Rückfahrt.

Fazit: Es war eine wunderschönen Tour. Die Teilnehmer waren super. Es stimmte einfach alles! Eine Radtour voller Eindrücke und Erlebnisse, die sich in diesen Bericht gar nicht alle beschreiben lassen.

 

 

 

Do-HBF

Schönebeck

Dessau

Lutherstadt Wittenberg

Bad Brück

Potsdam

Rundfahrt

Spandau

Heimat

 

 

Datum

 

25.06.2012

25.06.2012

26.06.2012

27.06.2012

28.06.2012

29.06.2012

30.06.2012

01.07.2012

01.07.2012

Mittelwert

Summe

Streckenlänge

km

7,0

28,1

87,1

71,1

57,3

49,1

62,6

41,1

7,0

45,6

410,3

Fahrzeit

HH:MM

00:20

02:27

06:06

05:20

04:06

03:36

04:36

03:58

00:20

03:25

 

km/h

21,0

11,4

14,3

13,3

13,9

13,6

13,6

10,3

21,0

14,7

 

Wetter

 

 

 

Regendauer

h

 

0,5

 

0,5

 

 

 

 

 

 

1,0

Temperatur

°C

16

15

18

23

30

32

30

28

22

 

 

Windrichtung

aus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Reinhold Hesse

© 2019 ADFC Kreisverband Dortmund e. V.