Schutzstreifen auf der Fahrbahn

Schutzstreifen, wie er mindestens aussehen muss

Schutzstreifen, oft auch Angebotsstreifen oder Suggestivstreifen genannt, sind Fahrspuren für Fahrradfahrer, die mit einer dünnen gestrichelten Linie am rechten Fahrbahnrand abgetrennt sind.

Sie können ausgewiesen werden, wenn die bauliche Anlage eines Radweges oder Radfahrstreifens nicht möglich ist. Schutzstreifen dürfen markiert werden, wenn:

  • die Fahrbahn insgesamt mind. 7 m, max. 8,5 m breit ist
  • die Verkehrsbelastung der Straße ungefähr zwischen 5.000 und 10.000 Kfz/24h liegt
  • das Parken am rechten Fahrbahnrand verboten ist oder Parkflächen rechts vorgesehen sind (Sicherheitsraum zum Schutzstreifen nötig!)
  • der Schutzstreifen mind. 1,25 m, max. 1,6 m breit ist
  • die verbleibende Fahrbahn mind. 4,5 m, max. 5,5 m breit ist

Kraftfahrzeuge dürfen Schutzstreifen mitbenutzen, jedoch nur, wenn dies unvermeidlich ist und kein Radfahrer dadurch gefährdet oder behindert wird!

Benutzungspflicht

In den Verwaltungsvorsschriften zur StVO steht, dass Schutzstreifen aufgrund des Rechtsfahrgebotes für Radfahrer benutzungspflichtig seien. Dies muss für Angebotsstreifen, die schmaler als 1,4 m sind, ganz klar verneint werden! Das Rechtsfahrgebot in der StVO bedeutet gerade nicht, dass sich Radfahrer an den äußersten rechten Fahrbahnrand drücken müssen. Es ist immer ein ausreichender Sicherheitsabstand einzuhalten. Vom Rinnstein sind das gut 80 cm, von parkenden Autos wenigstens 1 m. Bei einer Breite eines Radfahrers von gut und gerne 60 cm wird deutlich, dass sich der Schutzstreifen meist garnicht (richtig) benutzen lässt.

Kritik an Schutzstreifen

Schutzstreifen bleiben länger nass und dreckig als die Fahrbahn für Kraftfahrzeuge (Photo: <link http://www.mystrobl.de/Plone/radfahren/fahrten/radwege/dreckwege - external-link-new-window "Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster">W. Strobl</link>, Bonn)

Schutzstreifen, eine relativ neue Einrichtung der StVO, werden - oft zu Recht - von Radfahrern heftig kritisiert.

Schutzstreifen lösen ein Problem, das nicht existiert

Schutzstreifen sind vorgesehen für Straßen, an denen Radfahrer ansonsten - wie es normal ist - im Fahrbahnverkehr mitfahren müssen. Dies tun sie andernorts auch ohne Linie oder sonstige Hilfsmittel - wozu also jetzt plötzlich welche anlegen? Meist waren die Fahrbahnen vor Anlage eines Schutzstreifens aufgrund der erheblichen Anforderungen durch die Mindestmaße überbreit und sehr komfortabel mit dem Rad zu befahren.

Schutzstreifen führen zu minimalen Überholabständen

Die Schutzstreifenmarkierung dient vielen Kfz-Lenkern als rechte Orientierungslinie. Sie fahren dann mit nur wenigen Zentimetern Abstand an dieser Linie entlang - egal ob dort ein Radfahrer fährt oder nicht. Das bedeutet, dass die vorgeschriebenen 2 m Sicherheitsabstand beim Überholen von Radfahrern deutlich unterschritten werden.

Schutzstreifen, wie er in der Realität aussieht (Arminstraße, fahrradfreundliche Stadt Oberhausen)

Schutzstreifen verleiten zum zu weit rechts fahren

Aufgrund der Tatsache, dass Schutzstreifen vielfach (in Übereinstimmung mit der VwV-StVO!) viel zu schmal sind, verleiten sie Radfahrer dazu, ihren Sicherheitsabstand zum rechten Fahrbahnrand zu vernachlässigen. Dies führt zu einer erhöhten Gefährdung der Radfahrer.

Schutzstreifen sind der schlechteste Teil der Fahrbahn

Schutzstreifen liegen am rechten Fahrbahnrand; dort befinden sich auch Gullies, Risse aufgrund absackender Bankette und Glasscherben, die von den Autoreifen zur Seite weggeschleudert wurden. Sie sind auch noch Regen übermäßig lange nass, da sie von den Kfz nicht trocken gefahren werden (können).

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