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Im Blickfeld der Autofahrer

09.06.09

Im Blickfeld der Autofahrer

WAZ Bottrop, 29.05.2009, Matthias Düngelhoff

ADFC Kreisverband Bottrop rät Radfahrern, auf der Straße zu fahren.

Immer noch sorgt die Demontage der blauen Schilder, die eigentlich auf Radwege hinweisen und den Radfahrer zur Benutzung dieser Wege verpflichten, für Verwirrung. Dabei setzt die Stadt hier nur eine zehn Jahre alte Verpflichtung um. Der Gesetzgeber will den Radfahrer so zum gleichberechtigten Verkehrsteilnehmer auf der Straße aufwerten.

 Zwar gäbe es auch jetzt noch die Möglichkeit, die Radler auf Radwege zu zwingen, dazu müssen die aber bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Sie müssen eine Mindestbreite von 1,50 Meter haben. Weil das längst nicht auf alle Radwege im Stadtgebiet zutrifft ist die Stadt seit einiger Zeit damit beschäftigt, die Beschilderung abzumontieren. (die WAZ berichtete).

Aber auch die so entstandenen Sonderwege sollen den Radfahrern weiterhin zur Verfügung stehen. Sie können nur nicht mehr gezwungen werden, diese Wege zu benutzen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club begrüßt diese Regelung schon seit langem. In den Augen von Michael Wilich und Heinz Brockmann vom Vorstand des Kreisverbands Bottrop gehören Radler sowieso auf die Straße. Dort seien sie am sichersten, „weil sie sich da immer im Sichtfeld des Autofahrers bewegen. es ist also fast unmöglich, das man als Radfahrer übersehen wird”, so Wilch.

Sicheren Radfahrern raten sie von der Benutzung der Sonderwege ab, vor allem wenn diese im Bereich des Gehwegs verlaufen. „Immer wieder kommt es bei dieser Art von Radwegen zu gefährlichen Situationen im Bereich von Hofeinfahrten, weil Autofahrer nicht auf den Verkehr auf dem Radweg achten und direkt bis an den Straßenrand fahren”, schildert Heinz Brockmann seine Erfahrungen.

Ähnlich gefährlich sei die Situation wenn Autofahrer zum Rechtsabbiegen ansetzten: „Oft ist der Radfahrer dann von parkenden Autos verdeckt und wieder besteht die Gefahr, dass er übersehen wird”, ergänzt Wilch. Außerdem: „Ein geübter Radfahrer ist durchaus auch mit etwa 25 Stundenkilometern unterwegs. Damit gefährdet er auch Fußgänger, die zum Teil aus Gedankenlosigkeit, zum Teil aber auch weil sie gezwungen werden, immer wieder auf den Radweg auszuweichen, um Hindernisse – wie etwa Mülltonnen – zu umgehen. 

Wilch rät erfahrenen Radfahrern generell auf die Straße auszuweichen. Auch Radfahrstreifen, wie etwa entlang der Osterfelder Straße, hält er bestenfalls für einen Kompromiss. „Auch auf diesen Streifen ist man nicht direkt im Blickfeld der Autofahrer.

Gefühl

Die Polizei rät.

„Jeder Radfahrer sollte dort fahren, wo er sich am sichersten fühlt.”

So lautet der Ratschlag der Polizei. außerdem erinnert Polizeisprecher Andreas Weber daran, dass Kinder bis zu einem Alter von acht Jahren generell auf dem Gehweg fahren müssen.

Heinz Brockmann (l.) zeigt, dass Radfahrer auf Radwegen hinter parkenden Autos aus dem Sichtfeld der Autofahrer verschwinden. Anders Michael Wilch, auf der Fahrbahn bewegt er sich immer im Sichtfeld der Autofahrer.

 

Foto: WAZ, Dirk Bannert

 

Matthias Düngelhoff

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