Haftstrafe für aggressiven Jeep-Fahrer

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Ein Jeep-Fahrer, der einen Radfahrer mit seinem Geländewagen absichtlich zu Fall gebracht hat, muss für zwei Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Das Amtsgericht Frankfurt verurteilte den 52 Jahre alten Computertechniker am Donnerstag wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, gefährlicher Körperverletzung und Unfallflucht. Der Radfahrer wurde bei der Tat schwer verletzt.

Der Angeklagte hatte zunächst eine Gruppe von Rennrad-Fahrern überholt. Darüber war es an der nächsten Ampel zu einem Disput zwischen dem späteren Opfer und dem Autofahrer gekommen. Der 52- Jährige verfolgte den Radfahrer und fuhr mit aufheulendem Motor und hoher Geschwindigkeit auf dessen Rad auf. Der Radfahrer stürzte und verletzte sich so schwer, dass er mehrfach operiert werden musste.

Knapp ein Jahr nach der Tat ist er noch immer arbeitsunfähig. Der Autofahrer hatte sich nicht um den am Boden liegenden Verletzten gekümmert und war davon gefahren. Vor Gericht bestritt er, absichtlich auf den Radfahrer losgefahren zu sein. Eine Entschuldigung blieb er schuldig.

Laut Urteil handelte es sich bei dem Vorfall um einen "ganz, ganz gravierenden Fall", der trotz fehlender Vorstrafen nur mit einer Haftstrafe außerhalb möglicher Strafaussetzung zur Bewährung geahndet werden könne. Insoweit setzte sich das Gericht über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinweg, die noch eine Bewährungsstrafe von 20 Monaten für ausreichend erachtet hatte.

Quelle: Frankfurter Rundschau vom 21.02.2008

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